Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vom Elend der Fürbitten
  2. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  3. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  4. Der entschärfte Gott
  5. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  6. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  7. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  8. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  9. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  10. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  11. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  12. Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
  13. Realitätsverlust im Bistum Chur
  14. Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
  15. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!

Papst will Atomwaffenverbot in den Katechismus aufnehmen

26. November 2019 in Aktuelles, 40 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus lehnt auch Nutzung von Kernenergie aus Sicherheitsgründen ab, wie er während der "Fliegenden Pressekonferenz" auf dem Rückflug aus Japan erklärt - Abschaffung des Veto-Rechts im Weltsicherheitsrat für den Papst überlegenswert


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Papst Franziskus will ein Verbot von Kernwaffen in der amtlichen katholischen Lehre verankern. Das kündigte er am Dienstag im Gespräch mit Journalisten während seines Rückflugs aus Japan nach Rom an. Dabei bekräftigte Franziskus, nicht nur der Gebrauch, sondern schon der Besitz von Atomwaffen sei unmoralisch. Es genüge ein Unfall oder die Verrücktheit eines Einzelnen, um die ganze Menschheit zu zerstören.

Auch die Nutzung von Kernkraft zur Energiegewinnung lehnt der Papst ab. Man könne dafür "noch immer keine absolute Sicherheit gewährleisten", sagte er. Im Vergleich zu anderen Technologien mit ihren jeweiligen Risiken seien die Folgen bei einem Atomunfall viel größer. "Ich persönlich würde Kernkraft nicht nutzen, solange es keine absolute Sicherheit gibt", so der Papst wörtlich vor den mitreisenden Journalisten. Er erinnerte an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, wo es 1986 zu einer Kernschmelze gekommen war.

Bei seinen Besuchen in Nagasaki und Hiroshima hatte Franziskus am vergangenen Sonntag eindringlich zu atomarer Abrüstung aufgerufen. An den Orten der Atombombenabwürfe vom August 1945 sprach er von einem "perversen Widerspruch, Stabilität und Frieden auf der Basis einer falschen, von einer Logik der Angst und des Misstrauens gestützten Sicherheit verteidigen und sichern zu wollen".


Nuklearwaffen kosteten Menschenleben allein schon durch ihre Entwicklung, den Bau und ihre Bereithaltung. Die dafür verwandten Summen fehlten andernorts für wichtige Aufgaben, so der Papst.

Schon im November 2017 hatte Franziskus den Besitz von Atomwaffen als unmoralisch verurteilt. Diese Äußerung bei einer Tagung im Vatikan zum Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen trug ihm teils harsche Kritik auch aus katholischen Kreisen ein. Vor der jetzigen Japan-Reise versuchten Diplomaten aus den USA und Frankreich offenbar, im Vatikan eine Abschwächung von Formulierungen in den päpstlichen Redeskripten für Nagasaki und Hiroshima zu erreichen.

Veto-Recht im Weltsicherheitsrat abschaffen

Gefragt, ob er vorhabe, eine Enzyklika über das von ihm forcierte Thema Gewaltlosigkeit zu schreiben, winkte Franziskus während der "Fliegenden Pressekonferenz" zunächst ab. "Vielleicht schreibt der nächste Papst sie", meinte er, um dann aber zuzugeben: "Es gibt entsprechende Projekte in der Schublade. Auch eines zum Frieden. Das reift allmählich. Wenn ich das Gefühl habe, jetzt ist der richtige Moment gekommen, dann werde ich sie schreiben."

Mit vorsichtigen Worten sprach sich der Papst auch dafür aus, das Veto-Recht im Weltsicherheitsrat abzuschaffen. Dies könnte eine Maßnahme sein, damit die Vereinten Nationen wie die UNO effektiver für Friedensvermittlungen wirken können, meinte er. Dies sei vorerst nur eine Überlegung, die weiter durchdacht werden müsse.

Nach Meinung des Papstes wäre es besser, wenn alle Mitglieder des Sicherheitsrates die gleichen Rechte hätten. Bislang reiche das Nein eines der Veto-Länder, um mögliche Lösungen zu blockieren.

Etliche internationale Organisationen, auch einzelne Länder wie etwa Norwegen, unternähmen sehr viel, um Konflikte zu lösen und Spannungen abzubauen, so Franziskus. Leider sei die Menschheit aber über die alte Weisheit der Römer "Wenn du Frieden willst, rüste dich für den Krieg." nicht hinausgekommen.

Dagegen gelte es, so der Papst, "immer und immer wieder alles zu tun, um die Produktion von Waffen zu stoppen, Kriege zu beenden und sich auch mit Hilfe von Vermittlern an den Verhandlungstisch zu setzen" - und schließlich auch Ergebnisse zu liefern.

Hoffen auf friedlichen Dialog in Hongkong

Auch die aktuelle Lage in Hongkong war Thema der an den Papst gerichteten Journalistenfragen. Franziskus setzt dabei auf einen friedlichen Dialog der beteiligten Fraktionen und Gruppen, wie er schilderte. "Aber nicht nur Hongkong, auch andere haben derzeit Probleme", sagte der Papst. Er verwies auf Länder wie Nicaragua und andere lateinamerikanische Staaten, aber auch Frankreich mit den Protesten der Gelbwesten. Er könne die aktuelle Situation nicht genau beurteilen, hoffe aber auf Frieden für all diese Länder.

Nach dem ersten Teil seiner einwöchigen Asienreise in Bangkok hatte der Papst am Samstag auf seinem Flug in die japanische Hauptstadt Tokio neben Grußtelegrammen an die Volksrepublik China und Taiwan auch eines an Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam gesandt. Dies sei eine übliche Höflichkeitsgeste, die quasi automatisch erfolge, erklärte Franziskus während der "Fliegenden Pressekonferenz". Anders als zu den Unruhen in Chile, Bolivien, Nicaragua und Irak hat sich der Vatikan zu den seit Monaten andauernden Demonstrationen in der chinesischen Sonderverwaltungszone bislang nicht geäußert.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus Papst

  1. Papst Franziskus möchte an Ostermesse teilnehmen
  2. Genesung in kleinen Schritten: Papst geht es etwas besser
  3. Vatikan kündigt nach fünf Wochen ersten Auftritt des Papstes an
  4. Papst will Aschermittwochs-Bußprozession selbst leiten
  5. Vom Argentinier zum Römer: Franziskus über seinen Start als Papst
  6. Fußballbegeisterter Papst mit zwei linken Füßen
  7. Papst will keine Ordensfrauen mit "Essiggesicht"
  8. Papst besucht an Allerseelen Gräber ungeborener Kinder
  9. Dilexit nos
  10. Belgien: Nach Papstaussagen zu Abtreibung und Frauen wollen sich nun 520 Personen ‚enttaufen’ lassen






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  4. Realitätsverlust im Bistum Chur
  5. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  6. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  7. Vom Elend der Fürbitten
  8. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  9. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  10. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  11. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  12. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  13. Papst bezieht diesen Samstag seine Wohnung im Apostolischen Palast
  14. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  15. Der entschärfte Gott

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz