Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  2. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  3. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  4. ‚Ein Doktor der Theologie hat keine Ahnung von der Auswirkung von Gruppeneffekten‘
  5. Der anderskatholische Papstkritiker
  6. Bätzing gegen Papst Leo
  7. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  8. Scott Hahn: Die frühe Kirche war nicht protestantisch
  9. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  10. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  11. Musikerlegende Bob Dylan bei Papst Leo XIV. im Vatikan
  12. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  13. Drei Stunden im Fegefeuer
  14. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  15. Warum ausgerechnet ein Augustiner-Pater Patron der armen Seelen ist

Verhütung, Homosexualität: neue Moral am Institut Johannes Paul II.

18. September 2019 in Weltkirche, 23 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Das neu gegründete ‚Institut Johannes Paul II. für Ehe- und Familienwissenschaften’ lässt Dozenten vortragen, die positiv zu Verhütungsmitteln und homosexuellen Beziehungen Stellung genommen haben.


Rom (kath.net/lifesitenews/jg)
Aus dem Vorlesungsverzeichnis des neu gegründeten „Päpstlichen Theologischen Instituts Johannes Paul II. für Ehe- und Familienwissenschaften“ geht hervor, dass im kommenden Semester zwei Dozenten unterrichten werden, welche die Verwendung von Verhütungsmitteln beziehungsweise homosexuelle Akte unter bestimmten Umständen moralisch gutheißen.

Der italienische Moraltheologe Maurizio Chiodi wird einen Kurs zum Thema „Theologische Ethik des Lebens“ im Rahmen des Lizentiatsprogramms und ein Seminar für Doktoratsstudenten mit dem Titel „Gewissen und Unterscheidung: Text und Kontext von Kapitel VIII. von Amoris laetitia.“

Chiodi hat unter Berufung auf das achte Kapitel des nachsynodalen Schreibens die Ansicht vertreten, es gebe Umstände, unter denen die Verwendung von Verhütungsmitteln sogar moralisch geboten sei. kath.net hat hier berichtet: Moraltheologe: Verhütungsmittel unter Umständen sogar geboten


In einem Interview mit der italienischen Zeitung Avvenire im Juli 2019 argumentierte Chiodi wieder unter Bezugnahme auf „Amoris laetitia“, dass homosexuelle Akte im Rahmen einer „stabilen Beziehung“ unter bestimmten Voraussetzungen moralisch gut sein könnten.

„Wie Papst Franziskus in Erinnerung gerufen hat, wenn auch in einem anderen Zusammenhang – den ‚geschiedenen Wiederverheirateten’ – ist es klar, dass, in historischer Perspektive, jede Person nicht nur dazu verpflichtet ist, was für sie möglich ist, sondern was für sie in einem spezifischen Moment ihres Lebens möglich ist“, sagte er wörtlich. Von diesem Gesichtspunkt aus sei es für ihn „unmöglich, vorgefertigte Antworten zu geben, als ob alle praktischen Antworten sofort von einer anthropologischen Theorie abgeleitet werden könnten, fuhr er fort.

Er wolle homosexuelle Beziehungen nicht mit heterosexuellen gleichsetzen, betonte Chiodi weiter. Trotzdem gelt, dass das moralische Gebot die „tatsächlichen Möglichkeiten“, also das „tatsächliche Gut“ betreffe, unter Rücksichtnahme auf die tatsächliche Geschichte des handelnden Subjekts. Aus diesem Grund wolle er nicht ausschließen, dass unter bestimmten Umständen eine homosexuelle Beziehung für die betroffene Person die beste Weise sei, wie sie eine gute Beziehung leben könne. Dies sei beispielsweise dann der Fall, wenn eine stabile Beziehung der einzige Weg ist, um sexuelle Promiskuität oder andere demütigende und erniedrigende erotische Verhältnisse zu vermeiden, sagte Chiodi.

Pier Davide Guenzi ist ein weiterer neuer Dozent am Institut „Johannes Paul II.“, der sich positiv zu homosexuellen Beziehungen geäußert hat. Er wird im kommenden Semester zwei Lehrveranstaltungen für Doktoratsstudenten abhalten: „Die Idee des ‚natürlichen Rechts’ in der Bibel“ und „Anthropologie und Ethik der Geburt“.

Im Februar 2019 hat Guenzi, der wie Chiodi von der katholischen Fakultät der Universität Mailand kommt, auf Grundlage von „Amoris laetitia“ die Ansicht vertreten, dass homosexuelle Beziehungen moralisch gut sein können. Ausgehend von den Erfahrungen „homosexueller Glaubender“ müssten wir zu der Einsicht kommen, dass „die Verbindung zwischen Mann und Frau nicht alle menschlichen Ausdrucksformen umfasst, auch nicht hinsichtlich der affektiven Seiten. Homosexuelle Beziehungen würden daher Potentiale und Grenzen menschlicher Beziehungen affektiver Art zum Ausdruck bringen, nicht nur im Hinblick auf die moralische Beurteilung von Verhaltensweisen, sondern auch als „positive Zeichen der gegenseitigen Bereicherung der beteiligten Personen“.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Vatikan

  1. Der Petersdom feiert das 400-jährige Weihejubiläum: „Die Pfarrkirche der Welt“
  2. Kardinal Fernández: Es laufen keine dezidierten päpstlichen Großaufträge am Glaubensdikasterium
  3. Australischer Bischof wird als oberster Kirchenrechtsexperte in den Vatikan berufen
  4. Vatikan fordert umfassenden Zugang zu Recht für Frauen
  5. Immobilienprozess im Vatikan muss teils neu aufgerollt werden
  6. Nach Randalen und Pinkelattacken: Petersdom installiert Schutz für Hauptaltar
  7. US-Botschafter am Heiligen Stuhl, Burch: „Die moralische Autorität der Kirche ist unübertroffen“
  8. Norwegischer Bischof Varden: Der hl. Bernhard von Clairvaux „war und ist faszinierend“
  9. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  10. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. „Die Kirche gewinnt an Kraft dank eines Anstiegs bei den Konversionen zum Katholizismus“
  3. Manuel Ostermann: „Ich möchte hier widersprechen, liebes WDR“
  4. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  5. Sozialbeauftragter des Papstes bringt Spenden in die Ukraine
  6. IMABE: Sterbehilfe-Entwicklung in Belgien wirft Fragen auf
  7. ‚Lieber ein ‚Fanatiker‘ als ein Verräter für Kataris und Dschihadisten‘
  8. Benedikt XVI.: „Wir fragen uns jedoch: Warum empfinden wir Angst vor dem Tod?“
  9. Eine unzählbare Schar von Zeugen - Heiligkeit kennt keine Grenzen
  10. Der unbekannte Bekannte: St. Martin
  11. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  12. Allerheiligen oder Heilige für alle?
  13. Schmunzelnder Papst scherzt mit Basketballern seiner früheren Uni
  14. „Die Heiligen sind keine kleine Gruppe Auserwählter, sondern eine unzählige Schar“
  15. Brücken bauen, Wurzeln schlagen, Gemeinschaft leben. Der Glaube als gemeinsamer Ursprung und Auftrag

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz