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Benedikt XVI.: Frauendiakonat muss lehrmäßig entschieden werden

30. November 2019 in Weltkirche, 8 Lesermeinungen
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Emeritierter Papst äußert sich in Grußwort zum 50-jährigen Bestehen der Internationalen Theologenkommission


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Die Frage eines Diakonenamtes für Frauen in der katholischen Kirche muss nach Auffassung des emeritierten Papstes Benedikt XVI. (Archivfoto) theologisch geklärt werden. Dies gehe nicht allein durch Rückgriff auf kirchengeschichtliche Entwicklungen, so der emeritierte Papst in einem Grußwort zum 50-jährigen Bestehen der Internationalen Theologenkommission (ITC), das der Vatikan auf seiner Website veröffentlichte.

Die Theologenkommission kam in einer 2003 veröffentlichten Stellungnahme bei "der Frage eines eventuellen Frauendiakonats nicht zu einem einmütigen Ergebnis", so Benedikt XVI. Man sei damals zu dem Schluss gelangt, "dass die rein geschichtliche Perspektive nicht zu einer definitiven Sicherheit führe. Letztlich musste die Frage lehrmäßig entschieden werden", formuliert der Emeritus in einer Fußnote seines Grußwortes.


Darin heißt es weiter, man habe die Frage eines Frauendiakonats damals auch den Patriarchen der Ostkirchen unterbreitet, von denen es aber nur spärliche Rückmeldungen gab. "Es zeigte sich, dass die Frage als solche für die Tradition der Ostkirche schwer verständlich war", so Benedikt. An dem Dokument "Der Diakonat: Entwicklung und Perspektiven" war in einer eigenen Unterkommission der ITC zunächst von 1992 bis 1997 sowie von 1998 bis 2002 gearbeitet worden.

Auch Papst Franziskus hatte 2016 eine eigene Kommission eingesetzt, um frühchristliche Aufgaben oder Ämter weiblicher Diakone zu untersuchen. Wie schon die ITC kam auch diese internationale, paritätisch mit Frauen und Männern besetzte Arbeitsgruppe zu keinem einhelligen Ergebnis. Das berichtete Franziskus selbst im Mai dieses Jahres.

Im Abschlussdokument der Amazonien-Synode vom Oktober wird daher angeregt, das Thema erneut aufzugreifen und zu beraten. Etliche Synodenteilnehmer hatten für die Kirche in Amazonien ein Diakonenamt für Frauen gefordert, da diese dort ohnehin schon etliche für Diakone typische Aufgaben wahrnähmen.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 Selene 2. Dezember 2019 
 

Wenn ich das richtig verstehe

schließt Papst Benedikt ein Frauendiakonat nicht grundsätzlich von vornherein aus sondern er plädiert für eine theologische Entscheidung, unabhängig von historischen Forschungen, die kein eindeutiges Ergebnis erbracht haben.


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 Josephus 1. Dezember 2019 
 

Kein Spielraum für eine Öffnung des Diakonats für Frauen

Lehramtlich gibt es keinen Spielraum für die Öffnung des Diakonats (verstanden als Stufe des Ordo) für Frauen. Dies hat Kardinal Müller folgendermaßen formuliert:
"Der Papst ist im Gegensatz zur Meinung vieler nicht der Herr der Kirche oder der absolute Souverän ihrer Lehre. Ihm ist in Gemeinschaft mit dem Bischöfen nur die Wahrung der Offenbarung und ihre authentische Interpretation anvertraut. Im Anbetracht des Glaubens der Kirche, wie er in ihrer dogmatischen und liturgischen Praxis zum Ausdruck kommt, ist es völlig ausgeschlossen, dass der Papst in die Substanz der Sakramente eingreift, zu der wesentlich auch die Frage des legitimen Weiheempfängers hineingehört, wie es Papst Johannes Paul II. in Ordinatio sacerdotalis unterstrichen hat."

stjosef.at/dokumente/diakonat_theologenkommission_interview_mueller.htm


6

0
 
 Zeitzeuge 1. Dezember 2019 
 

"Der Frauendiakonat muß lehrmäßig entschieden werden"

Schade, daß Papst Benedikt XVI. diese
Entscheidung nicht selbst vorgenommen
hat, denn jetzt haben wir einen Jesuiten-
papst und einen Jesuiten als Leiter der
Glaubenskongregation.

