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Der wahre Friede kann nur ein waffenloser Friede sein

24. November 2019 in Aktuelles, 20 Lesermeinungen
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Franziskus: aus tiefer Überzeugung möchte ich bekräftigen, dass der Einsatz von Atomenergie zu Kriegszwecken heute mehr denn je ein Verbrechen ist – gegen den Menschen und gegen unser gemeinsames Haus


Rom (kath.net) Um 17.45 Uhr Ortszeit (9.45 Uhr römische Zeit) kam Papst Franziskus am Flughafen von Hiroshima an. Bei seiner Ankunft wurde der Papst vom Bischof der Stadt Alexis Mitsuru Shirahama und von einigen zivilen und kirchlichen Autoritäten empfangen. Nach der Blumengabe von zwei Kindern fuhr Franziskus mit dem Auto zum Friedensdenkmal von Hiroshima, wo die Atombombe am 6. August 1945 explodiert war.

Um 18:40 Uhr Ortszeit (10:40 Uhr römische Zeit) fand dann das Treffen für den Frieden im Hiroshima-Friedensdenkmal statt, an dem etwa tausend Gläubige, 20 religiöse Führer und 20 Opfer teilnahmen. Papst Franziskus wurde vom Präfekten, dem Bürgermeister, dem Präsidenten der Präfektur und dem Präsidenten des Stadtrates von Hiroshima in der Nähe des Friedensdenkmals empfangen. Nach der Unterzeichnung des Ehrenbuchs beganb sich der Papst auf den Platz und begrüßte 20 religiöse Führer und anschließend die anwesenden Opfer. Zwei der Opfer brachten dem Papst ein Blumengeschenk dar, das er vor der Gedenkstätte legte. Der Botschafter des Friedens schenkte ihm dann eine Kerze. Nach dem Läuten der Glocke und einem Moment des stillen Gebets gaben zwei Opfer ihr Zeugnis ab.


kath.net veröffentlicht die Ansprache von Papst Franziskus beim Friedenstreffen am Friedensdenkmal in Hiroshima:

»Wegen meiner Brüder und meiner Freunde will ich sagen: In dir sei Friede« (Ps 122,8).

Gott des Erbarmens und Herr der Geschichte, zu dir erheben wir unsere Augen von diesem Ort aus, der eine Wegkreuzung von Tod und Leben, von Niederlage und Wiederaufleben, von Leid und Erbarmen ist.

Hier sind von vielen Männern und Frauen, von ihren Träumen und Hoffnungen, inmitten von Blitz und Feuer nichts als Schatten und Stille zurückgeblieben. In einem Augenblick wurde alles von einem schwarzen Loch aus Zerstörung und Tod verschlungen. Aus diesem Abgrund des Schweigens hört man noch heute den lauten Schrei derer, die nicht mehr sind. Sie stammten aus unterschiedlichen Orten, sie hatten verschiedene Namen, einige von ihnen redeten fremde Sprachen. Sie wurden alle vom gleichen Schicksal vereint zu einer schrecklichen Stunde, die für immer nicht nur die Geschichte dieses Landes, sondern auch das Antlitzes der Menschheit kennzeichnen sollte.
Ich gedenke hier aller Opfer und verneige mich vor der Stärke und der Würde derer, die über viele Jahre hinweg als Überlebende jener ersten Augenblicke die heftigsten körperlichen Schmerzen und in ihrem Geist die Keime des Todes ertragen haben, die an ihrer Lebenskraft weiter gezehrt haben.


Ich habe es als meine Pflicht betrachtet, als Pilger des Friedens an diesen Ort zu kommen, um im Gebet zu verweilen und der unschuldigen Opfer solcher Gewalt zu gedenken. Dabei trage ich im Herzen auch die Bittrufe und Anliegen der Männer und Frauen unserer Zeit, insbesondere der jungen Menschen, die sich nach Frieden sehnen, für den Frieden arbeiten, sich für den Frieden aufopfern. Ich bin an diesen Ort gekommen, der reich ist an Erinnerung und Zukunft, und trage dabei den Schrei der Armen mit mir, die immer die wehrlosesten Opfer von Hass und Konflikten sind.
Ich möchte mich in Demut zur Stimme all derer machen, deren Stimme nicht gehört wird und die mit Beunruhigung und Angst die wachsenden Spannungen beobachten, die unsere Zeit durchziehen, die unannehmbaren Gegensätze und Ungerechtigkeiten, die das menschliche Zusammenleben bedrohen, die schwerwiegende Unfähigkeit zur Sorge um unser gemeinsames Haus, den andauernden, krampfhaften Rückgriff auf Waffen, als ob diese eine friedliche Zukunft gewährleisten könnten.

