22 September 2019, 09:25
Papst Franziskus: Ökumene kommt nicht ohne Kirchenrecht aus
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Ökumene'
Audienz im Vatikan für Teilnehmer einer Tagung der "Gesellschaft für das Recht der Ostkirchen" zu deren 50-jährigem Bestehen.

Vatikanstadt (kath.net/ KAP)
Ökumene kommt nach Worten von Papst Franziskus nicht ohne Kirchenrecht aus. Bei den theologischen Gesprächen gehe es auch um das jeweilige Kirchenverständnis, das sich stets in Institutionen und in Rechtsordnungen niederschlage; deshalb sei das kanonische Recht im Dialog der christlichen Konfessionen nicht nur hilfreich, sondern eine "wesentliche Dimension", sagte Franziskus vor Tagungsteilnehmern der Gesellschaft für Ostkirchenrecht am Donnerstag im Vatikan.

Werbung
Ordensfrauen 2


Beispielsweise könne die römisch-katholische Kirche "von der synodalen Erfahrung anderer Traditionen lernen", umgekehrt sei auch die Weise, wie die katholische Kirche Synodalität lebe, bedeutsam für deren Beziehung zu anderen Christen. Als aktuelles Thema des theologischen Dialogs zwischen katholischer und orthodoxer Kirche nannte Franziskus "ein gemeinsames Verständnis von Primat und Synodalität", also von einem Vorranganspruch des Bischofs von Rom und dem Prinzip einer Kirchenleitung durch die Gesamtheit aller Bischöfe.

Ihre Forschungstätigkeit sei von "grundlegender Hilfe für den ökumenischen Dialog", würdigte Franziskus die Arbeit der Experten für Ostkirchenrecht, die sowohl aus katholischen als auch orthodoxen Ostkirchen stammen.

Die Gesellschaft für das Recht der Ostkirchen wurde 1969, kurz nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, vom Jesuitenpater Ivan Zuzek gegründet, der auch federführend bei der Erstellung des Gesetzbuches der katholischen Ostkirchen war, wie das Portal "Vatican News" berichtet. Aus Anlass des 50. Jahrestages kamen die Experten in Rom zu ihrer Tagung zusammen, die, so Papst Franziskus in seiner Ansprache, ihm auch die Freude verschafft habe, seinen "lieben Bruder, den Patriarchen Bartholomaios", der als Vize-Präsident der Gesellschaft fungiert, zu "umarmen".

Der Papst hatte den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel am Dienstag im Vatikan empfangen, zuvor hatte das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie an der Eröffnung des Kongresses teilgenommen. Bartholomaios betonte dabei vor den Ostkirchenrecht-Experten, dass alle Kirchen - ob orthodox, römisch-katholisch oder reformatorisch - die grundsätzliche Verpflichtung hätten, den "anderen" zu respektieren und anzuerkennen. Damit Dialog zustande komme, sei es notwendig, "sich von jeder Form des feindlichen Antagonismus zwischen Christen unterschiedlicher Konfession zu befreien" und einen Dialog auf Augenhöhe auf der gemeinsamen Suche nach der Wahrheit zu führen.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

„Eine Beleidigung Gottes und seines Planes für die Kirche“ (57)

Nackte Frauenfigur bei Vatikanzeremonie „nicht die Jungfrau Maria“ (38)

Was auf dem Spiel steht. Es geht nicht um Amazonas – es geht ums Ganze (30)

Oster: „katholisch.de – auch diesmal wieder – leider allzu vertraut“ (28)

Dieter Nuhr: "Das Denken wird totalitär" (24)

Bildet kleine Glaubenszellen, die sich gegenseitig stützen! (20)

O’Rourke: Keine Steuervorteile für Kirchen, die ‚Homo-Ehe’ ablehnen (16)

Die Notwendigkeit der Selbstanklage vor Gott (15)

Abgesagte Abtreibung: Arzt wollte Ausfallshonorar eintreiben (13)

Razzia im Vatikan – Zusammenhang mit Immobilienprojekt in London (13)

Disco-Türsteher weist Christ wegen Kreuz ab (12)

Synodenteilnehmer kritisiert ‚linke Konservative’ in Lateinamerika (12)

Paris: Notre-Dame droht der Einsturz (12)

Schutz der Kinder hat einen ganz wichtigen Stellenwert (11)

Peter Handke: 'Ich gehe gerne in die heilige Messe' (11)