Login




oder neu registrieren?

Ein Hinweis: Die mobile Version von kath.net startet in einigen Tagen. Bitte noch um etwas Geduld!

Aktuelles Chronik Deutschland Österreich Schweiz Kommentar Interview Weltkirche
Prolife Familie Jugend Spirituelles Kultur Buchtipp Reise English

Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-10

meist-kommentiert

  1. Kommt Corona-Impfpflicht?
  2. kfd: Maiandacht mit der Pachamama
  3. Gegen Anordnung des Bistums: Kommunion in Metalldose zum Mitnehmen
  4. Selbstrechtfertigung seiner sündhaften Leidenschaften
  5. Weihwasser aus der Spritzpistole
  6. Kirche hat Hunderttausende Menschen alleingelassen
  7. Schweiz: Eine Frau als 'Bischofsvikar'?
  8. Pius XII., der Vatikan und der neue Kulturkampf gegen die Kirche
  9. Berlin: Muslime beten erstmals in evangelischer Kirche
  10. Mexiko: Priester nimmt während der Messe Anruf des Papstes entgegen

Vor 25 Jahren erschien das erste private Buch eines Papstes

18. Oktober 2019 in Buchtipp, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Die Schwelle der Hoffnung überschreiten" von Johannes Paul II. wurde in 50 Sprachen übersetzt und mehr als 20 Millionen Mal verkauft - Der Bestseller hatte eine ungewöhnliche Vorgeschichte - Von Johannes Schidelko


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Päpste erlassen Enzykliken, verfassen Dekrete und apostolische Schreiben, Predigten und Lehrschreiben. Dass sie darüber hinaus auch private Bücher schreiben und sogar Interviews gewähren, ist noch relativ neu. Franziskus hat inzwischen mehr als ein Dutzend großer Presseinterviews gegeben, Benedikt XVI. verfasste ein dreiteiliges Werk über Jesus von Nazareth und veröffentlichte mehrere Interview-Bücher. Den Anfang machte aber schon Johannes Paul II.: Vor 25 Jahren, am 20. Oktober 1994, erschien sein Buch "Die Schwelle der Hoffnung überschreiten". Das Werk wurde ein Bestseller, in über 50 Sprachen übersetzt und mit mehr als 20 Millionen Exemplaren verkauft.

Das 250-seitige Buch war eine Premiere - mit einer ungewöhnlichen Vorgeschichte. Geplant war es als Fernseh-Interview, das aber nie zustande kam. Johannes Paul II. hatte der italienischen RAI zum 15. Pontifikatsjubiläum 1993 ein Gespräch zugesagt. Als Interviewer stand der katholische Publizist Vittorio Messori bereit, der schon neun Jahre zuvor ein vielbeachtetes Interviewbuch mit Joseph Ratzinger "Zur Lage des Glaubens" publiziert hatte.

Die TV-Premiere scheiterte am dichten Programm des Papstes. Jedoch fand Johannes Paul II. offensichtlich Interesse an den 20 schriftlich vorgelegten Fragen - und beantwortete sie, schriftlich. Ein halbes Jahr später übergab der damalige Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls dem überraschten Messori einen dicken Briefumschlag mit dem Manuskript des Papstes - zur freien Verfügung.

Werk mit autobiografischen Zügen

So ungewöhnlich wie die Vorgeschichte waren auch Zuschnitt und Inhalt des Interview-Buches, das weniger einem Gespräch glich als einer Serie von Reflexionen und Abhandlungen zu gegebenen Stichworten. Es ist ein theologisches, ein philosophisches Werk, mit vielen autobiografischen Zügen. Messori verzichtete auf klassische Journalistenfragen, auf kirchliche oder politische Tagesaktualität, auf heiße Eisen von Zölibat bis Sexualmoral.

