Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Der Vatikan ringt um die Definition der "Umweltsünde"
  2. Afd-Sieg in Sachsen-Anhalt - Panik bei den Kirchen
  3. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  4. Ermahnung zur parteipolitischen Neutralität
  5. 'Ruft AfD-Wähler auf, sich die Kirchensteuer zu sparen'
  6. Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD auch bei Kirchenmitgliedern stärkste Kraft
  7. Papst bereitet Debatte zu strittigen Lehren seines Vorgängers vor
  8. Die Vision der Hölle und warum wir dringend die Göttliche Barmherzigkeit anrufen sollten
  9. Regierung von Pennsylvania will Begriffe ‚Mutter‘ und ‚schwangere Frau‘ streichen
  10. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  11. Leere der kirchlichen Lehre
  12. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  13. US-Diözese errichtet Pfarre, die dem Märtyrer Matthew Ayariga geweiht ist
  14. Maria, die Mutter des Friedens
  15. Musikvideo zeigt Frau bei ‚Abtreibungsritual‘ auf der Toilette

Glaubenskongregation: Kein Zusammenhang Zölibat – Missbrauch

19. Dezember 2019 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ein Mitarbeiter der Glaubenskongregation, der Missbrauchsfälle durch Kleriker untersucht, warnt die Hirten der Kirche vor bestimmten homosexuellen Subkulturen.


Madrid (kath.net/jg)
Ein hoher Vertreter der Glaubenskongregation hat den Zölibat gegen Angriffe im Zusammenhang mit der Missbrauchskrise verteidigt.

Es gebe keinen Beweis dafür, dass der Zölibat mit sexuellem Missbrauch durch Kleriker in Zusammenhang stehe, schreibt Jordi Bertomeu Farnòs in einem Artikel für das spanische Magazin Palabra. Priester seien in den Medien aufgrund falscher Annahmen wiederholt unter Generalverdacht gestellt worden.

Es gebe keine wissenschaftliche Grundlage für die Behauptung, dass eine Ehe das abweichende Verhalten der im Verhältnis zur Gesamtzahl wenigen Priester verhindert hätte. Betrachte man die Missbrauchsfälle insgesamt, dann stelle sich heraus, dass die meisten Täter verheiratete Männer seien.

Andere christliche und nichtchristliche Religionsgemeinschaften, die keine zölibatären, geweihten Priester hätten, würden zeigen, dass die ehelose Lebensform nichts mit dem Missbrauch zu tun habe. In seinem Artikel verweist er auf die Unity Church of Australia, eine Gemeinschaft mit 240.000 Mitgliedern. Sie habe keine Hierarchie, sondern wähle ihren Klerus auch aus verheirateten Männern und Frauen. Trotzdem sei sie in die Schlagzeilen gekommen, weil es 2.500 Fälle von Missbrauch gegeben habe.


Die Glaubenskongregation habe ungefähr 6.000 Fälle aus der ganzen Welt erhalten. Das sei eine hohe Zahl, die „uns als Christen und besonders als Priester beschämt“, schreibt Bertomeu.

Die Glaubenskongregation nehme zur Kenntnis, dass in 80 Prozent der Missbrauchsfällen Männer die Täter und Jungen oder junge Männer die Opfer gewesen seien. Trotzdem warne sie davor, in der Homosexualität per se eine Disposition zum Missbrauch zu sehen. Es gebe keinen direkten Zusammenhang zwischen Homosexualität und Pädophilie.

Dennoch sei festzustellen, dass es bestimmte homosexuelle Subkulturen gebe, die typisch für bestimmte Gruppen von Klerikern sei und in manchen Seminaren und Noviziaten präsent gewesen sei. Diese Subkultur, die aktive Homosexualität toleriert habe, könne zu Pädophilie führen. Die Hirten der Kirche seien aufgerufen, wachsam zu sein und durch ihr Beispiel, aber auch mit disziplinären Maßnahmen die ihnen anvertrauten Kleriker zu einem keuschen Leben anzuhalten.

Der Zölibat sei für die moderne Gesellschaft oft nicht verständlich. In einer „hemmungslosen und erotisierten Gesellschaft“ würde der Zölibat als schädliche Lebensform erscheinen. Er erscheine als „dauernde Selbstzensur sexueller Wünsche“, der zu psychischen Problemen führe, die schließlich in die Pädophilie führten. Der Zölibat sei immer „gegenkulturell“ gewesen, in unserer Zeit sei er es ganz besonders.

Was die Gesellschaft brauche, seien junge Menschen, die in ihrem Leben die Schönheit einer wahren, keuschen und im echten Sinn befreiten Liebe zum Ausdruck bringen. Wer die Weihe als „Salbung“ und nicht als „Funktion“ lebe, würde auch jene ermutigen, die den Ruf zur Ehe erhalten hätten, schreibt Bertomeu.

Jordi Bertomeu ist ein spanischer Priester. Er arbeitet in der Abteilung der Glaubenskongregation, die Fälle von Missbrauch durch Kleriker untersucht.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Missbrauch

  1. Papst an Italiens Kirche: Bei Missbrauch Mut zur Wahrheit
  2. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  3. Papst spricht drei Stunden mit Missbrauchsopfern aus Belgien
  4. Causa Rupnik: Papst bittet um Geduld für laufenden Vatikan-Prozess
  5. Massive Kritik am „Spiegel“ nach skandalösem Artikel über „Dragqueen“ Jurassica Parka
  6. „Kardinal Marx und Bischof Bätzing werden voraussichtlich in der Trierer Studie berücksichtigt“
  7. Vatikan ernennt Richterinnen und Richter im Fall Rupnik
  8. New Mexico klagt Meta, Mark Zuckerberg wegen Ermöglichung der sexuellen Ausbeutung von Kindern
  9. Synode über Synodalität verwendet Bilder von Marko Rupnik
  10. Missbrauchsexperte Zollner: ‚Keine Kultur der Rechenschaftspflicht’ in der Kirche






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Experte: Bedrohung durch islamistischen Terror ist "ernst"
  3. US-Justizministerium verurteilt Ermittlungen des FBI gegen ‚radikal-traditionalistische Katholiken‘
  4. 'Ruft AfD-Wähler auf, sich die Kirchensteuer zu sparen'
  5. Prophetische Theologie Benedikts XVI., gefunden in Paris
  6. Bei Papst Leos Frankreichreise wird die Hl. Tunika Jesu den 80.000 Jugendlichen gezeigt werden
  7. Gideon Böss: „Warum die Linken wegschauen, wenn Christen verfolgt werden“
  8. Theologen: Der hl. John Henry Newman bleibt für Gewissens- und Glaubensfragen aktuell
  9. … und das Leben der kommenden Welt
  10. US-Diözese errichtet Pfarre, die dem Märtyrer Matthew Ayariga geweiht ist
  11. Regierung von Pennsylvania will Begriffe ‚Mutter‘ und ‚schwangere Frau‘ streichen
  12. Warum Sie am 17. September in die Kinos gehen sollten!
  13. Musikvideo zeigt Frau bei ‚Abtreibungsritual‘ auf der Toilette
  14. Katholische Gebetsinitiative in den USA: ‚Millions of Monicas‘
  15. „Maria ist eine historische Gestalt, eine für Gott unendlich offene Person, eine Tochter Israels“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz