Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  2. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  3. Kard. Sarah: „Die Abneigung gegen Latein und Gregorianik wird mit der 68er-Generation verschwinden“
  4. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  5. Die Krise des Bischofsamtes
  6. Papst Leo: „Die Welt durchlebt eine besonders unruhige Phase“
  7. Die Hölle, eine verschwiegene Wahrheit
  8. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  9. Caroline Bosbach: „Linkspartei erklärt evangelikale Christen zum Feindbild“
  10. Polnischer Primas in Jasna Góra: „Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“
  11. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  12. Polnische Pfarre verlangt von Autofahrern Gebete als "Parkgebühr"
  13. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  14. R.I.P. Dolly Parton
  15. Erzdiözese Mexiko will angemessenes Begräbnis für abgetriebene und nach der Geburt gestorbene Babys

Athen vor Anerkennung der "Orthodoxen Kirche der Ukraine"

14. Oktober 2019 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Erzbischof Hieronymos, Oberhaupt der orthodoxen Kirche von Griechenland, unterbreitet bei Sonder-Bischofsversammlung entsprechenden Vorschlag


Athen-Wien (kath.net/KAP) Die orthodoxe Kirche von Griechenland hat bei einer Sonder-Bischofsversammlung am einen Schritt in Richtung Anerkennung der "Orthodoxen Kirche der Ukraine" gesetzt, wie der Informationsdienst der Stiftung "Pro Oriente" (Montag) mitteilte. Zum Auftakt der Versammlung am Samstag hatte Erzbischof Hieronymos (Liapis) von Athen demnach den Bischöfen den Vorschlag unterbreitet, "dass unsere Kirche die Autokephalie der orthodoxen Kirche der unabhängigen Republik Ukraine anerkennt".

Hieronymos erinnerte daran, dass der Ständige Heilige Synod die beiden zuständigen Kommissionen (für dogmatische und kirchenrechtliche Fragen sowie für interorthodoxe und zwischenchristliche Beziehungen) beauftragt hatte, ein entsprechendes Gutachten zu erstellen. Diese Gutachten sei am 13. August übergeben worden. Die Konklusion des Gutachtens besage, dass es vom kirchenrechtlichen Standpunkt aus "keine Hindernisse" für die "Anerkennung der Autokephalie der 'Orthodoxen Kirche der Ukraine' und die "völlige Harmonisierung und Koordination zwischen der Kirche von Griechenland und dem Ökumenischen Patriarchat" gebe.

Erzbischof Hieronymos legte weiter dar, dass die Kirche der Ukraine "immer" zum "kanonischen Territorium des Ökumenischen Patriarchats" gehört habe; das Patriarchat habe jetzt auf seine kanonische Jurisdiktion verzichtet, sodass die "Orthodoxe Kirche der Ukraine" in die "Gemeinschaft der autokephalen orthodoxen Kirchen" eintreten könne.


Der Erzbischof bezeichnete die Proklamation der Autokephalie der "Orthodoxen Kirche der Ukraine" als "überaus nützlich" für die ganze Orthodoxie, sie werde auch "wertvoll" für die "Stärkung der Beziehungen zwischen den beiden autokephalen Schwesterkirchen von Großrussland und der Ukraine" sein.

Die griechische Bischofsversammlung verabschiedete schließlich einen Beschluss, wonach "das kanonische Recht des Ökumenischen Patriarchen zur Verleihung der Autokephalie anerkannt wird, aber auch das Privileg des Primas der Kirche von Griechenland, die Frage einer Anerkennung der 'Orthodoxen Kirche der Ukraine' weiter zu behandeln". Sieben Metropoliten votierten allerdings ausdrücklich für die Verschiebung einer Entscheidung.

Nach unbestätigten Informationen soll die offizielle Anerkennung der Autokephalie der "Orthodoxen Kirche der Ukraine" durch die orthodoxe Kirche von Griechenland am kommenden Samstag, 19. Oktober, in Thessaloniki erfolgen. Diesen Informationen zufolge werden Erzbischof Hieronymos und der Kiewer Metropolit Epifanij (Dumenko) die Göttliche Liturgie konzelebrieren.

Einige Metropoliten rieten zur Vorsicht

In jüngster Zeit gab es in der Kirche von Griechenland allerdings auch Stimmen, die ausdrücklich vor einer Anerkennung der neuen "Orthodoxen Kirche der Ukraine" warnten. So veröffentlichte der Metropolit von Nea Smyrna, Symeon (Koutsas), einen Brief an seine Mitbrüder im Bischofsamt, in dem er vor "übereilten Entscheidungen" in Sachen Ukraine bei der Sonder-Bischofsversammlung warnte.

