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Der Heilige Martin - Zerstörer heidnischer Kulte

11. November 2019 in Spirituelles, 3 Lesermeinungen
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Martinus hatte nämlich die Gewohnheit, überall dort, wo er Heidentempel zerstörte, sofort Kirchen oder Klöster zu bauen - Ein Beitrag aus der Vita sancti Martini


Tours (kath.net)
Ein andermal hatte er in einem Dorf einen uralten Tempel zerstört. Er war eben im Begriff, eine Föhre, die ganz nahe beim Heiligtum stand, umzuhauen. Da widersetzen sich die dortigen Oberpriester mit der ganzen Schar der Heiden. Während der Zerstörung des Tempels hatten sie sich auf Gottes Geheiß ruhig verhalten. Den Baum wollten sie jedoch nicht auch noch fällen lassen. Martinus redete ihnen eindringlich zu, der Baum berge nichts Heiliges in sich; sie sollten sich lieber dem Gott anschließen, dem er selbst diene; der Baum müsse gefällt werden, weil er dem bösen Geist geweiht sei.

Da sprach einer aus ihrem Kreise, der verwegener war als die andern:
"Wenn du etwas Vertrauen hast zu dem Gott, den du zu verehren vorgibst, so laß uns den Baum umhauen und du mußt ihn im Sturz aufhalten. Ist dein Gott, wie du sagst, mit dir, so wirst du unverletzt bleiben". Martinus sagte das zu; denn er kannte keine Furcht und vertraute fest auf Gott. Die ganze Heidenschar war jetzt mit dieser Bedingung einverstanden; gern wollten sie ihren Baum fallen sehen, wenn sie nur durch seinen Sturz auch den Feind ihrer Heiligtümer erschlagen sähen. Die Föhre stand nach einer Seite geneigt. Es war klar, nach welcher Seite sie beim Umhauen fallen mußte. Martinus ließ sich fesseln und nach dem Willen der Heiden gerade dorthin stellen, wohin nach jedermanns Überzeugung der Baum stürzen mußte. Alsbald begannen sie in unbändiger Freude damit, die Föhre umzuhauen. Eine neugierige Schar schaute von ferne zu. Schon fing die Föhre an zu wanken und drohte umzustürzen. Die Mönche standen schreckensbleich in einiger Entfernung und waren voll Entsetzen, da die Gefahr näher kam; sie hatten alle Hoffnung und alles Vertrauen aufgegeben und warteten nur mehr auf den Tod des Martinus. Der aber harrte voll Gottvertrauen furchtlos aus.


Schon krachte die Föhre, sie neigte sich, sie sank, sie fiel schon auf ihn, da erhob Martinus seine Hand gegen sie und setzte ihr das Zeichen des Heiles entgegen. Wie von einem Wirbelsturm erfaßt, wurde sie da zurückgeworfen und stürzte nach der entgegengesetzten Richtung. Beinahe hätte sie dabei die Heiden, die sich dort sicher glaubten, zu Boden geschlagen.

Durch lautes Schreien gaben die Heiden ihrem Staunen über das Wunder Ausdruck. Die Mönche aber weinten vor Freude. Alle priesen zusammen den Namen Christi.

Es zeigte sich klar, daß dieser Tag jener Gegend Heil gebracht habe. Denn kaum einer war unter dieser großen Heidenschar, der nicht um die Handauflegung gebeten, den Irrwahn des Heidentums aufgegeben und an den Herrn Jesus geglaubt hätte. Bevor Martinus gekommen war, hatten in diesen Gegenden nur wenige, fast niemand, das Christentum angenommen.

Durch die Wundermacht und das Beispiel des Heiligen erstarkte das Christentum so sehr, daß sich jetzt dort kein Gau findet, der nicht mit vielbesuchten Kirchen oder stark bevölkerten Klöstern ganz besät wäre. Martinus hatte nämlich die Gewohnheit, überall dort, wo er Heidentempel zerstörte, sofort Kirchen oder Klöster zu bauen.
(Aus der Vita sancti Martini, 13)


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