Ich befürchte auch, daß das MP Papst
Benedikt XVI. "Omnium in mentem"
als Argument für eine Entscheidung
i.S. der "Progressiven" benutzt werden
könnte.
In Art. 2 dieses MP ist ja festgelgt,
daß die Diakone nicht mehr als in der
Person Christi, des Hauptes, zu handeln
befähigt sind wie die Bischöfe und Priester.

Zum Thema noch ein Link von kath.net!

Die ITK ist eigentlich ein Spiegelbild
der nachkonziliaren kath. Theologie,
da ist ganz sicher nicht immer Einstimmigkeit zu erwarten.

Laudetur Jesus Christus!

www.kath.net/news/1272


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0
 
 Zeitzeuge 1. Dezember 2019 
 

Lieber Montfort! Die ITK hat(te) viele Gesichter!

M.E. ist der Diakonat
ein Bestandteil des sakramentalen, drei-
stufigen Ordo, so auch Kard. Müller im
Link und damit für Frauen nicht zugänglich!


Das Konzil v. Trient definierte als Dogma (DH 1776, NR 718), daß es in der
kath. Kirche eine hl. Rangordnung
(Hierarchie) gibt, die aus Bischöfen,
Priestern und Dienern= Diakonen besteht.
So schreibt denn auch bereits im 2. Jh.
der hl. Ignatius v. Antiochien:
"Ich ermahne euch, daß ihr euch alles
in der Eintracht Gottes zu tun bemüht,
unter dem Vorsitz des Bischofs an Gottes
Stelle und mit den Prebytern anstelle
des Apostelkollegiums, einschlieslich
der mir so teuren Diakone, die alle
mit dem Amt Christi betraut sind...!
(Ad Magn. 6,1) und
"Ebenso sollen alle die Diakone achten
wie Jesus Christus....! (Ad Trall 3,1).

Das Dok. der ITK ist zu googeln:
Der Diakonat, Entwicklung und Perspekti-
ven

Das akt. Grußw. des em. Papst Benedikt XVI. v.22.10.2019 googeln
Benedetto XVI Indirizzo di saluto,
das werde ich nicht kommentieren....!

stjosef.at/dokumente/diakonat_theologenkommission_interview_mueller.htm


3

0
 
 Montfort 30. November 2019 

Die richtige Bezeichnung ist : "Internationale Theologische Kommission" -

so erübrigt sich auch das Gendern. ;-)


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 Montfort 30. November 2019 

Deo gratias!

"Die Frage eines Diakonenamtes für Frauen in der katholischen Kirche muss nach Auffassung des emeritierten Papstes Benedikt XVI. theologisch geklärt werden. Dies gehe nicht allein durch Rückgriff auf kirchengeschichtliche Entwicklungen."

Danke, Papst emeritus Benedikt!


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 Einsiedlerin 30. November 2019 
 

Ostkirche

Mir war die "Ostkirche" und auch die "Altorientalische Kirche" immer schon sehr sympathisch. Auch deren Fastenpraxis. Morgen beginnt der Advent und somit eigentlich die vorweihnachtliche Fastenzeit.
Ich wünsche mir so sehr die Einheit von Katholiken und Orthodoxen/Altorientalen, damit endlich wieder die Ehrfurcht vor dem Herrn Einzug in die Glaubenspraxis hält statt dieses ständigen Narzissmus und der Verblendung vieler Amtsträger. Die Konfrontation mit der klaren Linie der Ostkirchen wäre vielleicht für viele Priester und Bischöfe wachrüttelnd.


20

0
 
 Stefan Fleischer 30. November 2019 

Es gibt Leute

die vergessen, dass sich die Weiheämter in der Kirche nicht nur über ihre Funktionen definieren.


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0
 

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