14 Oktober 2019, 10:30
Die erste Woche der Amazonien-Synode
 
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Umweltzerstörung in der Amazonasregion und deren Auswirkungen oft Thema - Unterschiedliche Positionen zu "viri probati" - "Kathpress"-Korrespondentenbericht von Stefanie Stahlhofen

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Ein Plausch mit Papst Franziskus in der Kaffeepause ist selten. Selbst für die rund 300 Teilnehmer der derzeitigen Bischofssynode zu Amazonien, hin und wieder aber möglich. Dann geht es auch mal um Persönliches, im Hintergrund aber immer um "neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie", wie die Aufgabe des Treffens formuliert ist. Nach der Auftaktmesse am 6. Oktober ging es Tags drauf in der vatikanischen Synodenaula an die Arbeit - zunächst drei Tage im Plenum, dann zwei Tage Austausch in Kleingruppen, zuletzt wieder Plenum.

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Gearbeitet wird von Montag bis Samstag, jeweils von 9 bis 12.30 Ihr sowie von 16.30 bis 19.15 Uhr. Der Papst als Vorsitzender der Synode sitzt vorne und leitet jede Runde mit einem Gebet ein. Zu Wort kommen sowohl Bischöfe, als auch einige so genannte Auditoren (Hörer), Vertreter anderer Konfessionen sowie geladene Experten. Die Redezeit für alle: maximal vier Minuten, danach wird das Mikrofon abgedreht. Nach vier Beiträgen folgen vier Minuten Schweigen - um das Gehörte sacken zu lassen.

Geschwiegen werden soll auch außerhalb der Aula, zu Details über Redner und ihre Beiträge. Die Öffentlichkeit wird von den Kommunikationsbeauftragten der Synode in täglichen Presse-Briefings über Inhalte informiert, wechselnde Synodenteilnehmer ergänzen ihre persönlichen Erfahrungen - aus der Aula und ihrer Arbeit zu Hause.

Thema Umweltzerstörung bestimmend

In der ersten Synodenwoche deckten die Vortragenden ein breites Themenspektrum ab, wobei sich einige Schwerpunkte abzeichneten. Oft kamen Umweltzerstörung in der Amazonasregion und deren Auswirkungen zur Sprache. Bei diesem Thema waren sich die Teilnehmer im Plenum und den Sprachzirkeln dem Vernehmen nach geeint. Immer wieder wurde auch nach neuen Wegen in der Seelsorge gesucht - angesichts von Priestermangel und riesigen, oft unwegsamen Gebieten. Respekt vor den indigenen Einwohnern war ein weiteres durchgehendes Thema.

Zum Thema "viri probati" - eine mögliche Zulassung bewährter verheirateter Männer zum Priesteramt - gab es unterschiedliche Meinungen. Etliche, wie der frühere Amazonas-Bischof Erwin Kräutler befürworten eine solche Ausnahme-Lösung in der Region, ohne den Zölibat generell aufheben zu wollen. Andere sind skeptischer. Vor allem für konservative Kreise, auch außerhalb der Synode, ist allein dies ein rotes Tuch.

Eine Stärkung der Rolle von Frauen in der Kirche, die in der Amazonasregion oft Gemeinden leiten, wurde in der ersten Synodenwoche auch öfter angesprochen. Hin und wieder fiel das Stichwort Frauendiakonat. Zudem forderten einige ein Stimmrecht von Ordensfrauen bei der Abstimmung über das Schlussdokument. Dort sind bisher nur die 185 Synodenväter, Bischöfe, Ordenspriester sowie ein Ordensbruder, stimmberechtigt. Gegen Ende der ersten Woche dämpften Teilnehmer Erwartungen, dass sich ein Frauenstimmrecht noch beim laufenden Bischofstreffen einführen lasse.

Diskussionen in zwölf Kleingruppen

Nach dem Input der Vortragstage teilten sich die Synodenteilnehmer am Donnerstag in insgesamt zwölf Kleingruppen auf: fünf auf Spanisch, vier auf Portugiesisch, zwei auf Italienisch; zudem gibt es eine französisch-englisch-srachige Gruppe, moderiert von Luxemburgs Kardinal Jean-Claude Hollerich. Am Samstag nahm die Synode ihre Arbeit wieder im Plenum auf, das sich bis Dienstag mit den bisherigen Ergebnissen auseinandersetzt.

Danach geht es noch einmal in die Kleingruppen, deren Ergebnisse am 17. Oktober im Plenum präsentiert werden. Die große Herausforderung wird sein, alles für das Schlussdokument zu bündeln. Dieses soll am 21. Oktober vorgestellt und danach für Änderungsanträge diskutiert werden. Eine Schlussfassung wird am 25. Oktober in der Aula präsentiert, am Folgetag zur Abstimmung gestellt. Ob der Text veröffentlicht wird, entscheidet der Papst.

Franziskus hält sich bei der Synode übrigens mit Redebeiträgen zurück; neben der Eröffnungsrede, in der er sich auch explizit gegen eine Diskriminierung von Indigenen-Vertretern in der Kirche wandte, resümierte er lediglich am Mittwoch seine bisherigen Eindrücke. Das Kirchenoberhaupt will auch sonst keine Sonderbehandlung: In den Kaffeepausen bei der Synode stellt sich der Papst wie alle anderen hinten an, wie der deutsch-brasilianische Bischof Johannes Bahlmann berichtete.

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