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Hohe Spenden der Ford Foundation an kirchliche Amazonas-Organisation

22. Oktober 2019 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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Fast zwei Millionen Dollar spendete die Stiftung an den Missionsrat CIMI, dessen Vorsitzender Bischof Erwin Kräutler war. Die Ford Foundation setzt sich für legale Abtreibungen und Anliegen der LGBT-Bewegung ein.


Vatikan (kath.net/jg)
Der Missionsrat für indigene Völker (Conselho Indigenista Missionário, CIMI), welcher mit der brasilianischen Bischofskonferenz verbunden ist, hat fast 2 Millionen US-Dollar von der amerikanischen Ford Foundation erhalten, die sich für legale Abtreibungen und Anliegen der LGBT-Bewegung einsetzt.

Dies hat der brasilianische Journalist Bernardo Küster herausgefunden. Laut seinen Recherchen haben zwei weitere Organisationen, die zwar nicht mit der brasilianischen Bischofskonferenz verbunden sind, aber eng mit ihr und dem kirchlichen Amazonasnetzwerk REPAM (Red Eclesial Panamazónica) zusammenarbeiten, ebenfalls Spenden in Millionenhöhe von der Ford Foundation erhalten. Der Missionsrat CIMI gehört ebenfalls dem Netzwerk REPAM an.

Roque Paloschi, der Erzbischof von Porto Velho (Brasilien) und Vorsitzender von CIMI hat den Erhalt der Spenden von der Ford Foundation nicht abgestritten, als er von Edward Pentin vom National Catholic Register bei einer Pressekonferenz im Vatikan am 17. Oktober darauf angesprochen worden ist. (Siehe Link am Ende des Artikels)

Die Ford Foundation ist eine private Stiftung, die 1936 von dem Automobilindustriellen Henry Ford und seinem Sohn Edsel gegründet worden ist. Mit einem Vermögen von 12,5 Milliarden US-Dollar (2014) gilt sie als eine der reichsten karitativen Organisationen der Welt.

Die Stiftung sehe ihre Aufgabe darin, „Ungerechtigkeit in allen ihren Formen“ zu bekämpfen und „einkommensschwache, ländliche und indigene Gemeinschaften im globalen Süden“ zu unterstützen, sagte Nicole Okai, eine Sprecherin der Ford Foundation gegenüber dem National Catholic Register. Wo lokale Gemeinschaften geschützt würden und die Entwaldung geringer sei, gebe es weniger Konflikte und Frauen seien sicherer, betonte sie. Die Stiftung setze sich auch gegen Korruption und bessere Standards im Umgang mit natürlichen Ressourcen ein, weil sie darin Wege zu Verringerung von Ungleichheit sehe. Bezüglich der Spenden an die genannten Organisationen verwies sie auf die Veröffentlichungen der Ford Foundation.


Die im Internet zugängliche Datenbank der Ford Foundation zeigt, dass CIMI seit 2010 739.269 Dollar von der Stiftung erhalten hat. Wofür das Geld verwendet worden ist, geht aus der Veröffentlichung nicht hervor. „Außerhalb der gegenwärtigen Programmstruktur“ („Beyond Current Program Structure“) ist in der entsprechenden Rubrik zu lesen.

Der „Indigene Rat von Roraima“, ein lokaler Ableger von CIMI im Norden Brasiliens, hat von 2006 bis 2018 insgesamt 1,164.904 Dollar von der Ford Foundation erhalten. Roraima ist eine der flächenmäßig größten Provinzen Brasiliens. Auch hier ist nicht klar, für welchen Zweck die Spenden gegeben wurden. Für 2016 und 2018 finden sich „Natürliche Ressourcen und Klimawandel“ als Widmungen.

CIMI wurde 1972 gegründet. Der aus Österreich stammende Erwin Kräutler, Bischof von Xingu, war in den Jahren 1983 bis 1991 sowie 2006 bis 2015 Vorsitzender des Missionsrates. Kräutler setzt sich für die Ordination von Frauen und verheirateten Männern ein, um den Priestermangel in der Amazonasregion zu beheben. Er ist auch Vizepräsident des Amazonasnetzwerkes REPAM sowie Präsident von REPAM Brasilien und gilt als eine der Schlüsselpersonen der derzeit laufenden Amazonien-Synode.

Bei der Pressekonferenz am 14. Oktober fragte Edward Pentin den derzeitigen Vorsitzenden von CIMI, Erzbischof Paloschi, warum der Missionsrat Zuwendungen von einer Organisation wie der Ford Foundation entgegen nimmt.

Paloschi ging nicht direkt auf die Zuwendung der Ford Foundation ein. „Wir kennen die Zahlen bereits, die im Internet aufscheinen, sie sind veröffentlicht.“ Die Finanzberichte von CIMI würden intern überprüft und auch vom brasilianischen Staat kontrolliert.

Auf die Frage, ob CIMI auch REPAM unterstütze, sagte Paloschi, dass die beiden Organisationen zusammenarbeiten aber keine Ressourcen austauschen würden. „REPAMs Ressourcen gehören REPAM und CIMIs Ressourcen gehören CIMI“, sagte er wörtlich.

Auch sein persönliches Bankkonto sei von einem Ausschuss des Parlaments des Bundesstaates Mato Grosso do Sul geprüft worden. Das sei auch mit den Konten der regionalen Räte des CIMI geschehen. Es habe keine Vorwürfe gegeben, weder gegen CIMI noch gegen REPAM, betonte der Erzbischof.

Bernardo Küster sagte gegenüber dem National Catholic Register, er sei erstaunt, aber doch nicht wirklich überrascht über Paloschis Antwort. Er habe erwartet, dass Paloschi auf die Abtreibungsfrage und die Ford Foundation nicht eingehen werde. Deshalb habe er sich auf die Position zurück gezogen, dass alle Konten vom Staat gebilligt worden sein. „Aber das heißt nichts, denn das Problem ist, dass das von der Lehre der Kirche, von Gott, von der Jungfrau Maria, von unserer Frau von Fatima nicht gebilligt wird“, sagte Küster wörtlich.

Der Journalist befürchte, dass die Ford Foundation durch ihre finanziellen Zuwendungen auch inhaltlich Einfluss genommen haben könnte, zum Beispiel auf das umstrittene „Instrumentum laboris“ der Amazonien-Synode, schreibt Edward Pentin.

Im Gespräch mit dem National Catholic Register kritisiert Küster die mangelnde Transparenz von CIMI und REPAM. Beide Organisationen würden ihre Geschäftsberichte nicht veröffentlichen. Es bleibe daher unklar, was mit dem Geld geschehe, das sie erhalten, wer oder was damit unterstützt werde, sagt der Journalist.

Neben der Ford Foundation gebe es noch andere säkulare Organisationen, welche CIMI und REPAM unterstützen. Küster führt die Rainforest Foundation und die norwegische Regierung als Beispiele an.

Die beiden anderen eingangs erwähnten Organisationen, welche von der Ford Foundation unterstützt wurden, sind die COICA und deren Mitgliedsorganisation COIAB.

Die COICA (Coordinadora de las Organizaciones Indigenas de la Cueno Amazonica) ist eine Organisation, welche die Tätigkeit nationaler indigener Organisationen koordiniert. Sie hat von 2007 bis 2018 insgesamt 4,097.535 Dollar von der Ford Foundation erhalten. Die Organisation arbeitet mit REPAM zusammen. Ihr Generalkoordinator José Gregorio Díaz Mirabal ist einer der Teilnehmer der Amazonien-Synode. Eine Anfrage des National Catholic Register warum die COICA Mittel der Ford Foundation erhält und wie diese verwendet werden, blieb unbeantwortet.

Die COIAB (Coordenação das Organizações Indígenas da Amazônia Brasileira) koordiniert die Tätigkeit mehrerer Organisationen indigener Völker des brasilianischen Amazonasbeckens. Die Ford Foundation spendete ihr 1,623.443 Dollar in den Jahren 2010 bis 2018. Auch die COIAB arbeitet mit REPAM und den brasilianischen Bischöfen zusammen.


Link zum Artikel von Edward Pentin auf der Seite des National Catholic Register (englisch) mit den Dokumenten der Ford Foundation:

Pro-Abortion Ford Foundation Major Funder of Key Synod Organizations


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Lesermeinungen

 Chris2 22. Oktober 2019 
 

739 Millionen? Was kostet ein Bischof?

Und was ein Kardinal? Oder ein Politiker? Das sind immense Summen für eine arme, dünn besiedelte und einfach lebende Region. Was würde damit konkret gemacht? Lebensmittel für 7 Millionen Yanomami gekauft? 700 000 Gemeindehäuser aus Brettern zusammengezimmert? Oder doch die Kirche auf Linie gebracht oder gar Politiker 'gesalbt'? Wer prüft das?


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 Tisserant 22. Oktober 2019 

Folge der Spur des Geldes und somit hat man die Auftraggeber!
Geld stinkt nicht, selbst wenn der Qualm der Hölle dran kleben mag, so mag Kräutler und seine Freunde denken.
Diese Amazonas Synode ist ein einziges Schreckensbild, des Glaubensabfall und der Verwirrungen.
Was wird nicht noch alles verbrochen werden!


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 richrose 22. Oktober 2019 
 

Ford-Foundation und Umweltschutz? Wie passt das zusammen?

Aber solange die Kohle! stimmt, stört selbst den eingefleischten, oder besser veganischten Amazonas-Freunden die Produktion giftiger CO2-Abgasschleudern nicht.


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 Herbstlicht 22. Oktober 2019 
 

Es lässt einen schaudern!

Vielfache Verquickung, Intransparenz; Geschäftsberichte, die nicht veröffentlicht werden;
Unklarheit darüber, wozu die Spenden dienen.

Ist die Ford Foundation bereit, eine Menge Geld zu spenden und dies ohne jegliche Erwartung an den Empfänger?
Besteht die Stiftung aus so frommen Leuten, dass sie aus purer Nächstenliebe und Gottesfurcht soviel Geld locker macht und dabei auf jeden Versuch der Einflussnahme verzichtet?


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