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Mit vollem Vertrauen auf das Kreuz schauen

18. September 2019 in Jugend, 14 Lesermeinungen
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Die Jugendkolumne von kath.net - Von Viktoria Samp


Linz (kath.net)
Das Kreuz steht für Leid. Man spricht davon, dass jemand ein Kreuz zu tragen hat. Am Samstag haben wir das Fest der Kreuzerhöhung gefeiert, aber ist am Kreuz wirklich etwas zu „feiern“? Ein Kreuz kann unerträglich werden, das Leid kann Überhand nehmen, man hat keine Kraft mehr, den Schmerz – ob physisch oder psychisch – zu ertragen, sein Kreuz zu tragen. Alles erscheint auf einmal so sinnlos und es ist kein Licht in Sicht…

Ich denke dabei auch an den Schmerz Mariens, den sie beim Anblick ihres Sohnes, der am Kreuz erhöht wurde, erleiden musste. Oft fühlen auch wir uns, als würde jemand in unsere Seele oder in unser Herz stechen und wir verzweifeln an dem großen Leid. Wir finden keinen Ausweg und möchten am liebsten alles vergessen. Doch der Schmerz bleibt und nichts passiert…


Was ist es für ein Trost zu wissen, dass auch die Gottesmutter diesen Schmerz kennt. Sie stand am Kreuz und sah ihren Sohn sterben – ihren Sohn, der ohne Schuld war, Menschen heilte, glücklich machte und von Gott erzählte. Er musste sterben, obwohl Er alles richtig gemacht hatte.

Warum ließ die Muttergottes zu, dass ihrem Sohn ein solcher Schmerz hinzugefügt werde? Warum stritt sie nicht mit den Richtern, beschütze nicht ihren Sohn, ließ ihn den Kreuzweg gehen und versuchte nicht, die Menge für Ihn zu gewinnen? Ist das nicht die Pflicht jeder Mutter?
Maria wusste wohl, dass Sein Tod die Menschen retten wird. Sie wusste, dass das Leid und das Kreuz die Menschen erlösen wird, dass das Heil nur durch das Kreuz kommen kann. Vielleicht hat sie das alles auch nicht bis zum Schluss verstanden, aber sie hatte etwas wunderbares in sich: Tiefen Glauben und tiefes Vertrauen in Gott. Von Anfang an ließ sich Maria auf den Willen Gottes ein: So wie sie am Anfang das Kind Jesu mit den Worten „Dein Wille geschehe“ aufnahm, so gab sie Christus mit derselben Einstellung auch wieder zurück.

Demütig verblieb sie bis zum Schluss eine Dienerin Gottes, die nicht den eigenen Schmerz beweinte und Gott Vorwürfe machte, sondern alles annahm, was auf sie zukam, mit vollkommenem Glauben und tiefem Vertrauen.

Vielleicht ist das ein guter Weg, mit am Leiden nicht zu verzweifeln: Mit Geduld jeglichen Schmerz, der uns zugefügt wird oder uns heimsucht, ertragen und ihn im Gebet voll Vertrauen und Glauben zu einem guten Zweck zu opfern – so wird er erträglicher und weniger schmerzhaft. Gott voll Demut – so wie Maria es getan hat – sagen: „Dein Wille geschehe“ ist ein befreiendes Gefühl. Denn Er hat alles in der Hand und keiner liebt uns mehr als eben Er.


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