Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte wies Klage dreier abtreibungsverweigernder Hebammen ab
  2. Vatikan unterstützt Bischof, der sein Priesterseminar wegen Widerstands gegen Handkommunion schließt
  3. Schwedischer Kardinal Arborelius: „Wir haben nicht diesen Gegensatz zwischen Priestern und Laien“
  4. Papst em. Benedikt XVI. an Gesichtsrose erkrankt und „äußerst gebrechlich“
  5. „Die deutsche Kritik geht am eigentlichen Anliegen der Instruktion völlig vorbei“
  6. Vatikan bietet deutschen Bischöfen Gespräch zu Reformpapier an
  7. Papst in Buchbeitrag: Corona lässt Leben neu auf Gott ausrichten
  8. Die Theologie versagt auf ganzer Linie
  9. Vier ganz konkrete Wege, wie die Menschen, heute, Gott begegnen können!
  10. 27-Jähriger macht mit 15-Kilo-Kreuz eine Bußwallfahrt durch Polen
  11. Hochrangige Muslime erheben Anspruch auf Kathedrale von Cordoba
  12. "Tötungswillige Ärzte gesucht!"
  13. Weinhostien für das evangelische Abendmahl in Zeiten von Corona
  14. China: Keine Sozialhilfe, so lange christliche Symbole in der Wohnung sind
  15. Kataloniens Präsident kündigt Sanktionen gegen Kardinal Omella an

Ukraine: „Perspektivlosigkeit führt zur Entzweiung der Familien“

8. Dezember 2019 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Ukraine ist nicht nur politisch in einer angespannten Situation. Auch die Gesellschaft droht auszubluten. Viele Menschen wandern ab, die Geburtenrate sinkt dramatisch – während die Zahl der Abtreibungen hoch bleibt.


München-Wien (kath.net/KIN)
Die Ukraine ist nicht nur politisch in einer angespannten Situation. Auch die Gesellschaft droht auszubluten. Viele Menschen wandern ab, die Geburtenrate sinkt dramatisch – während die Zahl der Abtreibungen hoch bleibt. Die Kirche in der Ukraine setzt sich für Lebensschutz ein und versucht, jungen Menschen Mut zu machen für ein verantwortungsvolles Familienleben.

Ende Oktober 2019 hat die römisch-katholische Kirche der Ukraine einen Familienkongress veranstaltet. Die Osteuropa-Referentin des weltweiten päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“, Magda Kaczmarek, war dabei. Im Interview mit Thomas Oswald erzählt sie über ihre Erfahrungen.

Thomas Oswald:Frau Kaczmarek, was ist Ihr Gesamteindruck Ihrer jüngsten Ukraine-Reise?

Magda Kaczmarek: Die Ukraine ist ein schönes und gastfreundliches Land. Es ist aber auch von siebzig Jahren Kommunismus gekennzeichnet. Das spiegelt sich in den Schwierigkeiten wider, denen junge Menschen begegnen, die sich eine berufliche Zukunft aufbauen oder eine Familie gründen wollen. Viele Ukrainer denken, dass ihr Land keine Zukunft hat. Die am besten ausgebildeten jungen Leute wandern aus, andere verzweifeln. Die Perspektivlosigkeit führt zu Alkoholismus und zur Entzweiung der Familien.


Woran lässt sich das festmachen?
65 Prozent der Kinder wachsen ohne Vater auf. Jeden Tag werden in der Ukraine 300 Abtreibungen durchgeführt. Und das einem Land, das über zu wenig Kinder verfügt, um den Generationenwechsel sicherzustellen. Der Apostolische Nuntius in der Ukraine, Erzbischof Claudio Gugerotti, hat das Problem zusammengefasst: Es fehlt an Hoffnung in der Gesellschaft und an Liebe in den Familien.

Was tut die Kirche in dieser Situation?
Die Kirche in der Ukraine ist sich bewusst, dass über die politischen Schwierigkeiten hinaus die Verteidigung der Familie das oberste Anliegen sein muss. Die römisch-katholische Kirche hat den Familienkongress in Winnyzja, einer Stadt auf halber Strecke zwischen Kiew und Lwiw (Lemberg), organisiert. Es haben dort Eltern gesprochen, die sich stark im Gemeindeleben organisieren. Sie haben viele Kinder. Das ist in der Ukraine außergewöhnlich. Ich glaube, dass das Engagement dieser Menschen zeigt: Die Zukunft der Kirche liegt in der mit Gott vereinten Familie, in der tägliche Gebete, Katechese, die Liturgie, Feste, gemeinsame Mahlzeiten in den Familien usw. eine Rolle spielen.

