Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Ludger Schepers wirre Osterbotschaft
  2. ACH TONI - hat der Wiener Dompfarrer ein Zölibatsproblem?
  3. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  4. Erzbischof van Megen wird neuer Papst-Botschafter in Deutschland
  5. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  6. Johannes Hartl: „Junge Menschen fragen wieder nach Gott! Atheismus ist eher für ältere Generation“
  7. „Kein bloßer Verein“: Kardinal Woelki betont die Kirche als „Leib Christi“
  8. Missio-Nationaldirektor P. Wallner sieht Renaissance des Glaubens
  9. „Die Bibel steht eindeutig im Visier der Regierung“
  10. 'Um die Auferstehung Jesu Christi zu feiern'
  11. Radikale Feministin Michelle Bachelet könnte nächste UN-Generalsekretärin werden
  12. Die Kraft der Auferstehung, der Wille zum Frieden und der Weg der Menschheit
  13. „Junge Menschen, die zum Glauben zurückkehren, wollen den ‚vollen fetten Glauben‘“
  14. Propst Höslinger: Papst Leo hat Ruhe in die Kirche gebracht
  15. Ostern – oder die Frage, die wir vermeiden

Experte: Christentum verliert im Nahen Osten seine Wurzeln

9. Jänner 2020 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Salzburger Ostkirchenexperte Winkler in "Tagespost"-Interview: "Es muss Anliegen der Christenheit weltweit sein, dass in seiner Wiege Christen leben können"


Salzburg (kath.net/KAP) Die Christenheit weltweit sollte es als ihr dringendes Anliegen erkennen, dass in den Ländern des Nahen Ostens auch in Zukunft Christen leben können und Perspektiven haben: Das hat der Ostkirchenexperte Dietmar Winkler gefordert. Israel und seine Nachbarstaaten seien die "Wiege des Christentums", betonte der Salzburger Professor für Patristik und Kirchengeschichte im Interview mit der "Tagespost". "Wenn die Wiege leer wird, wenn das Heilige Land zur bloß touristischen Destination wird, dann verlieren wir Christen weltweit unsere Wurzeln. Eine Pflanze ohne Wurzel wird verdorren", mahnte Winkler.

Derzeit finde tatsächlich ein "Exodus" der Christen aus den Ländern der Bibel statt, der zu ihrem völligen Verschwinden führen könne, sagte der Experte. Besonders treffe dies auf Syrien und den Irak zu, in Ägypten sei die Lage halbwegs stabil, während in Israel und Palästina die Zahl der Christen zwar stabil bleibe, in Relation aufgrund einer geringeren Geburtenrate als bei Juden oder Muslime jedoch zurückgehe, beschrieb Winkler, der Vorstandsmitglied der Stiftung "Pro Oriente" ist, die derzeitige Situation.


Verwunderlich sei die massenhafte Emigration nicht, erklärte der Experte für Ostkirchen: "Welche Zukunft haben ausgebildete Leute im eingemauerten Westjordanland? Oder was machen sie im Irak, wenn sie gut ausgebildet sind, aber keine Arbeit finden?" Die orientalischen Christen suchten im Westen nicht nur wirtschaftliche Vorteile, "sondern auch Frieden, Stabilität und ein Gedeihen für ihre Familie, ein Umfeld, in dem Kinder aufwachsen können." Hingegen hätten sie zuhause, wo sie schon seit dem 7. Jahrhundert als Minderheit lebten, eine zerstörte Infrastruktur, Unsicherheit und teilweise Kriegssituationen.

Reichtum und Erbe

Dabei stellten die orientalischen Christen mit ihren verschiedenen Traditionen einen "großen Reichtum" dar und "zeigen, dass das Christentum stets plural gewesen ist": Schließlich habe es von Anfang an in die syro-aramäische, koptische, griechische, armenische, lateinische, indische und äthiopische Kultur hineingewirkt, erklärte Winkler. "Das Christentum ist die Religion, die sich in allen Kulturen widerspiegeln kann." Von hoher Bedeutung sei auch das vom äußeren Druck beförderte gemeinsame Zeugnis, etwa durch überkonfessionelle Zusammenarbeit bei der Caritas. Die Mehrheit der Christen im Orient identifiziere sich nicht über die Konfession, sondern als Christen.

Für die gesamte Christenheit sei das von den Christen des Nahen Ostens bewahrte Erbe wichtig, unterstrich der Kirchenhistoriker, der fortfuhr: "Wenn man nicht mehr in der Heimat präsent ist, sondern nur mehr in der Diaspora, wird dieses Erbe sich verändern. Um es pointiert zu formulieren: Entweder wird alles ganz eng und konservativ bewahrt, was eine Integration in die Gastkultur verhindert, oder es kommt die totale Assimilation, wodurch das orientalische Erbe verloren geht."

Für die muslimische Mehrheit in den arabischen Ländern seien die Christen ein zumeist auch als solcher anerkannter "wesentlicher Faktor in der Gesellschaft", aufgrund ihres Engagements wie etwa in der Schulbildung, betonte Winkler. "Wer soll den Muslimen helfen, aus der Spirale des religiösen Fundamentalismus herauszukommen, wenn nicht die Christen?" Es sei eine "besondere Qualität des Christseins, aus dem Glauben heraus für den Nächsten da zu sein", oder, religiös formuliert, "Salz für die Erde" zu sein.

Religionsfreiheit und Bürgerrechte

Winklers Forderung: Europa müsse sich neben der Unterstützung der Christen im Nahen Osten politisch für eine Verbreitung seines Modells einer "echten Gewissens- und Religionsfreiheit" einsetzen. Diese sollten auch für Jesiden, Drusen, oder auch - je nach Staat - für schiitische beziehungsweise sunnitische Minderheiten gelten, gebe es doch auch für Muslime im Orient keine Religionsfreiheit: "Sie dürfen weder konvertieren noch sich dafür entscheiden, nicht zu glauben." Für die Christen seien nicht die Errichtung von Ghettos die Lösung, sondern "echte Bürgerrechte". Winkler abschließend: "Das eigentliche Problem ist nicht der Islam, sondern der Fundamentalismus, der die Religion für politische Zwecke instrumentalisiert."

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Christenverfolgung

  1. Besuch des syrischen Präsidenten - „Kirche in Not“ fordert Bundeskanzler Merz zum Handeln auf
  2. Zur weltweiten Christenverfolgung Schweigen, zu Israels „Fehler“ Empörung
  3. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!
  4. In muslimischen Regionen müssen Christen den Ramadan nicht selten mitbefolgen
  5. Berliner Landesbischof Stäblein erinnert an weltweite Christenverfolgung
  6. Neuer Bericht zum Iran: Zahl der Festnahmen von Christen verdoppelt sich
  7. Mexiko: Historiker fordern mehr Bewusstsein für Cristero-Krieg
  8. „Christen in Europa sehen sich zunehmend Hass und Diskriminierung ausgesetzt“
  9. Brutaler Polizeiangriff auf einen katholischen Priester in Sri Lanka: Kirche fordert Aufklärung
  10. Weltverfolgungsindex 2026: Die Christenverfolgung ist weltweit auf neuem Höchststand







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  3. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  4. ACH TONI - hat der Wiener Dompfarrer ein Zölibatsproblem?
  5. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  6. Ludger Schepers wirre Osterbotschaft
  7. Papstsekretär: Leo XIV. bleibt "Padre Roberto"
  8. Der Kreuzweg mit Papst Leo
  9. Hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt
  10. Missio-Nationaldirektor P. Wallner sieht Renaissance des Glaubens
  11. Die Kraft der Auferstehung, der Wille zum Frieden und der Weg der Menschheit
  12. 'Um die Auferstehung Jesu Christi zu feiern'
  13. Britisches Innenministerium stoppt Ermittlungen gegen legale Online-Posts
  14. Terror-Warnung zu Ostern: ISIS ruft zu Anschlägen auf Kirchen und Synagogen auf
  15. 'Tödliche Bedrohung': Bischof Barron warnt vor Kollaps der westlichen Zivilisation

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz