Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  2. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  3. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  4. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  5. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  6. Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
  7. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  8. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  9. US-Vizepräsident Vance wird erneut beim „March for Life“ teilnehmen und sprechen
  10. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  11. Eine unerträgliche Verharmlosung des tatsächlichen NS-Unrechts!
  12. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  13. „Catholic Herald“: „Irlands schwindende Familien“
  14. Katholikin Eva Vlaardingerbroek verliert Einreiseerlaubnis nach Großbritannien
  15. "Ich glaube, dass Gott das erste Selfie geschossen hat.“

Neuer armenischer Patriarch von Konstantinopel gewählt

14. Dezember 2019 in Chronik, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Sahag Mashalian ist der 85. armenische Patriarch von Konstantinopel - Wahl von Eingriffen der türkischen Regierung überschattet.


Istanbul (kath.net/ KAP)
Die Gemeinde der Armenier in der Türkei hat ein neues Kirchenoberhaupt: Sahag Mashalian ist zum neuen armenisch-apostolischen Patriarchen von Konstantinopel gewählt worden. Der 57-jährige bisherige Erzbischof setzte sich laut Medienberichten bei der am Mittwoch in Istanbul zu Ende gegangenen Wahl mit deutlicher Mehrheit gegen den einzigen verbliebenen Gegenkandidaten, Erzbischof Aram Atesyan, durch. 102 der 119 Wahlmänner stimmten für den neuen Patriarch, der den Namen Sahag II. annehmen wird. Er folgt auf den am 8. März nach jahrelanger Krankheit verstorbenen Patriarch Mesrob Mutafyan.

Erzbischof Mashalian galt seit längerem als Favorit für das Amt des 85. armenisch-apostolischen Patriarchen von Konstantinopel. Schon im Juli setzte er sich bei der Wahl zum Übergangsverwalter "Locum tenens" des Patriarchats gegen Erzbischof Atesyan durch. Atesyan hatte während der jahrelangen Krankheit des verstorbenen Patriarchen Mesrob die Geschäfte des Patriarchats geführt. Aufgrund einer Alzheimer-Erkrankung war Mesrob seit 2008 nicht mehr fähig gewesen, sein Amt auszuüben. Die Stellvertreter-Regelung hatte in den vergangenen Jahren vielfach für Auseinandersetzungen innerhalb der Armenier-Gemeinde geführt, die von Seiten der türkischen Politik mit beeinflusst wurden.


Auch in den aktuellen Wahlprozess hat der Staat nach türkischen Medienberichten erheblich eingegriffen. Demnach entschied das Innenministerium in Ankara, dass armenische Geistliche, die derzeit im Ausland arbeiten, nicht für die Wahl zum Patriarchen in Frage kommen. Durch diese Novellierung des armenischen Kirchenstatuts von 1863 wurden 10 der 13 ursprünglich ins Auge gefassten Kandidaten für das Patriarchenamt ausgeschlossen.

Mashalian und Atesyan gehörten in der Folge zu den nur drei Kandidaten, die kandidieren konnten. Der dritte Kandidat, Erzbischof Karekin Bekdjian, der von 1998 bis 2017 für die armenisch-apostolische Kirche in Deutschland verantwortlich war, trat aus Protest gegen die staatliche Einmischung nicht zur Wahl an. Auch einige Gemeindemitglieder sollen den Wahlprozess laut Medienberichten boykottiert haben. Schon seit den 1960er Jahren gilt auch ein türkisches Dekret, wonach Kandidaten für die Wahl des armenischen Patriarchen in der Türkei geboren worden sein oder zumindest einen türkischen Vater haben.

Neuer Patriarch stammt aus Istanbul

Der neu gewählte Patriarch Sahag Mashalian stammt aus Istanbul, wo er 1962 geboren wurde. Er studierte in seiner Heimatstadt sowie in London und Dublin. Als Priester war er in Istanbul, in Jerusalem, aber auch in Armenien - als Dekan des Kevorkian-Seminars in Etschmiadzin - tätig. Im Patriarchat von Konstantinopel war er in den vergangenen Jahren u.a. für die ökumenischen und interreligiösen Beziehungen zuständig und als Sekretär des Geistlichen Rates des Patriarchats tätig.

"Heute haben Sie keinen Patriarchen gewählt: Sie haben den ersten Diener Gottes und des Volkes gewählt", wandte sich der neue armenische Patriarch laut Bericht des Pressediensts "Fides" nach seiner Wahl an die Mitglieder der armenischen Gemeinde. In seinem kurzen Grußwort wies er vor allem darauf hin, dass das Patriarchat "erneuert werden muss" und seine Wahl einen "ersten Schritt" auf diesem Weg der Reform darstelle. "Wir haben ein Beispiel der Leitung vor uns: Jesus Christus, der die Füße seiner Jünger wusch, und dadurch zeigte, wie man ein guter Hirte ist", wurde der neu Patriarch zitiert.

Die armenisch-apostolische Gemeinde in der Türkei umfasst rund 70.000 Gläubige, von denen rund 80 Prozent in Istanbul leben. Das Patriarchat besteht seit dem 15. Jahrhundert. Noch 1914 stand der armenische Patriarch von Konstantinopel 55 armenisch-apostolischen Diözesen mit rund 1,5 Millionen Gläubigen vor. Während des Ersten Weltkrieges und des Genozids an den Armeniern Anfang des 20. Jahrhunderts war das Patriarchat von Konstantinopel vorübergehend aufgelöst.

Außer in Konstantinopel gibt es ein armenisch-apostolisches Patriarchat auch in Jerusalem. Im armenischen Etschmiadzin und im kilikischen Sis - der Sitz musste nach dem Völkermord der Jahre 1915 bis 1923 in den Libanon verlegt werden - bestehen die beiden heute besonders angesehenen Katholikate, die auch für die weltweite Diaspora zuständig sind. Der oberste Katholikos-Patriarch aller Armenier ist der in Etschmiadzin residierende, derzeit Karekin II. Nersissian (68). Insgesamt gehören der armenisch-apostolischen Kirche laut "Pro Oriente" rund sieben Millionen Gläubige an, von denen fast zwei Drittel in der weltweiten Diaspora leben.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Orthodoxie

  1. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  2. Ökumenisches Patriarchat weist Vorwürfe Russlands zurück
  3. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  4. „Mit den beiden Lungenflügeln atmen“, singen und beten
  5. Der Augenblick Gottes: Die Begegnung von Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras
  6. Die Ost- und Westkirche – „Schwesterkirchen“ - Die Brüder Andreas und Petrus treffen sich
  7. Einladung aus orthodoxer Mönchsrepublik Athos für US-Präsident Trump
  8. Katharinenkloster-Abt Simeon zum Bischof geweiht
  9. Orthodoxe Fastenzeit beginnt am kommenden Montag
  10. Ungarns russisch-orthodoxer Bischof: Fiducia supplicans ist ‚gefährlich’






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  6. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  7. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  8. Katholikin Eva Vlaardingerbroek verliert Einreiseerlaubnis nach Großbritannien
  9. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  10. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  11. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  12. Sterilisationen, schlechte Lebensbedingungen: Grönländer kritisieren dänische Herrschaft
  13. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  14. Maria 1.0: Immer wieder Deutschland - „Deutsch-Synodale“ Reformatoren schaffen Realität
  15. Bekenntnisse eines Warmduschers

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz