Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  2. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  3. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  4. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  5. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  6. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  7. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  8. Gericht verhandelt über Diskriminierung einer Lebensschutzgruppe an der Uni Heidelberg
  9. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  10. Viel Lärm um nichts?
  11. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  12. Kardinal Koch betont den zutiefst christozentrischen Charakter des Pontifikats von Papst Leo XIV.
  13. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  14. Papst um Entspannung bemüht: Reden in Afrika sind keine Fern-Debatte mit Trump
  15. Kardinal Fernández: Es laufen keine dezidierten päpstlichen Großaufträge am Glaubensdikasterium

Dichter um 1200: „Wie man die Christenheit betrog“

25. August 2019 in Chronik, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Die Kirche kam in große Not“ – Dichter Walther von der Vogelweide (+um 1230) beschreibt die Situation der Kirche seiner Zeit beklemmend aktuell. Übersetzung des Gedichtes „Ich sach mit mînen ougen“ aus dem Mittelhochdeutschen von Winfried Abel


Heiligenkreuz-Würzburg (kath.net)
Ich sah mit meinen Augen,
was Menschen heute taugen,
was sie nur Böses reden
und redend sich befehden.
Von Rom hört' ich, wie man dort log
und auch die Christenheit betrog.
Daraus erwuchs ein großer Streit,
wie nie zuvor, zu keiner Zeit:
Da stritten zwei Parteien,
der Klerus und die Laien.
Die Kirche kam in große Not,
die Seelen vieler lagen tot.
Die Hirten stritten sehr,
die Laien wurden mehr.
Die Priester doch besannen sich
und wurden wieder innerlich.
Da störte man die Gottesdienste.
Ich hörte durch des Nebels Dünste,
wie sich ein Mönch beklagte
und im Gebet verzagte:
"O weh, der Papst ist selbst entzweit!
Herr, hilf Deiner Christenheit!"


Ich sach mit mînen ougen ...

Ich sach mit mînen ougen
mann unde wîbe tougen,
daz ich gehôrte und gesach
swaz iemen tet, swas iemen sprach.
ze Rôme hôrte ich liegen
und zwêne künege triegen.
dâ von huop sich der meiste strît
der ê was oder iemer sît,
dô sich begunden zweien
die pfaffen unde leien.
daz was ein nôt vor alle nôt:
lîp und sêle lac dâ tôt.
die pfaffen strîten sêre:
doch wart der leien mêre.
diu swert diu leiten si dernider,
und griffen zuo der stôle wider:
si bienen die si wolten,
und niht den si solten.
dô stôrte man diu goteshûs.
ich hôrte verre in einer klûs
vil michel ungebaere:
dâ weinte ein klôsenaere,
er klagete gote sîniu leit,
'owê der bâbest ist ze junc:
hilf, hêrre, dîner kristenheit!'

Pfr. Winfried Abel ist der Spiritual am Priesterseminar Leopoldinum im Heiligenkreuz. Er ist emeritierter Pfarrer des Bistums Fulda und engagiert sich im Forum Deutscher Katholiken.

Heiligenkreuz: Spiritual Winfried Abel - Was muss man tun, um das ewige Leben zu erlangen? Montagspredigt am 10.10.2017



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Einsiedlerin 29. August 2019 
 

@landpfarrer

Danke werter @landpfarrer für diese Korrekturen. Das bedeutet denn doch etwas anderes! Ich steh auf Übersetzungen! DANKE!


1
 
 girsberg74 26. August 2019 
 

Ein Glücksgriff dennoch

Übertragungen können nach Form und Inhalt schwierig sein; die Zielsetzung kommt noch hinzu, Zugeständnisse nicht ausgeschlossen.

Ungeachtet der Anmerkungen von @landpfarrer zur korrekten Übertragung, schließe ich mich dem Dank von @landpfarrer voll an.

Ich hatte / habe Freude an diesem Beitrag von Pfr. Wilfried Abel.


6
 
 landpfarrer 26. August 2019 
 

Vielen Dank für das Gedicht des grossen Minnesängers. es zeigt, dass es schon immer Krisen gegeben hat vor Allem wenn die Geistlichen weltliche Macht beanspruchten.
Die Übersetzung von Pfr.Abel ist aber an manchen Punkten verfälschend und er versucht sich hier in einer Aktualisierung auf eine Krise der Kirche wie er sie sieht. Beispiele: Der Eremit klagt im Original, dass der Papst zu jung sei, Abel macht daraus einen "in sich zerrissenen Papst". Bei Walther von der Vogelweide heisst es, dass der Klerus die Schwerter ablegte und die Stola wieder anlegte dann aber fährt das Original fort : "Sie bannten, die sie wollten und nicht die sie sollten" was man als eine Kritik am Missbrauch von Kirchenstrafen zu politischen Zwecken sehen kann. Abel aber schreibt: "Der Klerus wurde wieder innerlich".
Beim von Pfr. Abel vorgelegten Text handelt es sich um eine aktualisierende Bearbeitung des Textes des Minnesängers und nicht um eine Übersetzung.


10
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. Das kirchliche Amt zwischen Wahrheit und Selbstreferenz – Vom Selbstausdruck zum Christuszeugnis
  2. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  3. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  4. „Je besser die zentralen Ämter der Kirche geführt werden, desto größer der Nutzen für die Kirche“
  5. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  6. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  7. Erzbistum Brisbane/Australien: Messbesucherzahlen wachsen seit drei Jahren
  8. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  9. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  10. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  3. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  4. "Derselbe Polarstern"
  5. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  6. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  7. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  8. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  9. „Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott“
  10. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger
  11. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  12. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  13. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  14. Kardinal Fernández: Es laufen keine dezidierten päpstlichen Großaufträge am Glaubensdikasterium
  15. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz