Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  3. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  4. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  5. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  8. Die Stunde der Heuchler
  9. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  10. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  11. Ein einziges Depositum der Wahrheit. Die Einheit von Schrift und Tradition
  12. Ist Jesus der Herr?
  13. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  14. Und die Kirche hat doch Recht
  15. 'Mein Glaube ist das Fundament jeder Entscheidung, die ich treffe – und meiner Ehe'

Theologe Tück: Kirche muss "Ressourcen des Heiligen freilegen"

8. Jänner 2020 in Aktuelles, 15 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wiener Dogmatiker in NZZ: Strukturreformen alleine reichen nicht, Kirche braucht Rückbesinnung auf das Heilige


Wien (kath.net/KAP) Strukturreformen alleine genügen nicht, um die Kirche aus der aktuellen Krise herauszuführen; vielmehr brauche es eine Rückbesinnung auf die "Ressourcen des Heiligen, aus denen Generationen vor uns gelebt haben". Das hat der Wiener Theologe Prof. Jan-Heiner Tück in einem Beitrag in der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ, 5.1.) betont. Die säkulare Gesellschaft könne solche Ressourcen selbst nicht generieren oder zur Verfügung stellen - dies sei eine Chance für die Kirchen. Schließlich sei der Mensch mehr als nur ein "animal rationale" und brauche Zeichen und Handlungen, um sich der Welt und seines Platzes darin zu versichern. Dazu brauche es "symbolischer Handlungen, die dem Bedürfniswesen Mensch, das Hunger hat und Durst verspürt, das lieben will und sterben muss, entgegenkommen", so Tück.
Sakramente als "Zeichen des Heils in Zeiten der Krise" könnten etwa solche symbolischen Handlungsformen darstellen, zeigte der Dogmatiker auf: "Sie führen den Menschen über sich selbst hinaus und verbinden ihn mit dem Heiligen. Sie sind Riten, die ihm in den Schwellensituationen seines Lebens Halt und Trost geben." Durch eine solche Rückbesinnung auf die Kraft symbolischer Handlungen könnten die Kirchen auch der Auszehrung entgegentreten, der sie sich - "alt, müde und zerstritten" - in Zentraleuropa gegenübersehen würden.
Als Gewährsmann und "unverdächtigen Zeugen" zitiert Tück den Schriftsteller Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), der wie kaum ein anderer in seiner Zeit "gegen die Verkümmerung des symbolischen Sinns auf den Zirkel der heiligen Handlungen in der katholischen Kirche hingewiesen" habe. "Goethe hat den Kosmos der Sakramente in seiner anthropologischen Bedeutung in ruhiger Diktion erschlossen. Der Protestant und Dichter gibt der katholischen Theologie heute den heilsamen Anstoß, sich nicht nur auf Strukturfragen zu fokussieren, sondern auch die geistlichen Ressourcen neu in den Blick zu nehmen. Ohne Wiederentdeckung des Heiligen, das zur Umkehr und Erneuerung einlädt, kann die gewünschte Reform der katholischen Kirche kaum gelingen."
Skeptisch zeigt sich Tück in dem Zusammenhang im Blick auf Ansätze, die der aktuellen Krise, die auch stark mit dem Skandal des sexuellen Missbrauchs und dessen Vertuschung zusammenhängt, nur mit Schlagworten wie der Aufhebung des Pflichtzölibats, der Öffnung des Amtes für Frauen, der Gewaltenteilung und der Demokratisierung der Kirche entgegneten: "Ein Seitenblick auf die protestantischen Kirchen, in denen alle diese Reformwünsche erfüllt sind, zeigt allerdings, dass die Erneuerung der Kirche noch einmal anders ansetzen müsste."


Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto: Symbolbild


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  4. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  5. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  6. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  7. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  8. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  9. Meinungsfreiheit auf katholisch
  10. Die Jugend von heute, die neue Generation Alpha, „sucht Sinn, Rituale und Spiritualität“






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  8. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  9. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  10. Die Stunde der Heuchler
  11. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  12. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  13. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  14. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  15. Goldensteiner Schwestern: Schwere Vorwürfe um Spendengelder

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz