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Glaubenskongregation: Kein Zusammenhang Zölibat – Missbrauch

19. Dezember 2019 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Ein Mitarbeiter der Glaubenskongregation, der Missbrauchsfälle durch Kleriker untersucht, warnt die Hirten der Kirche vor bestimmten homosexuellen Subkulturen.


Madrid (kath.net/jg)
Ein hoher Vertreter der Glaubenskongregation hat den Zölibat gegen Angriffe im Zusammenhang mit der Missbrauchskrise verteidigt.

Es gebe keinen Beweis dafür, dass der Zölibat mit sexuellem Missbrauch durch Kleriker in Zusammenhang stehe, schreibt Jordi Bertomeu Farnòs in einem Artikel für das spanische Magazin Palabra. Priester seien in den Medien aufgrund falscher Annahmen wiederholt unter Generalverdacht gestellt worden.

Es gebe keine wissenschaftliche Grundlage für die Behauptung, dass eine Ehe das abweichende Verhalten der im Verhältnis zur Gesamtzahl wenigen Priester verhindert hätte. Betrachte man die Missbrauchsfälle insgesamt, dann stelle sich heraus, dass die meisten Täter verheiratete Männer seien.

Andere christliche und nichtchristliche Religionsgemeinschaften, die keine zölibatären, geweihten Priester hätten, würden zeigen, dass die ehelose Lebensform nichts mit dem Missbrauch zu tun habe. In seinem Artikel verweist er auf die Unity Church of Australia, eine Gemeinschaft mit 240.000 Mitgliedern. Sie habe keine Hierarchie, sondern wähle ihren Klerus auch aus verheirateten Männern und Frauen. Trotzdem sei sie in die Schlagzeilen gekommen, weil es 2.500 Fälle von Missbrauch gegeben habe.


Die Glaubenskongregation habe ungefähr 6.000 Fälle aus der ganzen Welt erhalten. Das sei eine hohe Zahl, die „uns als Christen und besonders als Priester beschämt“, schreibt Bertomeu.

Die Glaubenskongregation nehme zur Kenntnis, dass in 80 Prozent der Missbrauchsfällen Männer die Täter und Jungen oder junge Männer die Opfer gewesen seien. Trotzdem warne sie davor, in der Homosexualität per se eine Disposition zum Missbrauch zu sehen. Es gebe keinen direkten Zusammenhang zwischen Homosexualität und Pädophilie.

Dennoch sei festzustellen, dass es bestimmte homosexuelle Subkulturen gebe, die typisch für bestimmte Gruppen von Klerikern sei und in manchen Seminaren und Noviziaten präsent gewesen sei. Diese Subkultur, die aktive Homosexualität toleriert habe, könne zu Pädophilie führen. Die Hirten der Kirche seien aufgerufen, wachsam zu sein und durch ihr Beispiel, aber auch mit disziplinären Maßnahmen die ihnen anvertrauten Kleriker zu einem keuschen Leben anzuhalten.

Der Zölibat sei für die moderne Gesellschaft oft nicht verständlich. In einer „hemmungslosen und erotisierten Gesellschaft“ würde der Zölibat als schädliche Lebensform erscheinen. Er erscheine als „dauernde Selbstzensur sexueller Wünsche“, der zu psychischen Problemen führe, die schließlich in die Pädophilie führten. Der Zölibat sei immer „gegenkulturell“ gewesen, in unserer Zeit sei er es ganz besonders.

Was die Gesellschaft brauche, seien junge Menschen, die in ihrem Leben die Schönheit einer wahren, keuschen und im echten Sinn befreiten Liebe zum Ausdruck bringen. Wer die Weihe als „Salbung“ und nicht als „Funktion“ lebe, würde auch jene ermutigen, die den Ruf zur Ehe erhalten hätten, schreibt Bertomeu.

Jordi Bertomeu ist ein spanischer Priester. Er arbeitet in der Abteilung der Glaubenskongregation, die Fälle von Missbrauch durch Kleriker untersucht.



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