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Diözese Lancaster: „Praktizierender Katholik gesucht“

2. September 2019 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Stellenausschreibung für den Beauftragten für das katholische Schulwesen unterscheidet offenbar zwischen formalen Kirchenmitgliedern und „praktizierenden“ Katholiken


Lancaster (kath.net) Anders kann man die Stellenausschreibung kaum verstehen: Die britische Diözese Lancaster möchte auf der Stelle des Beauftragten für das Schulwesen des Bistums einen „praktizierenden Katholiken“, also offenbar nicht nur ein formales Kirchenmitglied ohne allzuviel christliche Überzeugung. Man suche nach einem „begeisterten und hochmotivierten praktizierenden Katholiken … um die katholische Bildung in der Diözese Lancaster zu entwickeln, zu leiten und zu inspirieren“. Die Vollzeitstelle ist für Männer und Frauen offen, auch wenn es in der englischen Sprache nicht üblich ist, dies eigens zu kennzeichnen.


Hintergrund dieser Formulierung könnte die Erfahrung sein, die auch im deutschsprachigen Raum häufig bei kirchlichen Angestellten zu machen ist: Nicht jeder, der sich formal der katholischen Kirche zugehörig fühlt, teilt automatisch auch ihre grundsätzlichen Einstellungen in Glaube, Ethik und konkreter eigener Lebensführung.

Stellenausschreibung der Diözese Lancaster




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Lesermeinungen

  3. September 2019 
 

Traurig aber realistisch.

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass ein Katholik automatisch seinen Glauben auch praktiziert. Aber es ist realistisch, sich einzugestehen, dass dem nicht so ist. Schon Joseph Ratzinger sprach bereits vor Jahrzehnten davon, dass sich viele Getaufte eigentlich im Stand von Katechumenen befinden. Bislang wurde diesem Faktum in yder Glaubensverkündigung kaum Rechnung getragen. Und auch das synodale Weg in Deutschland geht an den eigentlichen Problemen der Kirche seit vorbei.


3
 
 Ulmus 2. September 2019 
 

Floskel?

Der Gegensatz zum "practising Catholic" ist der "lapsed Catholic", also derjenige, der zwar irgendwann mal getauft worden ist, aber sich dann vom Glauben entfernt hat, ohne zu einem anderen Bekenntnis zu konvertieren. Da es keine Behörde gibt, der gegenüber man den Kirchenaustritt erklären kann, bleibt man formal katholisch. Ein U-Boot-Katholik, der gelegentlich betet und zu Weihnachten und eventuell Ostern in der Kirche auftaucht, ist daher dennoch "practising". Inwieweit sich das 'enthusiastisch und hoch motiviert' auf die Stelle oder den Glauben bezieht, finde ich nicht eindeutig. Von daher bin ich mir nicht so sicher, daß ein wesentlicher Unterschied zu deutschen Ausschreibungen a la "Die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche und die Identifikation mit ihrem Auftrag setzen wir voraus." Ich halte beides für Floskeln, die so gut oder schlecht sind, wie die Leute, die dann die Auswahl vornehmen. Ich kenne die Diözese Lancaster und ihren Bischof nicht, daher kein abschließendes Urteil.


1
 
 Chris2 2. September 2019 
 

"Wer mich vor den Menschen.bekennt

zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem Vater im Himmel." (Mt 10,32).
Haben wir wieder mehr Mut, unseren Glauben zu bekennen (mea culpa) und beginnen wir im Kleinen. Z.B auch in der Öffentlichkeit zumindest ein stilles Tischgebet mit dezentem Kreuzzeichen (demonstrative Aktionen stoßen eher ab) und versuchen, zumindest kein abschreckendes Beispiel zu sein.


5
 
 Stefan Fleischer 2. September 2019 

Praktizierender Katholik

muss wieder eine der Grundvoraussetzungen für jede Stellenbesetzung in unserer Kirche werden, von der Putzkraft bis zum Kardinal. "Les exemples vivants sont d'un autre pouvoir!" (Lebendige Beispiele haben eine ganz andere Macht!) sagt der Franzose, Was Negativbeispiele anrichten sollte eigentlich jedermann klar sein.
Das heisst aber auch, dass auch wir, jeder und jede von uns, uns überlegen sollten, wo wir als Beispiele in unserer Umgebung stehen.


10
 

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