24 August 2019, 11:30
New York Post: „Katholikenfresser verurteilten unschuldigen Kardinal“
 
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Kommentar in großer US-Zeitung geht davon aus, dass das Urteil gegen Pell ungerechtfertigt und nur durch erheblichen Katholikenhass zu erklären sei.

New York-Melbourne (kath.net/pl) 2 zu 1, so war die Einschätzung der drei Richter des Obersten Gerichtshofs des australischen Bundesstaates Melbourne gewesen, die diese Woche den Berufungsantrag von Kardinal George Pell zurückgewiesen hatten. Gegen Pell liegt der Vorwurf des sexuellen Kindesmissbrauchs vor. „Für Pell-Anhänger ist die Entscheidung kaum überraschend. Angesichts der Art und Weise, wie die Dinge verlaufen waren, wäre ein gerechtes Ergebnis ein Schock gewesen“, kommentiert Julia Yost in der „New York Post“ den Vorgang. Yost – eigentlich Chef vom Dienst von „First Things“ – erläutert, dass die Vorwürfe gegen Pell „absolut unplausibel“ seien, die Gegenargumente seien von der Verteidigung während des Prozesses „gut begründet“ worden. Die „New York Post“ zählt unter die Top Ten der größten US-amerikanischen Zeitungen.

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„Die Staatsanwaltschaft beschuldigte Pell, zwei Chorknaben überrascht zu haben, die unmittelbar nach der Messe an einem Sonntag im Jahr 1996 in der Sakristei der Kathedrale von Melbourne Kommunionwein tranken. Der Kardinal wurde angeklagt, die Jungen gezwungen zu haben, ihn oral zu befriedigen, während er noch im Gewand des Erzbischofs steckte“.

Yost wandte ein, dass der (ungewandelte) Kommunionwein der Kathedrale in einem Tresor aufbewahrt werde und Pell sich nicht aus den Abläufen nach der Messe einfach hätte entfernen können, ohne dass seine Abwesenheit aufgefallen wäre. Zeugen bestätigten, dass dies niemals geschehen sei. Auch die Chorknaben hätten nicht einfach verschwinden können, ohne dass ihre Abwesenheit aufgefallen wäre, wie Zeugen ebenfalls bestätigten. Außerdem sei in der Sakristei immer viel los gewesen. Nach weiteren Zeugenaussagen sei Pell zum Messefeiern niemals allein in der Kathedrale gewesen, sondern immer in Begleitung „von mindestens einem Assistenten. Die Sicherheitsvorkehrungen und die Anordnung der Kathedrale sowie die jeweiligen Standorte des Kardinals und des Chors hätten es unmöglich gemacht, den Missbrauch wie behauptet zu begehen. Es ist auch physisch nicht möglich, die Genitalien eines Erzbischofs freizulegen.“

Die Redakteurin erinnerte außerdem daran, dass einer der beiden Missbrauchsopfer vor seinem Tod im Jahr 2014 bestritten hatte, „jemals von irgendjemandem“ sexuell missbrauchst worden zu sein. All dies habe dazu geführt, dass 10 der 12 Geschworenen bei Pells erstem Prozess für den Freispruch gestimmt hatten. „Bei der Wiederaufnahme des Verfahrens ignorierten die Geschworenen [dann aber] das enorme Gewicht der entlastenden Beweise und stimmten im Dezember dafür, ihn in einem Klima mediengetriebener antikatholischer Hysterie zu verurteilen.“

Yost zitierte den abweichende Berufungsrichter, Mark Weinberg, mit seiner Einschätzung, dass das völlig unbestätigte Zeugnis des einzigen Anklägers „Unstimmigkeiten, Unzulänglichkeiten und ansonsten fehlenden Beweiswert“ enthalte.

Die Redakteurin erläuterte: „Einige katholische Priester und Hierarchen haben Jungen und Männer in Australien und anderswo misshandelt. Die Sünden einiger Teufel mit Römerkragen rechtfertigen jedoch nicht, einen unschuldigen Mann zum Sündenbock zu machen, ebensowenig entschuldigen sie die Kampagne von Fehlinformationen und Dämonisierung, die die liberalen Medien und juristischen Eliten Australiens gegen ihn gefahren haben.“

„Die Zeit ist reif für die katholische Kirche“, hatte „The Independent“ kurz vor Pells Verurteilung angekündigt. Die australische ABC-Reporterin Louise Milligan hatte den Fall Pell dazu benutzt, um sich für Gesetze einzusetzen, die die Priester zwingen würden, bei Kindesmissbrauch das Beichtgeheimnis zu brechen. Milligan ist Autor des Bestsellers „Der Kardinal: Aufstieg und Fall von George Pell“, „der die öffentliche Meinung vor seinen Gerichtsverfahren beflügelt hat. In dem Buch spricht Milligan offen darüber, wie sehr sie Pells konservativen Katholizismus hasst.“

Die schwarze Propaganda habe „sich vom Zeitungskiosk bis zu den Schranken des Gerichts ausgebreitet“, erläuterte Yost. „Bei der Verurteilung von Pell in diesem Jahr ging der Prozessrichter bizarrerweise auf Pells ‚Arroganz‘ ein, ein Lieblingsthema der australischen Medien. In dieser Besessenheit erkennt man den Groll von Eliten, die jahrelang Pells Aufstieg nicht aufhalten konnten, als er sich ihrer Ideologie widersetzte. Die liberalen Eliten Australiens sind bestrebt, die politische Kultur der Nation zu ‚korrigieren‘, sie schämen sich zutiefst für alles, was sie für rückläufig halten - zum Beispiel für den Katholizismus.“ Eifrig und genial würden sie Andersdenkende bestrafen. Die im Jahr 2013 begonnene „Royal Commission in Institutional Responses to Child Sexual Abuse“ habe offiziell kein konkretes Ziel verfolgt, doch in Wirklichkeit habe ihr Hauptzweck darin bestanden, die katholische Kirche in Australien und vor allem einen bestimmten Kirchenmann zu belasten. Im Rahmen von Verteidigungsbefragungen hätten Beamte zugegeben, eine „Get-Pell“-Aktion durchgeführt zu haben. „Da die Polizei von Anfang an keine Ankläger kannte, wurde in lokalen Zeitungen für Opfer geworben“, erinnerte Yost.

„Warum Pell?“, fragte die Redakteurin und antwortete: „Ausgestattet mit Verstand, Führungstalent und Persönlichkeitskraft war er zu einer Größe aufgestiegen, die alle falschen Meinungen vertreten hatte. Als lautstarker Konservativer in politischen und theologischen Fragen bezweifelte er den Klimawandel und sprach sich gegen eine Homo-Ehe aus. Seit 2003 Kardinal, stieg er zum Finanzvorstand des Vatikans auf und wurde Mitglied des inneren Kreises von Papst Franziskus. Mit der erfolgreichen Verfolgung von Pell haben die fortschrittlichen Medien und politischen Einrichtungen endlich ihren Mann zur Strecke gebracht.“

Link zum Originalkommentar: Catholic-haters have just convicted an innocent cardinal.

Befragung von Kardinal Pell in Rom - Okt. 2016


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