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US-Bischöfe bekräftigen Priorität der Abtreibungsfrage

16. November 2019 in Weltkirche, 5 Lesermeinungen
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Lebhafte Debatte bei Bischofskonferenz über neuen "Wähler-Leitfaden" für die 2020 anstehenden Präsidentschaftswahlen.


Washington (kath.net/ KAP)
Die katholischen US-Bischöfe haben in ihrem traditionellen "Wähler-Leitfaden" für die 2020 anstehenden Präsidentschaftswahlen die Priorität der Abtreibungsfrage für die katholische Kirche in der Zusammenschau von Sozial- und Morallehre bekräftigt. Während der am Mittwoch zu Ende gegangene Vollversammlung der Bischofskonferenz in Baltimore kam es darüber allerdings zu einer lebhaften Debatte, wie US-Medien berichten.

Mit dem jeweils ein Jahr vor den Wahlen veröffentlichten Dokument "Forming Consciences for Faithful Citizenship" (etwa: Das Gewissen einer Staatsbürgerschaft im Glauben formen) gibt die Bischofskonferenz keine Empfehlung zur Wahl einer Partei ab. In dem seit längerem unveränderten Grundgerüst des Schreibens wird die Verantwortung katholischer Wähler für das Gemeinwohl beschrieben und - u.a. unter Hinweis auf Prinzipien der katholischen Soziallehre und die Morallehre der Kirche - versucht, die Gläubigen bei ihrer Gewissensbildung unterstützen. Hinweise auf Denken und Lehre von Papst Franziskus kommen in dem Leitfaden bis dato nicht ausdrücklich vor. Nach Kritik daran, beschlossen die US-Bischöfe im Vorjahr zwar keine Neufassung, kündigten aber an, dass der Leitfaden um einen Brief und ein Video ergänzt werden solle.

Der Bischof von San Diego, Robert McElroy, kritisierte nun während der Beratungen in Baltimore eine Formulierung in dem Beischreiben, in der die Bischöfe Abtreibung als "überragende Priorität" bezeichnen, "weil es ein direkter Anschlag auf das Leben selbst ist". McElroy wandte ein, diese Formulierung entspreche nicht der Schwerpunktsetzung von Papst Franziskus. Die Kirche vertrete nicht die Linie, dass Abtreibung "das überragende Thema in der Welt der katholischen Soziallehre ist".

Kardinal Blase Cupich, Erzbischof von Chicago, schlug vor, dem Brief einen vollständigen Absatz (Nr. 101) aus dem 2018 veröffentlichten Apostolischen Schreiben des Papstes "Gaudete et exsultate" hinzuzufügen, der das Lebensthema in einen größeren Kontext rückt. Darin fordert der Papst zur wirksamen Verteidigung des Lebens in allen seinen Phasen auf. "Die Verteidigung des ungeborenen unschuldigen Lebens zum Beispiel muss klar, fest und leidenschaftlich sein, weil hier die Würde des menschlichen Lebens, das immer heilig ist, auf dem Spiel steht", hält er fest, betont aber etwa auch die Heiligkeit des Lebens der Armen: "Aber gleichermaßen heilig ist das Leben der Armen, die schon geboren sind und sich herumschlagen mit dem Elend, mit der Verlassenheit, der Ausgrenzung, dem Menschenhandel, mit der versteckten Euthanasie der Kranken und Alten, denen keine Aufmerksamkeit geschenkt wird, mit den neuen Formen von Sklaverei und jeder Form des Wegwerfens", heißt es in der Passage aus dem Papstschreiben.

In der folgenden Debatte erklärte der neue Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Jose Gomez, als Leiter der Arbeitsgruppe für den Wählerleitfaden, das Papst-Zitat sei zu lang, um im Ganzen im Begleitbrief aufzuscheinen, es habe daher nur teilweise aufgenommen werden können.

Deutlicher kritisch in Richtung McElroy und auch des Vorschlags von Cupich äußerte sich der Erzbischof von Philadelphia, Charles Chaput. Er verteidigte vor der Konferenz die Formulierung "überragende Priorität" als nicht nur korrekt, sondern "notwendig". Er sei gewiss nicht dagegen, den Heiligen Vater zu zitieren, sagte einer der Wortführer der konservativen US-Bischöfe. "Aber ich mag das Argument Bischof McElroys nicht, weil es nicht wahr ist."

Anschließend lehnte die Vollversammlung mit deutlicher Mehrheit (143 zu 69 Stimmen) den Änderungsantrag von Kardinal Cupich mit dem vollen Papst-Zitat ab. In seltener Abweichung von der Etikette quittierte die Versammlung das Ergebnis mit lautem Beifall.

US-Medien analysierten die Auseinandersetzung vor dem Hintergrund der anhaltenden darüber, ob ein Teil der US-amerikanischen Bischöfe in Opposition zu Papst Franziskus steht. In einer ungewöhnlich deutlichen Rede hatte der Botschafter des Heiligen Stuhls in den Vereinigten Staaten, Nuntius Erzbischof Christophe Pierre, zum Auftakt der Herbstversammlung die US-Bischöfe zu größeren Anstrengungen zur Umsetzung von Prioritäten des Papstes aufgefordert. "Unsere Gemeinschaft mit dem Heiligen Vater kann in konkreten Aktionen ausgedrückt werden, die wir unternehmen können, um seine Lehrautorität besser unter den Menschen bekanntzumachen", erklärte der Nuntius. Ausdrücklich verwies Pierre auf die Sozial- und Umwelt-Enzyklika "Laudato si" von 2015.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 boxfrank 18. November 2019 

Abtreibung: Andere Herangehensweise dringend erforderlich!

Wie läuft es bisher?

Bisher versuchen christliche Organisationen eine Kindestötung dadurch zu verhindern, indem der Schwangeren eine Lebensalternative MIT Kind aufgezeigt wird. Das ist zwar löblich, aber oft nicht erfolgreich. Besonders dann nicht, wenn die Schwangere sich nur ein Leben OHNE Kind vorstellen kann.

Wo liegt der Fehler?

Der Fehler liegt darin, die Schwangere SELBST in den Mittelpunkt der Beratung zu stellen.

Was muss man tun?

Das unschuldige Kind in den Mittelpunkt der Beratung stellen!
Schon im Vorfeld müssen kinderlose, christliche Ehepaare gesucht werden, die sich sehnlichst ein Kind wünschen. Die macht man dann mit den abtreibungswilligen Schwangeren bekannt.

"Dein Kind muss nicht sterben! Gott hat ihm eine Zukunft bereitet."


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 Katholik 17. November 2019 

Und noch ein Zitat

Many also saw Bishop McElroy’s intervention as harmful to the conference and even disingenuous.

“He wants us to think that to disagree with him — or [Cardinal] Cupich — is to disagree with the Pope. It’s not true, but it works to undermine the conference leadership,” another bishop told CNA immediately following the vote. “It doesn’t serve communion among us or with the Pope. It’s about personalities and power.”

“I had no problem with either [Cardinal Cupich’s] longer version or [Archbishop Gomez’s] preferred formulation,” one bishop told CNA. “But Bishop McElroy suggesting that by calling abortion what it is in our society we are against the Pope is absurd.”

The bishop suggested to CNA that Bishop McElroy’s intervention “needlessly weaponized” the debate about the language of the letter.

Das hört man zwischen den den Zeilen auch hierzulande oft: "Wenn du nicht meiner Meinung bist, bist du ein Feind von Papst Franziskus."


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 Katholik 17. November 2019 

Zur Eränzung aus einem Originalbericht

Archbishop Charles Chaput of Philadelphia responded to Bishop McElroy, saying that calling abortion the “preeminent priority” was not just correct but necessary, pointing out that in the current American political context it was the most pressing concern. Archbishop Chaput went on firmly to reject Bishop McElroy’s implication that recognizing this reality was in any way a breach with the Pope, or a failure to present or value his own magisterium.

“I’m certainly not against quoting the Holy Father’s full statement [as Cardinal Cupich proposed],” Archbishop Chaput said. “I think it’s a beautiful statement, and I believe it.”

“But I am against anyone saying that our stating that [abortion] is preeminent is contrary to the teaching of the Pope, because that isn’t true. It sets up an artificial battle between the bishops’ conference of the United States and the Holy Father, which isn’t true.”

“I don’t like the argument Bishop McElroy used, because it isn’t true.”

www.ncregister.com/daily-news/analysis-us-bishops-at-odds-over-abortion-and-the-francis-test


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 Bernhard Joseph 16. November 2019 
 

Die US-Bischöfe werden zukünftig noch eine sehr wichtige Rolle spielen

Die Verkürzungen des Glaubens seitens der mittlerweile im Vatikan geförderten Befreiungs"theologie" finden bei der Mehrheit der konservativen US-Bischöfe wenig Anklang, da können sich die progressiven US-Bischöfe noch so ins Zeug legen.

Zudem meint "Bewahrung der Schöpfung" nicht dasselbe wie "Umweltschutz", was aber gerne von progressiven Katholiken in eins gesetzt wird. Gerade aber der Schutz des ungeborenen Lebens, das ja im tiefsten Sinne eine Schöpfung Gottes ist, muss dann "überragende Priorität" haben!

Interessant auch, dass der Erzbischof von Philadelphia, Charles Chaput, hier klar und deutlich auf die Wahrheitspflicht für Katholiken Bezug nimmt - Zitat: "Aber ich mag das Argument Bischof McElroys nicht, weil es nicht wahr ist".


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 wedlerg 16. November 2019 
 

mein hoher Respekt

Diese ständige Relativierung der Abtreibungsfrage durch liberale Kreise ist ein Ärgernis. Mein Respekt vor den US Bischöfen, die sich nicht von Cupich an der Nase herum führen lassen.


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