Dennoch: Die Zahl dieser Familien ist gering. Wie könnte ihr Beispiel für eine geistliche Wiedergeburt in der Ukraine sorgen?
Ein Schlüssel sind meiner Meinung nach die geistlichen Bewegungen. Viele Familien gehören Gemeinschaften wie dem Neokatechumenalen Weg, den „Familien von Nazareth“ oder der Bewegung „Hauskirche“ an, um nur einige zu nennen. Diese Gemeinschaften sind dynamische Orte, die auch auf die Umwelt ausstrahlen. Papst Franziskus hat das einmal so formuliert: Wir leben in Zeiten, in denen Christen ihren missionarischen Impuls innerhalb dieser Bewegungen wiedererlangen können, wie in den frühen Tagen des Christentums.

Wie stellt sich die Situation in der katholischen Kirche in der Ukraine dar?
Die katholische Kirche in der Ukraine besteht aus der griechisch-katholischen und der römisch-katholischen Kirche. Die katholische Kirche ist nach der kommunistischen Verfolgung wieder zu neuem Leben erwacht. Es ist überraschend zu sehen, wie jung ihr Klerus ist.
Die römisch-katholische Kirche kümmert sich auch stark um die Menschen in den Kriegsgebieten in der Ostukraine. Es gibt zum Beispiel ein „Christian Rescue Center“ (Christliches Rettungszentrum), in dem geflüchtete Menschen materielle und geistliche Hilfe erhalten. Für ihre Arbeit und den Wiederaufbau braucht die katholische Kirche in der Ukraine unsere ganze Unterstützung. Deshalb gehört die Ukraine auch zu den Ländern, die „Kirche in Not“ am meisten unterstützt.
Um die Arbeit der katholischen Minderheit in der Ukraine weiterhin fördern zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – entweder online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München
IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05
Verwendungszweck: Ukraine

Foto: Kinder in einer katholischen Anlaufstelle für Flüchtlinge in Charkiw/Ukraine. © Kirche in Not

Weitere Informationen und Spendenmöglichkeiten:
Kirche in Not Deutschland

Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Schweiz


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche in Not

  1. "Kirche in Not": Christentum weltweit meist verfolgte Religion
  2. Pakistan: Erneut 14-jährige Christin entführt
  3. Kuba: Ricardos Traum. In Havanna entsteht eine dem hl. Johannes Paul II. geweihte Kirche
  4. Ein Leben für die Kirche in Not
  5. Johannes Paul II: „Eiliger Vater“, Mann des Gebets
  6. Neuer Glaubens-Kompass über Johannes Paul II.
  7. Mosambik: Massaker an Jugendlichen und Angriffe auf Kirchen 
  8. Mutiger Einsatz in den Kernländern des Islam
  9. Mutiger Einsatz in den Kernländern des Islam
  10. „Kirche in Not“ initiiert Gebetskette um die Welt








Top-15

meist-gelesen

  1. Hochrangige Muslime erheben Anspruch auf Kathedrale von Cordoba
  2. Vatikan unterstützt Bischof, der sein Priesterseminar wegen Widerstands gegen Handkommunion schließt
  3. „Die deutsche Kritik geht am eigentlichen Anliegen der Instruktion völlig vorbei“
  4. Papst em. Benedikt XVI. an Gesichtsrose erkrankt und „äußerst gebrechlich“
  5. Vatikan bietet deutschen Bischöfen Gespräch zu Reformpapier an
  6. Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte wies Klage dreier abtreibungsverweigernder Hebammen ab
  7. Derzeit ‚führender‘ Corona-Impfstoff stammt aus Zelllinien eines abgetriebenen Kindes 
  8. Schwedischer Kardinal Arborelius: „Wir haben nicht diesen Gegensatz zwischen Priestern und Laien“
  9. Hochschule Heiligenkreuz: Vatikan weist Wege bei Strukturrefomen
  10. Die Theologie versagt auf ganzer Linie
  11. 27-Jähriger macht mit 15-Kilo-Kreuz eine Bußwallfahrt durch Polen
  12. Neues kath.net-Kult-T-Shirt: Crux Sacra Sit Mihi Lux
  13. „Papst Benedikt selbst ist optimistisch, dass er bald wieder zu Kräften kommt“
  14. „Letztlich geht es um die neue Evangelisierung“
  15. Kataloniens Präsident kündigt Sanktionen gegen Kardinal Omella an

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz