Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Bischofsweihen - Piusbruderschaft kündigt die Namen der vier neuen Bischöfe an
  2. Liegt ein Schisma in der Luft?
  3. Bischof Heiner Wilmer empfängt Kommunion aus den Händen einer Laiin
  4. MAGNIFICA HUMANITAS
  5. Die ekklesialen Abrissbagger kreisen in den Dörfern
  6. Die Liturgie gehört nicht uns! Reform muss aus der Tradition wachsen
  7. US-Diözese Wichita hat seit Jahren viele Priesterberufungen
  8. „Die Genderideologie ist zutiefst reaktionär“
  9. Adios Toni!
  10. Das Babel-Syndrom. Die gezählte Seele und der steinerne Himmel der Maschinen
  11. Polnische Bischofskonferenz bejaht in Positionspapier die Ehe nur „zwischen Mann und Frau“
  12. Ebola-Ausbruch in Ostafrika: Groß-Wallfahrt in Uganda abgesagt
  13. Die offenen Türen des Glaubens, der Kirche und des Herzens
  14. Medien spekulieren weiter über möglichen Beginn des Seligsprechungsprozesses für Benedikt XVI.
  15. Erzdiözese Salzburg: Weiterbildungsveranstaltung mit Homosexuellen-Initiative

Salesianischer Missbrauchstäter wurde in Afrika eingesetzt

29. November 2019 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Belgischer Ordenspriester war strafrechtlich verurteilt, dann wurde er in Zentralafrika nationaler Caritasdirektor – Auch dort kam es zu Missbrauchsvorwürfen – Salesianerorden verteidigt sich


Amsterdam (kath.net) Im Jahr 2012 wurde Pater Luk Delft in Belgien wegen Kindesmissbrauchs und des Besitzes von Kinderpornografie zu 18 Monaten Bewährungsstrafe und 10 Jahren Kontaktverbot mit Kindern verurteilt. Er hatte diese Vergehen in der Zeit begangen, als er beruflich salesianischer Schullehrer und Direktor der Hilfsorganisation vom Justizvollzugsgericht Gent gewesen war. Das berichtete „Crux Now“. Bereits 2013 wurde er jedoch von Bischof Albert Vanbuel, einem belgischen Salesianer und Mitstreiter, angeworben, um mit Erlaubnis der Bewährungskommission des belgischen Gerichts mit der Caritas in einem kirchlichen Camp für Binnenvertriebene in der Kaga-Bandoro-Diözese der Zentralafrikanischen Republik zusammenzuarbeiten. Offiziell sollte er dort bei der Lieferung und Verteilung von Lebensmitteln mitarbeiten. Nachdem Vanbuel im Oktober 2015 in den Ruhestand getreten war, wurde Delft zum nationalen Direktor der Caritas in Bangui ernannt. Laut CNN hatte Delft jedoch weiterhin Zugang zu armen und schutzbedürftigen Kindern. Offenbar wurden auch in Kaga-Bandoro Missbrauchsvorwürfen laut (Symbolfoto).


Gegenüber CNN sagte der Vater eines mutmaßlichen afrikanischen Opfers: „Es gab genug Frauen, mit denen er Sex hätte haben können. Er bevorzugte es aber, meinen Sohn zu missbrauchen.“ Der Junge war zum Tatzeitpunkt 13 Jahre alt gewesen. (siehe unten: Link zum CNN-Bericht).

Der belgische Salesianierorden verteidigt seine Entscheidung, den verurteilten Priester nach Afrika zum Einsatz bei der Caritas zu schicken, schreibt „Crux Now“ weiter. Pater Carlo Loots, belgischer Provinzvikar und Sprecher der Salesianer von Don Bosco, erklärte gegenüber CNS: „Bischöfe und Orden haben immer ein großes Problem damit, was sie mit denen anfangen sollen, die junge Menschen missbraucht haben. Dafür gibt es keine Todesstrafe. Wir können sie also nicht töten, aber wir können sie auch nicht auf eine einsame Insel schicken. Stattdessen müssen wir nach einer Lösung suchen, und die Philosophie ist, dass solche Menschen eine neue Chance verdienen - aber nicht in demselben Kontext oder in derselben Situation wie zuvor.“

Außerdem stellte Loots fest, dass Bischof Vanbuel zwar über Delfts Hintergrund informiert worden war und sich bereit erklärte, ihn zu beaufsichtigen, doch habe auch der Bischof „eindeutig keine Ahnung davon gehabt, wie ein Pädophiler wirklich funktioniert“. Loots versucht die Verantwortung auch an die Bewährungskommission weiterzugeben, die seines Erachtens nach die Situation hätte klarer erkennen müssen. Der Provinzvikar informierte, dass der Priester jetzt wieder in Belgien sei, beaufsichtigt werde und sich in der Salesianer-Gemeinde Boortmeerbeek einer Therapie unterziehe. In der Gemeinde gebe es „keine Aktivitäten mit Jugendlichen“ gebe.

Loots führte weiter aus, dass man die Sicherheitsrichtlinien im Orden jetzt verbessert habe und dass man gelernt habe, mit Missbrauch „viel vorsichtiger“ umzugehen. „Wir haben daraus gelernt, dass alle Mitteilungen, die solche Fälle betreffen, schriftlich und dokumentiert sein müssen und nicht mündlich ausgetauscht werden müssen, wenn die Gefahr besteht, dass sie übergangen und vergessen werden“, sagte der belgische Provinzialvikar.

Die im Vatikan ansässige Caritas Internationalis zeigte sich „traurig und empört“ über den Vorfall und versprach Aufarbeitung und Unterstützung der Opfer in Zentralafrika.

Michel Roy, ehemaliger Generalsekretär von Caritas Internationalis, sagte in einer Erklärung vom 23. November, er habe bis 2019 nichts von Delfts Verurteilung gewusst. Er fügte jedoch hinzu, er sei 2017 von einem Therapeuten gewarnt worden, dass Delft „nicht in Kontakt sein dürfe mit Kindern“, er habe daraufhin die Caritas in der Zentralafrikanischen Republik und Kardinal Dieudonne Nzapalainga in Bangui alarmiert, der seinerseits Bedenken an die Salesianer weitergeleitet hatte.

Link zum Bericht der CNN mit Videomaterial zu einem der mutmaßlichen afrikanischen Opfer und zu Aussagen von Pater Delft: How a Catholic Order dedicated to protecting children failed them

Foto: Symbolbild


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Missbrauch

  1. Papst an Italiens Kirche: Bei Missbrauch Mut zur Wahrheit
  2. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  3. Papst spricht drei Stunden mit Missbrauchsopfern aus Belgien
  4. Causa Rupnik: Papst bittet um Geduld für laufenden Vatikan-Prozess
  5. Massive Kritik am „Spiegel“ nach skandalösem Artikel über „Dragqueen“ Jurassica Parka
  6. „Kardinal Marx und Bischof Bätzing werden voraussichtlich in der Trierer Studie berücksichtigt“
  7. Vatikan ernennt Richterinnen und Richter im Fall Rupnik
  8. New Mexico klagt Meta, Mark Zuckerberg wegen Ermöglichung der sexuellen Ausbeutung von Kindern
  9. Synode über Synodalität verwendet Bilder von Marko Rupnik
  10. Missbrauchsexperte Zollner: ‚Keine Kultur der Rechenschaftspflicht’ in der Kirche






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. Bischofsweihen - Piusbruderschaft kündigt die Namen der vier neuen Bischöfe an
  3. Liegt ein Schisma in der Luft?
  4. MAGNIFICA HUMANITAS
  5. Die ekklesialen Abrissbagger kreisen in den Dörfern
  6. „Die Genderideologie ist zutiefst reaktionär“
  7. Bischof Heiner Wilmer empfängt Kommunion aus den Händen einer Laiin
  8. Adios Toni!
  9. Er starb, weil er die Ehe verteidigte
  10. US-Diözese Wichita hat seit Jahren viele Priesterberufungen
  11. Martin Mosebach: ‚Die Nichtnagetiere betreten das sinkende Schiff‘
  12. Islamexperte Mansour warnt: Europa hat ‚naive Haltung‘ zum Islam
  13. Weltweiter Rosenkranz für den Frieden am 30. Mai mit Papst Leo XIV. – Übertragung aus dem Vatikan
  14. Erzdiözese Salzburg: Weiterbildungsveranstaltung mit Homosexuellen-Initiative
  15. Das Babel-Syndrom. Die gezählte Seele und der steinerne Himmel der Maschinen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz