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Christen in Österreichs Politik

27. September 2019 in Kommentar, 2 Lesermeinungen
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Ökumene geht oft seltsame Wege – wenn Christen unterschiedlicher Richtungen gemeinsam für ihre Werte politisch auftreten. Ein Bericht von Christof Zellenberg


Wien (kath.net/cz)
Eine Woche vor der Nationalratswahl in Österreich lud die „Plattform Christdemokratie“ in die Wiener Hofburg. Gemeinsam wollte man sich die christlichen Wahlprüfsteine ansehen, ein Fragebogen, der an alle politischen Parteien versandt worden war.

Interessant war jedoch vor allem die Zusammensetzung der Hauptreferenten. Neben der Gründerin und heutigen Nationalratsabgeordneten Gudrun Kugler, die besonders zu den verfolgten Christen weltweit referierte (einem Thema das gerade auch wieder in einer epochalen Rede von US-Präsident Trump vor der UNO aufgegriffen wurde), sprach auch der Präsident der Plattform, ein polnisch stämmiger Katholik und Nationalratskandidat, Jan Ledochowski.


Dann aber wurde es wirklich bunt, denn mit dem syrisch-orthodoxen Gabriel Jona, sprach ein mutiger Kandidat, der sich der aramäischen Volksgruppe zurechnet und damit der Ursprache Jesu. Er meinte, daß man bei der Integration genau hinsehen müsse, denn die christlichen Migranten bemühten sich weitgehend um Integration, was man von den Muslimen nicht flächendeckend behaupten könne. Der politische Islam wolle die ganze Welt islamisieren. „Der politische Islam hat in Europa keinen Platz!“

Mit Menas Saweha trat ein koptischer Christ auf, der 2011 bei der FPÖ zum Thema Christenverfolgung referierte. Damals habe sich nur die FPÖ für die verfolgten Christen interessiert, meint er. Heimisch wurde er dort nicht, denn alleine seine Hautfarbe rief bei einigen befremdete Blicke hervor. Auch Menas Saweha, der nun in den Reihen der ÖVP auftritt, warnt vor falscher Toleranz und politischer Korrektheit: „Wir sehen doch heute in den orientalischen Ländern, welchen Schaden der politische Islam angerichtet hat.“

Der niederösterreichische Winzer Martin Minkowitsch wirkt da schon fast normal, als einfacher Katholik, der für die ÖVP kandidiert. Er wolle christliche Positionen zur Sprache zu bringen. Schon eine kleine Gruppe kann viel bewegen, Tabus brechen und vermeintlich verbotene Fragen stellen. „Heute werde Abtreibung im Namen des Klimaschutzes propagiert; Kinder zu bekommen, gelte als Verstoß gegen die neue Scheinmoral.“

Jan Ledochowski ist überzeugt, dass die Christdemokratie für die großen Zukunftsfragen die richtigen Antworten habe – aber nur, wenn sich Christen ausreichend engagieren. „Christliche Werte sind nicht nur für Christen, sondern für alle gut!“, ist er überzeugt. Das christliche Erbe habe die Kultur Österreichs geprägt. Das mache auch heute die Attraktivität des Landes aus. Er konzentriere sich in der ÖVP auf jene Themen, für die sich niemand einsetze – außer den Christen. Und besonders freut es ihn, daß seine Plattform heute eben Christen unterschiedlichster Richtungen an einen Tisch und in den politischen Ring bringt, denn die gemeinsamen Werte sollten auch von allen Christen gemeinsam vertreten werden.

Link zur Plattform Christdemokratie


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