Aus tiefer Überzeugung möchte ich bekräftigen, dass der Einsatz von Atomenergie zu Kriegszwecken heute mehr denn je ein Verbrechen ist, nicht nur gegen den Menschen und seine Würde, sondern auch gegen jede Zukunftsmöglichkeit in unserem gemeinsamen Haus. Der Einsatz von Atomenergie zu Kriegszwecken ist unmoralisch, wie ebenso der Besitz von Atomwaffen unmoralisch ist, wie ich schon vor zwei Jahren gesagt habe. Wir werden darüber gerichtet werden. Die neuen Generationen werden unser Scheitern verurteilen, wenn wir zwar über Frieden geredet, ihn aber nicht mit unserem Handeln unter den Völkern der Erde umgesetzt haben. Wie können wir von Frieden sprechen, während wir an neuen, furchtbaren Kriegswaffen bauen? Wie können wir über Frieden sprechen, während wir bestimmte illegale Handlungen mit diskriminierenden und hasserfüllten Reden rechtfertigen?

Ich bin überzeugt, dass der Friede nur „Schall und Rauch“ ist, wenn er nicht auf der Wahrheit gründet und mit Gerechtigkeit erbaut wird, wenn er nicht durch die Liebe beseelt und vervollständigt und nicht in der Freiheit verwirklicht wird (vgl. hl. Johannes XXIII., Enzyklika Pacem in terris, 18).
Der Aufbau des Friedens in Wahrheit und Gerechtigkeit bedeutet anzuerkennen, »dass die Menschen sehr häufig und auch in hohem Maße voneinander verschieden sind an Wissen, Tugend, Geisteskraft und an Besitz äußerer Güter« (ebd., 49). Das kann aber niemals das Bestreben rechtfertigen, anderen die eigenen Sonderinteressen aufzuzwängen. Im Gegenteil, all dies kann Grund zu größerer Verantwortung und Respekt sein. Desgleichen sind die Nationen, die gerechterweise ein unterschiedliches Kulturniveau und verschiedene wirtschaftliche Entwicklungen aufweisen, gerufen, sich für den »gemeinsamen Fortschritt«, für das Wohl aller einzusetzen (vgl. ebd., 49-50).

Wenn wir tatsächlich eine gerechtere und sicherere Gesellschaft aufbauen wollen, müssen wir die Waffen aus unseren Händen legen: »Man kann nicht lieben mit Angriffswaffen in den Händen« (hl. Paul VI., Ansprache an die Vereinten Nationen, 4. Oktober 1965, 5). Wenn wir der Logik der Waffen nachgeben und uns von der Praxis des Dialogs entfernen, vergessen wir tragischerweise, dass die Waffen, noch bevor sie Opfer fordern und Zerstörung bewirken, böse Szenarien hervorrufen können; »sie erfordern maßlose Kosten; sie vereiteln Projekte der Solidarität und der nützlichen Arbeit; sie verstören das Seelenleben der Völker« (ebd., 5). Wie können wir Frieden anbieten, wenn wir beständig die Drohung eines Atomkrieges als legitimes Mittel zur Konfliktlösung einsetzen? Möge dieser Abgrund des Schmerzes an die Grenzen erinnern, die niemals überschritten werden dürfen. Der wahre Friede kann nur ein waffenloser Friede sein. Darüber hinaus besteht der Friede »nicht darin, dass kein Krieg ist; […], sondern [er ist eine] immer wieder neu zu erfüllende Aufgabe« (Zweites Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution Gaudium et spes, 78). Er ist die Frucht von Gerechtigkeit, von Entwicklung, Solidarität, vom Interesse für unser gemeinsames Haus und der Förderung des Gemeinwohls, indem man aus den Lehren der Geschichte lernt.

Erinnern, gemeinsam gehen, schützen. Dies sind drei moralische Imperative, die gerade hier in Hiroshima eine noch größere und universalere Bedeutung erlangen und einen Weg des Friedens eröffnen können. Deshalb dürfen wir nicht zulassen, dass die gegenwärtigen und künftigen Generationen die Erinnerung an das Geschehene verlieren; jene Erinnerung, die Garantie und Ansporn ist, um eine gerechtere und brüderlichere Welt zu erbauen; ein Gedächtnis, das sich verbreitet, um die Gewissen aller Männer und Frauen aufzurütteln, insbesondere der heutigen Verantwortungsträger der Nationen; eine lebendige Erinnerung, die helfen möge, von Generation zu Generation zu sagen: Nie wieder!

Gerade deswegen sind wir gerufen, gemeinsam mit einer verständnisvollen und verzeihenden Haltung weiter zu schreiten. Dann öffnen wir den Horizont für die Hoffnung und lassen einen Lichtstrahl durch die zahlreichen Wolken fallen, die den Himmel heute verdunkeln. Öffnen wir uns der Hoffnung, werden wir zu Werkzeugen der Versöhnung und des Friedens. Dies ist immer möglich, wenn wir uns als Brüder mit einer gemeinsamen Bestimmung schützen und anerkennen lernen. Unsere Welt ist nicht nur durch die Globalisierung vernetzt, sondern immer schon durch die allen gemeinsame Erde: Sie verlangt heute mehr als zu anderen Zeiten danach, die ausgrenzenden Interessen gewisser Gruppierungen oder Sektoren hintanzusetzen, um sich der Größe derer anzuschließen, die in geteilter Verantwortung für die Gewährleistung einer gemeinsamen Zukunft kämpfen.

In einer einzigen Bitte an Gott und an alle Männer und Frauen guten Willens und im Namen aller Opfer von Bombardierungen, Nuklearexperimenten und aller Konflikte erheben wir gemeinsam aus unseren Herzen den Ruf: Nie wieder Krieg, nie wieder das Dröhnen der Waffen, nie wieder so viel Leid! Möge der Friede in unsere Tage, in diese unsere Welt kommen. Herr, unser Gott, du hast es uns versprochen: »Es begegnen einander Huld und Treue; Gerechtigkeit und Friede küssen sich. Treue sprosst aus der Erde hervor; Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder« (Ps 84,11-12).

Komm, Herr, denn es will Abend werden, und wo die Zerstörung mächtig wurde, möge heute die Hoffnung übermächtig werden. Die Hoffnung, dass es möglich ist, eine andere Geschichte zu schreiben und zu verwirklichen. Komm, oh Herr, Friedensfürst, mache uns zu Werkzeugen und zum Widerschein deines Friedens!

»Wegen meiner Brüder und meiner Freunde will ich sagen: In dir sei Friede« (Ps 122,8).


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Lesermeinungen

 Konrad Georg 29. November 2019 
 

Nicht die Waffen,

die Menschen sind die Täter. Also muß man die Menschen ändern. Und weil das regelmäßig nicht funktioniert, muß für alle gebetet werden.
Wenn man Fatima ganz ernst nimmt, dann hätten die Katholiken der WK II verhindern können. Mit dem Rosenkranz.


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 Federico R. 26. November 2019 
 

„Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen.“

Wurde/wird dieses bekannte Jesus-Wort (Mt. 26,52) nicht immer wieder auch von pazifistischen Gruppierungen verschiedenster Couleur als sozusagen „schlagendes“ Argument ins Feld geführt, z.B. von der Friedensbewegung? Als Friedensbewegung definiert Wikipedia diverse soziale Bewegungen, die Kriege, Kriegsformen und Kriegsrüstung aktiv und organisatorisch verhindern und den Krieg als Mittel der Politik ausschließen wollen. Gut so! Aber das funktioniert nur, wenn ALLE mitmachen - ausnahmslos, verbindlich, kontrollierbar, sanktionierbar.

Das vielzitierte Bibelwort kann auch anders ausgelegt werden. Setzt es doch grundsätzlich voraus, dass nicht nur jener, der mit dem Schwert in der Hand einen anderen angreift, eine Waffe besitzt, sondern auch jener, der zum Ziel eines Angriffs wird. Ob richtig oder falsch gehandelt: Petrus wollte den Meister schützen. Aber er war der Angreifer. Ich seh‘ schon: ein schwieriger Bibeltext... Und ich hab‘ - sogar mit Überzeugung - bei der Bundeswehr gedient.