Ähnlich äußerte sich auch der Metropolit von Corfu, Nektarios (Dovas). Er könne nicht selbst an der Sonderversammlung teilnehmen, weil er eine Reliquie des Heiligen Spyridon nach Bukarest bringen müsse, schrieb der Metropolit. Er sei aber überzeugt, dass jetzt nicht die Zeit sei, um eine Entscheidung in dieser "dornenvollen Frage" zu treffen. Die geopolitischen Bedingungen im europäischen und Mittelmeerraum seien nicht ideal, jegliche Entscheidung werde zu Schwierigkeiten in Griechenland führen. Daher sollte die Entscheidung verschoben werden. Der Metropolit erinnerte daran, dass Kirchen, die auf den "Diptychen" (den Ehrenlisten der Orthodoxie) vor der Kirche von Griechenland kommen (wie Alexandrien, Jerusalem etc.), sich bisher noch nicht zur Ukraine-Frage geäußert hätten. Daher könne auch Athen noch zuwarten.

Metropolit Nektarios hatte sich seit jeher ablehnend über die "Orthodoxe Kirche der Ukraine" geäußert. Im Gespräch mit Metropolit Hilarion (Alfejew), dem Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, bezeichnete er die Abhaltung des sogenannten "Vereinigungskonzils" in Kiew am 15. Dezember des Vorjahrs und die Gründung der neuen Kirche als "Skandal für die ganze orthodoxe Welt". Die einzige anerkannte Kirche in der Ukraine sei die ukrainisch-orthodoxe Kirche unter Metropolit Onufrij (Berezowskij). Der Gründung einer neuen Gemeinschaft aus zwei schismatischen Gruppierungen ("Kiewer Patriarchat" und "Ukrainische autokephale orthodoxe Kirche") hätten umfassende Studien vorausgehen müssen, ob die "apostolische Sukzession" und die "Kanonizität" der Bischofs- und Priesterweihen in diesen Gruppierungen vorliegen.

Bereits im September hatte der Metropolit von Kythera, Seraphim (Stergiulis), festgestellt: "Eine hastige Entscheidung unter Druck von säkularen Führungspersönlichkeiten, den 'Herrschern dieser Welt', die geopolitische und geostrategische Projekte vorantreiben wollen, hat das ukrainische Volk zutiefst gespalten, sie hat die autokephalen orthodoxen Kirchen gespalten, sie hat den Ständigen Heiligen Synod der Kirche von Griechenland gespalten, sie hat den Heiligen Berg Athos gespalten und auch die griechische Bischofsversammlung".

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Ehrmann 15. Oktober 2019 

Bedeutet das die (eine) Spaltung der Orthodoxie?

Es wäre nicht die erste- sie mögen sich unter Rom wiederfinden - das ist wenigstens noch nicht von weltlichen Obrigkeiten (Staaten) abhängig.


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Orthodoxie

  1. Papst Leo XIV. und die Zukunft der liturgischen Einheit der Kirche
  2. Orthodoxe Christen feiern am kommenden Sonntag Ostern
  3. Papst Leo XIV. wirbt für engere Zusammenarbeit mit Ostkirchen
  4. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  5. Ökumenisches Patriarchat weist Vorwürfe Russlands zurück
  6. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  7. „Mit den beiden Lungenflügeln atmen“, singen und beten
  8. Der Augenblick Gottes: Die Begegnung von Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras
  9. Die Ost- und Westkirche – „Schwesterkirchen“ - Die Brüder Andreas und Petrus treffen sich
  10. Einladung aus orthodoxer Mönchsrepublik Athos für US-Präsident Trump






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  3. Mexiko: Gedenkfeier zum 100. Todestag der ersten Cristero-Märtyrer
  4. Babyboom auf einer US-Entbindungsstation: 17 Krankenschwestern erwarten zeitgleich Nachwuchs
  5. Polnische Pfarre verlangt von Autofahrern Gebete als "Parkgebühr"
  6. Wer ist Jesus Christus für mich? Der Glaube als tägliche Entscheidung
  7. Irland: 30 Prozent Rückgang bei katholischen Taufen in zehn Jahren
  8. Ein Wunder der Vorsehung
  9. Die Krise des Bischofsamtes
  10. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  11. US-Regierung leitet 2 Milliarden Dollar an christliche Hilfsorganisationen um
  12. Slowakei und Polen planen gemeinsamen Johannes-Paul-II.-Pilgerweg
  13. „Wenn ich mich nicht täusche, gibt es in der Geschichte keine vergleichbare Institution“
  14. Nur der Weg der Liebe ist der Weg des Lebens
  15. Nicaragua: Regime veröffentlicht Propaganda-Video von festgenommenem Bischof Mata

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz