23 August 2019, 10:15
Eucharistischer Segen für ungeborene Kinder?
 
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Ja, auch mir fallen jede Menge Kritikpunkte ein, wenn ich die Videoaufnahmen sehe! Und dennoch: Die Aufnahmen berühren mich überraschend stark. Pro und Kontra. Von Petra Lorleberg

Stuttgart (kath.net/pl) Ja, auch mir fallen jede Menge Kritikpunkte ein, wenn ich die Videoaufnahmen sehe, wie ein Priester den gewölbten Schwangerschaftsbauch junger Mütter mit dem Allerheiligsten in der Monstranz direkt berührt und segnet. Ist das aus liturgischer Sicht verantwortbar oder wird die Gegenwart Jesu Christi im Allerheiligsten Sakrament hier zum „Glücksbringer“ oder „Schutzamulett“ herabgewürdigt? Auch mutet mich sehr befremdend an: Es waren gleichzeitig MEHRERE Priester jeweils mit einer Monstranz zum Segnen bereitgestanden - mindestens vier. Und nicht zuletzt möchte ich fragen: Ist das gegenüber den jeweiligen Frauen eigentlich distanzlos, übergriffig, gerade in Zeiten, wo unsere Sensibilität durch die erheblichen sexuellen Missbrauchs- und Vertuschungsvorfälle in unserer Kirche empfindlichst geschärft worden ist? Ja, diese Praxis des derart unmittelbaren Eucharistischen Segen löst bei mir eine Vielzahl von Fragezeichen aus … und dennoch berühren mich die beiden Videos überraschend stark und positiv. Die Videos (siehe unten) entstanden übrigens vor wenigen Tagen in der Pfarrei San Ramon im mittelamerikanischen Costa Rica. Spanischsprachigen Presseberichten habe ich entnommen, dass in der Kirche San Ramon etwa 250 Frauen mit ihren Familien die Gelegenheit zur Segnung ihrer noch ungeborenen Kinder wahrgenommen haben... wow!

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Neben meiner Kritik möchte ich aber auch das Positive auflisten:

Ich sehe, wie sich die Aufmerksamkeit unserer Kirche dem ungeborenen Kind zuwendet und ihm das Wertvollste anbietet, was wir bringen können: Den Segen seines Schöpfers, die Gegenwart unseres Erlösers Jesus Christus.

Ich sehe, wie unsere Kirche das noch im Mutterleib „verhüllte“ Kind bereits als Person anspricht und ernstnimmt.

Und ich sehe Mütter in der Haltung des tiefsten Gebets, darunter auch Mütter, denen man Erfahrung im Beten ansieht und anspürt. Teilweise waren die Frauen den Tränen nahe. Ich sehe Väter, die sich mit ihrer Frau und ihrer wachsenden Familie tiefbewegt vor dem Herrn versammeln und – regelrecht wie in biblischen Zeiten – um seine Berührung und seine kraftvolle Gegenwart bitten.

Fast meine ich, dem Herrn bei seinem Wirken „auf Seine Hände“ sehen zu können.

Man kann begründet darüber streiten, ob diese Form liturgisch sinnvoll ist – vorsichtig gesagt: Zumindest wir nüchternen Mitteleuropäer tun uns sicher schwer damit. Und ich warte gespannt auf die Pro- und Kontraargumente unserer Leser in der Kommentarfunkion.

Doch gleichzeitig lade ich dazu ein, die Filmaufnahmen als einen Anlass zu nehmen, den Segen direkt für ungeborene Kinder auch bei uns stärker zu betonen. Warum nicht zu einem Segnungsgottesdienst für Schwangere, ihre Familien (auch ihre Kinder und die Großeltern) in die Pfarrei einladen? Oder auch die Einzelfamilie könnte einen Priester zum Segen für das ungeborene Kind zu sich nach Hause bitten … vielleicht finden sich noch weitere „schwangere Familien“, die Interesse haben und dazukommen möchten? Bei einer zwanglosen Unterhaltung während einem nachfolgenden Imbiss mag auch die eine odere andere Glaubensfrage angesprochen werden können.

Übrigens segnet auch Papst Franziskus gelegentlich die ungeborenen Babys noch im Bauch ihrer Mutter, bereits vor einigen Jahren bat das frühere US-Topmodel Ali Landry um diesen Segen.

Bendición.

Bendición a las Embarazadas.

Gepostet von Parroquia de San Ramón am Donnerstag, 15. August 2019


Bendición.

Bendición.

Gepostet von Parroquia de San Ramón am Donnerstag, 15. August 2019


Unter Handauflegung auf den Bauch der Miss USA des Jahres 1996, Aly Landry, segnete Papst Franziskus ihr ungeborenes Kind


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