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 stephanus2 25. November 2019 
 

Ach ja, was bin ich froh...

dass es kath.net gibt ! Auch wenn ich selbst nicht so viel schreibe. Profundes Wissen tritt einem hier von anderen Postern entgegen; ebenso auch tiefes nachahmenswertes Glaubenszeugnis, gewürzt mit "freien Radikalen" :), sprich entgegengesetzten Einzelmeinungen, und gelegentlichem Humor ! Köstlich, die Verse von Wilhelm Busch, und weise !Hier und heute möchte ich mich bei a l l e n, die auf und bei kath.net unterwegs sind, bedanken !


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 Matthäus 25. November 2019 

@Chris2

So ist es! Das Gedicht von Wilhelm Busch ist treffend.


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 Chris2 25. November 2019 
 

Wilhelm Busch zum Thema Waffen:

"Ganz unverhofft auf einem Hügel
sind sich begegnet Fuchs und Igel.
Halt! rief der Fuchs, du Bösewicht!
Kennst du des Königs Ordre nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
Und weißt du nicht, daß jeder sündigt,
der immer noch gerüstet geht?
Im Namen seiner Majestät,
komm her und übergib dein Fell!

Der Igel sprach: Nur nicht so schnell!
Laß dir erst deine Zähne brechen,
dann wollen wir uns weitersprechen.
Und alsoglwich macht er sich rund,
schließt seinen dichten Stachelbund -
und trotzt getrost der ganzen Welt,
bewaffnet, doch als Friedensheld."

Ich darf im Übrigen daran erinnern, dass auch der Nationalsozialismus nicht durch "Friedensbewegungen" oder die Appeasement-Politik der späten 1930er Jahre niedergerungen würde, sondern durch blanke Waffengewalt.

Dass die Atombombenabwürfe auf primär zivile Ziele in Japan mindestens moralische Bankrotterklärungen waren, ist eine andere Frage und gilt auch für vergleichbare "konventionelle" Bombenkriege gegen Zivilisten


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 Matthäus 25. November 2019 

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Da erließ General Groppe sofort den Befehl, Ausschreitungen gegen Juden notfalls mit Waffengewalt zu verhindern. Tatsächlich fanden deshalb keine Ausschreitungen statt.“ http://blog.forum-deutscher-katholiken.de/?p=8852 Das gleiche Prinzip gilt auch für die atomare Abschreckung, „... Zwei Jahre später fiel die Mauer. Ronald Reagan hat mit Michail Gorbatschow, der durch die amerikanische Aufrüstung an den Rand des Ruins geraten war, das Ende des Kalten Krieges geschaffen.“ https://www.achgut.com/artikel/ausgerechnet_dieser_ronald_warum_nicht_barack_und_michail


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 Matthäus 25. November 2019 

@ wedlerg und andere geschätzte Kommentatoren

Es gibt mehr als genug Beispiele dafür, dass bereits die überzeugende Androhung von Gewalt gewissermaßen eine „exorzisierende“ Wirkung hat. Umgekehrt verhelfen Entwaffnung, Appeasement, Harmoniesucht und dergleichen bei den Guten automatisch zur Macht der und des Bösen (Es gibt kein Vakuum). Die Guten werden dadurch sogar zu Mit-Verursachern. Es geht um Verantwortung! Nicht nur wer beruflich damit zu tun hat - etwa bei waffentragenden Behörden - kann dies bestätigen. Wir leben nun einmal nicht mehr im Paradies und noch nicht im Himmel. Ohne eine jeweils angemessene(!) Form von Gewalt, bzw. deren Androhung, ist ein zivilisiertes Leben nicht möglich. Dies gilt für die abgeschlossene Haustür, für die Aufsicht im Kinderzimmer und in der Schule bis hin zu einer Maßnahme von General Groppe: „Am 12.12.1939 befahl die Nationalsozialistische Arbeiterpartei (NSDAP) „spontane Volkskundgebungen“ gegen die Juden im Bereich der Division. Da erließ General Groppe sofort den Befehl, Ausschreitungen gegen Juden


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 wedlerg 25. November 2019 
 

greift viel zu kurz

Diese Worte an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki sind sicher wohl gesetzt. aber schon die Folgegedanken greifen viel zu kurz.

es sind nicht die Waffen, die töten und es sind nicht atomwaffenfreie Zonen, die Frieden bringen. Ganz im Gegenteil. Israel wäre längst ohne seine nukleare Abwehr buchstäblich ausradiert worden.

Nach dem 2. Weltkrieg hätte der Kommunismus die Welt unterworfen, hätte es nicht ein Patt der Atommächte gegeben. Und der Islam würde weit expansiver agieren, würden ihm nicht große westliche Armeen entgegenstehen.

Die großen Bedrohungen des Friedens sind Sozialismus, Islam, Diktaturen und ethnische wie nationale Fehden. Es sind Menschen, die hinter diesen Ideologien stecken und diese totalitär in die Welt tragen.

Das ist das Problem. Und das behebt man nicht dadurch, dass man den Islam verharmlost, den Sozialismus über die Hintertür einführt und Pseudofreiheitskämpfer der Befreiungstheolgie unterstützt.

Friede wird es nur in der Wahrheit geben.


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 Pluto16 25. November 2019 
 

Weltfriede ist eine Utopie,

Nicht die Waffe tötet, sondern der Mensch der sie zum töten benutzt. Kriege werden nicht von Waffen gemacht und sie fallen auch nicht vom Himmel, sondern sie werden von einzelnen Menschen angezettelt die nach Macht über Andere streben und deren Gier nach noch mehr Macht unersättlich ist. Sie brauchen den Krieg wie die Luft zum atmen, denn ohne Krieg gibt es keine Beute, keinen Machtzuwachs und keine Angst. Ohne Angst kein Gehorsam und keine Unterwürfigkeit.


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 Winrod 25. November 2019 
 

Nochmal

zum Thema "Waffenloser Friede":
Menschen können auch ohne Waffen aufeinander losgehen.....
Amos Oz: "Hätte es damals nur Pazifisten gegeben, Hitler wäre der Meister des Universums geworden."
Ein Land wie Israel wäre ohne Waffen wäre schon längst ausgelöscht.
Und mir deucht, dass der Papst vor allem den Westen zur Verantwortung rufen möchte.


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 Bernhard Joseph 25. November 2019 
 

Lieber Zeitzeuge!

Die netten Phrasen der sogenannten Friedensbewegung klingen mir auch noch im Ohr.

Wie Sie sagen, war diese Bewegung auffällig einseitig in ihrer Kritik und der Utopismus eindeutig marxistisch/sozialistisch gefärbt.

Es erstaunt mich immer wieder, wie es Menschen, die linkem Denken verhaftet sind, schaffen, die Verbrechen des Marxismus/Sozialismus komplett auszublenden.

Dass Stalin und Mao Hitler in nichts nachstanden, was die Verbrechen anging, wird, wenn dann nur in einer leicht zu überlesenden Fußnote erwähnt. Wie man diesen mörderischen Ideologien noch anhängen kann, ja wie man sie auch noch mit dem christlichen Glauben für vereinbar hält, ist mir ein Rätsel. Offenbar bestimmen säkulare Denkkategorien viel tiefer das Bewusstsein als das allgemein angenommen wird. Es bedarf eben einem sich Erheben aus dem Irdischen ins Transzendente, was wiederum ein bewusstes Loslassen vom Irdischen notwendig einschließt; man könnte auch sagen, eine Befreiung aus der Macht des Weltlichen!


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 Bernhard Joseph 25. November 2019 
 

@Chris2

Erinnert sei auch an die Ermordeten an der sogenannten Zonengrenze (Mauer) der DDR.

Die Verknüpfung von Marxismus und christlichem Glauben, wie es Ernesto Cardinal versuchte, scheitert an dem unversöhnbaren Widerspruch von irdischer und jenseitiger Erlösung. Im ersteren Fall wird Gott überflüssig, da die revolutionäre Befreiung notwendig eine Abkehr von der Hoffnung auf eine jenseitige Erlösung verlangt. In der marxistischen Revolution richtet der Mensch, nicht Gott. Gott kommt genau genommen keine relevante Rolle zu. Im zweiten Fall erhebt sich der Mensch über das rein irdische Dasein und bleibt daher gegenüber dem revolutionären Duktus des Marxismus immun, weil eben die von diesem versprochene Erlösung keine wirkliche ist.

Die Vermengung von Marxismus und Katholizismus verhunzt somit beides, die politische Ideologie und den Glauben.

Die Befreiungs"theologie" ist somit ein totaler Betrug an der Hoffnung der Menschen auf Erlösung.


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 Chris2 25. November 2019 
 

@maryellen

Den "waffenlosen Frieden" wird es nicht einmal in einer totalitären Welteinheitsdiktatur geben, erst in "einem neuen Himmel und einer neuen Erde", wenn die Zeiten erfüllt sind. Und so lange nicht ausgeschlossen werden kann, dass nicht Terroristen oder Despoten "die Bombe" haben (und das kann niemand), wird es Atombomben oder vergleichbare Waffen geben müssen. Atomare Abrüstung ja, aber keine totale.


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 Chris2 25. November 2019 
 

@Bernhard Joseph

Wie praktisch immer volle Zustimmung. Präzisieren möchte ich noch, dass die beiden mörderischsten Ideologien der Geschichte der Nationalsozialismus und der Sozialismus waren, die jeweils zig Millionen Menschen auf dem Gewissen haben (zur Erinnerung: Die Nationalozialisten nannten sich gegenseitig "Parteigenossen" und stellten Vierjahrespläne auf, die Sozialisten nannten sich gegenseitig "Genossen" und stellten Fünfjahrespläne auf...).


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 Stefan Fleischer 25. November 2019 

Im Übrigen aber denke ich,

Für einen Frieden ohne Waffen bräuchte es weit mehr Gottvertrauen als heute noch vorhanden ist.


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 Zeitzeuge 24. November 2019 
 

Lieber Bernhard Joseph!

Das erinnert irgendwie an den Slogan
Ulli Thiels von der "Friedensbewegung"
aus dem Jahr 1978: "Friede schaffen ohne
Waffen"; diese "Friedensbewegung" war
zumindenst teilweise links unterwandert,
ich erinnere mich nicht, daß diese Bewegung damals gegen die UDSSR und den
Warschauer Pakt demonstriert hat.

Es ist schwer vorstellbar, daß der Papst
auch in Israel den Besitz von Atomwaffen
als unmoralisch deklarieren würde.

Meiner Meinung nach wäre auch ein Hinweis auf Joh.14,27 durchaus angebracht gewesen, ebenso auf den Diener Gottes
Dr. Paul Takashi Nagai, der uns u.a.
das seinerzeit bekannte Buch "Die Glocken von Nagasaki" (in Japan verfilmt!) hinterliess, siehe Link!

www.clairval.com/lettres/de/2011/09/29/1280911.htm


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 Bernhard Joseph 24. November 2019 
 

Seinen Appell müsste Franziskus mal seine lateinamerikanischen Freunde richten

Die von der Befreiungstheologie hofierten Despoten Maduro, Chavez und Ortega lassen auf das eigene Volk schiessen. Der Krieg gegen das eigene Volk gehört im Sozialismus zum Standardrepertoire. Wie lautete die Parole von Fidel Castro noch?: "Socialismo o muerte"!

Bislang konnte man nicht erkennen, dass Papst Franziskus der Gewaltverherrlichung des Sozialismus irgend kritisch seine Aufmerksamkeit geschenkt hätte.

Und die Befreiungstheologie als ideologische Stütze des lateinamerikanischen Sozialismus ist ebenfalls alles andere als pazifistisch.

Ernesto Cardinal bezeichnete sich als Sandinist, Marxist und Christ, was dann schon eine höchst seltsame Zusammenstellung ist. Mit Chavez, diesem Schlächter am eigenen Volk, pflegte der Vorzeige-Befreiungstheologe eine enge Freundschaft.

Es sind die modernen politischen Ideologien, wie Faschismus UND Marxismus, die den Krieg zum verabsolutierten Mittel der Politik machten und immer machen werden.

Da schweigt aber Franziskus.


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 maryellen 24. November 2019 
 

Friede auf Erden

Leider muss ich hier Winrord rechtgeben.
Den waffenlosen Frieden hat es auf Erden noch nie gegeben und den wird es auch auf Erden nicht geben.
Natürlich hat der Papst recht, den Frieden, der ja der Idealzustand für alle Völker sein müsste, anzumahnen.
Einseitige Abrüstung wird jedoch den Frieden nicht sichern!
Gewisse Regime werden wohl nicht auf unseren Papst hören.


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 Winrod 24. November 2019 
 

Leider

ist der waffenlose Friede eine Utopie. Es wäre der Himmel auf Erden, aber den gibt es nicht.


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 AntlitzChristi 24. November 2019 
 

Dank

an Papst Franziskus für seine aufrüttelnden Worte um Frieden und Abrüstung. Mögen sie auf offene Ohren und Herzen treffen.


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