25 September 2019, 09:30
Kärntner Familienverband: Diskriminierung bei Kleinkindbetreuung
 
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Vor Nationalratswahl: Kritik an einseitiger Subventionierung der außerhäuslichen Betreuung zum Nachteil jener Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen oder dies bei finanzieller Gleichbehandlung gern tun würden

Klagenfurt (kath.net/KAP) Der Katholische Familienverband Kärnten ortet durch die einseitige Subventionierung der institutionellen Betreuung von Kleinkindern eine Diskriminierung derjenigen Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen oder dies bei finanzieller Gleichbehandlung gern tun würden. Voraus ging eine Umfrage der Verbands unter den Nationalratswahl-Spitzenkandidaten aus Kärnten, ob für sie die Betreuung von Kleinkindern innerhalb und außerhalb der Familie zwei gleichwertige Modelle darstellen. In einer Aussendung am Dienstag teilte der Familienverband nun mit, dass sich zwar alle Fraktionen für echte Wahlfreiheit aussprechen würden, die familieninterne im Vergleich zur institutionellen, außerhäuslichen Kinderbetreuung aber zu wenig Anerkennung und Unterstützung erfahre.

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Die für die öffentliche Hand anfallenden Kosten für die institutionelle Kinderbetreuung belaufen sich laut Informationen des Katholischen Familienverbandes auf rund 1.000 Euro pro Kind und Monat. Um eine Alternative zu testen, hatte der Verband im Vorjahr im Auftrag und Zusammenarbeit der Kärntner Landesregierung ein Konzept für ein Pilotprojekt entwickelt. Diesem Kärntner Kinderbetreuungsmodell zufolge sollten Familien in einigen Kärntner Gemeinden eine zusätzliche finanzielle Unterstützung in der Höhe von bis zu 400 Euro pro Kind und Monat erhalten, sofern sie ihre Kinder selbst betreuen. Das Projekt wurde jedoch kurz vor der Realisierung wieder abgesagt.

Die einseitige Subventionierung der institutionellen Betreuung bezeichnete Verbandsvorsitzender Andreas Henckel-Donnersmarck als "Diskriminierung" für die Familien mit eigener Betreuung zuhause: "Der Staat hat nicht die Aufgabe, die Eltern zu ersetzen oder ideologisch in die Erziehung einzugreifen. Erst recht nicht in der heikelsten Phase der ersten drei Jahre." Eigentliche Aufgabe der öffentlichen Hand wäre die Schaffung von Rahmenbedingungen, damit Eltern ihre Aufgaben wahrnehmen und frei entscheiden können. "Der Primat der Erziehung liegt bei den Eltern", betonte Henckel-Donnersmarck.

Die Antworten der Parteien

"Für uns ist es wichtig, dass Eltern in unserem Land Wahlfreiheit haben. Wir schätzen die wertvolle Arbeit, die innerhalb der Familie für die Betreuung von Kindern geleistet wird sehr. Damit Eltern ihrem Erziehungsrecht nachkommen können, müssen wir sie finanziell unterstützen", antwortete Elisabeth Köstinger von der ÖVP auf die Anfrage des Familienverbands. Auch die SPÖ stellte in ihrer Anfragebeantwortung die Wahlfreiheit in den Vordergrund. Zu den Aufgaben von Eltern gehöre aber nicht nur die Kinderbetreuung, sondern auch die Arbeit. "Gerade Alleinerziehende haben oft keine Wahl. Sie müssen ihre Familie ernähren. Beides, Familie und Beruf, leichter vereinbaren zu können, ist eines unserer Kernanliegen", betonte die SPÖ gegenüber dem Familienverband.

Die FPÖ betonte in ihrer Antwort, dass es keine Nachteile geben dürfe, wenn man sich für eine Betreuung von Kindern im Familienverband entscheidet. "Es müssen Anreize zur Familiengründung gesetzt und bessere Förder- und Unterstützungsmaßnahmen ergriffen werden." Den NEOS sei "wichtig, dass Eltern in den ersten Lebensjahren ausreichend Zeit mit ihren Kindern verbringen können. Dafür wollen wir Rahmenbedingungen schaffen, aber auch sicherstellen, dass Eltern wirtschaftlich und finanziell langfristig unabhängig sind." Für die Grünen steht die Betreuung innerhalb der Familie "so und so an erster Stelle", sie sei "unabdingbar"; allerdings bräuchten auch Kleinkinder Kontakt zu Gleichaltrigen, "deshalb muss sichergestellt sein, dass solche Kontakte ... möglich und erschwinglich sind".

Die ausführlichen Ergebnisse der Umfrage sind auf der Homepage www.familie.at/kaernten abrufbar.

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