Vielmehr stellte er dem Papst Grundfragen des christlichen Glaubens. Johannes Paul II. sprach über Gebet und Gottesbeweise, über christliche Hoffnung, menschliche Würde und ewiges Leben. Er hob die Vernünftigkeit des Glaubens und seine erlösende Perspektive hervor, verband eigene Erfahrungen mit Ermahnungen und theologischen Spekulationen. Das Buch zeigte einen Papst, der die Sorge um den Menschen im Mittelpunkt seines Lehramtes stellt. Der auf die tiefsten Ängste der Menschen in der heutigen Zeit eingeht, auf die er mit seinem am Wahltag formulierten Motto antwortet: "Fürchtet euch nicht".

Da es kein lehramtliches Schreiben war, sollte das Buch nicht im Vatikan erscheinen. Der Mailänder Mondadori-Verlag erhielt den Zuschlag, nahm die Veröffentlichungen in die Hand, die deutsche Ausgabe erschien bei Hoffmann und Campe. Präsentiert wurde das Buch in einem Mailänder Krankenhaus, exakt ein Jahr nach dem geplanten TV-Termin - vom damaligen Kardinalpräfekten Joseph Ratzinger. Da im Vatikan gerade eine Weltbischofssynode (über das Ordensleben) das mediale Interesse anzog, hielt sich die Aufmerksamkeit in Grenzen.

Fehler in deutscher Übersetzung

Für einige Verwirrung und Verstimmung sorgte unterdessen die deutsche Fassung des Papst-Buches, die der Verlag einer per Zeitungs-Annonce gefundenen Übersetzerin übergeben hatte. Das Staatssekretariat konnte nach eigenen Angaben den Text nicht mehr, wie geplant, abschließend überprüfen. Er enthielt etliche Fehler und Ungenauigkeiten. So wurde der feststehende Begriff "Leib Christi" durchgehend mit "Körper Christi" wiedergegeben.

Es blieb freilich nicht das einzige private Buch des polnischen Papstes. In zwei Veröffentlichungen ("Geschenk und Mysterium", und "Auf, lasst uns gehen!") legte er Erinnerungen aus seiner Zeit als junger Priester sowie als junger Bischof vor. Im Jahr 2003 erschien eine Gedichtsammlung "Römisches Tryptichon". Und zu Jahresbeginn 2005, kurz vor seinem Tod, kamen unter dem Titel "Erinnerung und Identität. Gespräche an der Schwelle zwischen den Jahrtausenden" heraus. Grundlage waren Unterredungen mit zwei polnischen Philosophen im Jahr 1993, in denen es um "die Koexistenz von Gut und Böse", um "Freiheit und Verantwortung", um den Begriff "Vaterland" aber auch um "Europa", um Staat-Kirche-Beziehungen sowie und Chancen und Risiken der Demokratie ging.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Johannes Paul II.

  1. Ein Heiliger für unsere Zeiten
  2. Papst Franziskus: Johannes Paul II. war 'Geschenk Gottes'
  3. Oberrabbiner von Polen: Niemand hat mehr gegen Antisemitismus getan
  4. Begegnung mit einem Heiligen
  5. Grazie, Santo!
  6. Kuba: Ricardos Traum. In Havanna entsteht eine dem hl. Johannes Paul II. geweihte Kirche
  7. In Johannes Paul II. wurde die Macht und Güte Gottes uns allen sichtbar
  8. "Beim Tod Johannes Pauls II. ist alles anders"
  9. „Johannes Paul der Große und die Kunst des Sterbens“
  10. 15. Todestag des hl. Papstes Johannes Paul II.







Top-10

meist-gelesen

  1. Kirche hat Hunderttausende Menschen alleingelassen
  2. Pius XII., der Vatikan und der neue Kulturkampf gegen die Kirche
  3. Selbstrechtfertigung seiner sündhaften Leidenschaften
  4. kfd: Maiandacht mit der Pachamama
  5. Schweiz: Eine Frau als 'Bischofsvikar'?
  6. Vom Lehramt längst beantwortet
  7. Gegen Anordnung des Bistums: Kommunion in Metalldose zum Mitnehmen
  8. Weihwasser aus der Spritzpistole
  9. Es gibt Tragödien, die durch keine Ethik zu vermeiden sind
  10. Noch eine letzte Messe

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz | US