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Freies Denken

20. August 2019 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
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„In Diskussionen landet man ganz schnell in der linken oder der rechten Ecke. Wer eine liberale Haltung vertritt, hat es schwer.“ Gastkommentar von Giuseppe Gracia/Blick.CH


Chur (kath.net/BLICK.CH) Liberal sein? Gemäss Wikipedia ist das eine politische Haltung, bei der es um grösstmögliche Freiheit für den Einzelnen geht, und zwar gegenüber der staatlichen Regierungsgewalt. Es ist eine Haltung gegen Kollektivismus und Staatsgläubigkeit. Locker formuliert, im Rahmen der geltenden Gesetze: «Leben und leben lassen.»

Diese Haltung zu leben, war noch nie einfach, denn sie bedeutet fast tägliche Toleranz-Zumutungen. Heute ist es schwer, überhaupt noch als liberal wahrgenommen zu werden, ohne gleich in der linken oder rechten Ecke verortet zu werden. Leider gibt es auch in vielen Medien die Tendenz, alles in vorgefertigte Denkschubladen zu pressen. Politiker und Gruppen, die nicht links sind, sind eben rechts und umgekehrt.


Mal Träumer, mal reaktionär

Wer zum Beispiel gegenüber der Religionsfreiheit von Muslimen liberal ist, und zwar auch gegenüber jenen, die Kopftuch und Burka befürworten, gilt schnell als links, als Multikulti-Träumer. Wer in gleicher Weise liberal ist gegenüber der Glaubensfreiheit von konservativen Christen, die ebenfalls vom Mainstream abweichen, der gilt als rechts, wenn nicht gar als reaktionär. Wer liberal ist in Sachen Wirtschaft und Handel, gilt ebenfalls als rechts. Wer jedoch liberal ist in Sachen Migration und eine offene, plurale Gesellschaft befürwortet, gilt wiederum als links.

Es ist fast unmöglich, aus diesen Schubladen rauszukommen, gerade für Personen des öffentlichen Lebens. Das tägliche Parteiengezänk von links bis rechts, der Wahlkampf-Alarmismus mit selektiven Fakten zum Zweck gegenseitiger Beschuldigungen: Das alles macht die Luft nicht besser. Es ist nicht gesund für die Demokratie. Und schon gar nicht für ein frei atmendes, kritisches Denken.

Keine Angst vor Fettnäpfchen

Eine geistig wache Gesellschaft braucht aber das freie Denken, ohne Angst vor linken und rechten Fettnäpfchen. Sonst könnte wahr werden, was in den «Physikern» Friedrich Dürrenmatt seinen Helden Möbius sagen lässt: «Nur im Irrenhaus sind wir noch frei. Nur im Irrenhaus dürfen wir noch denken. In der Freiheit sind unsere Gedanken Sprengstoff.»

Giuseppe Gracia (52) ist Schriftsteller und Medienbeauftragter des Bistums Chur. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. In seiner BLICK-Kolumne, die jeden zweiten Montag erscheint, äussert er persönliche Ansichten.


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Lesermeinungen

 Chris2 21. August 2019 
 

Merkel und die "grüne" "Pizza Connection"

Man muss nur ihre Politik ansehen (sie hat praktisch alle Kernforderungen der "Grünen" umgesetzt) oder ihr unmittelbares Umfeld (fast alle ihrer engsten Berater gehörten in den 90ern zur "Pizza Connection", einem schwarz-grünen Gesprächskreis in den 1990ern. Die CDU wurde ganz klar Opfer einer "feindlichen Übernahme" - und kaum ein Parteimitglied oder gar Wähler hat es überhaupt gemerkt. Schon Kohl hatte die Partei zu einem inhaltsentleerten Kanzlerandermachthaltungsverein gemacht, Merkel, die Erfinderin der Chemnitzer "Videos" (es gab nur den einen, vor allem ohne Kontext kaum aussagekräftigen Clip von Linksxtremisten, auf dem jemand jemandem einige Meter nach rennt - warum? Man weiß es nicht) hat das Werk in jeder Hinsicht vollendet. Nur Deutschland hat sie noch nicht ganz geschafft. Kommt aber noch, keine Sorge.


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 Fink 20. August 2019 
 

Der allgegenwärtige gesinnungsethische Moralismus der Grün-Linken

verhindert eine offene Debatte. Wichtig ist, dieses Spiel zu durchschauen und -soweit möglich- Gegenstrategien aufzubauen. Z.B. beim Thema Flüchtlinge/ Migranten einfach die Frage stellen "haben sie einen Flüchtling bei sich zu Hause aufgenommen und versorgen ihn auf eigene Kosten? Nein? Warum nicht?".
Übrigens: Der Autor Giuseppe Gracia hat wichtige Argumente bzgl. Politischer Korrektheit zusammengefasst in seinem Büchlein "Das therapeutische Kalifat. Meinungsdiktatur im Namen des Fortschritts".


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 wedlerg 20. August 2019 
 

Viel deutlicher

Ich würde es viel deutlicher sagen: wir leben bereits in einer totalitären Zeit. Mitnichten spielen Wirklichkeit oder gar Wahrheit noch eine Rolle.

Es ist die Stunde der Märchenerzähler bzw. der Narrative. Und natürlich ist die Deutungshoheit primitivst links.

Ich glaube nicht, dass es nur schwirig ist "liberal" zu leben (in dem Sinne wie es der Autor versteht). Es ist viel schwieriger normal zu bleiben und Charakter zu zeigen.

Längst muss man mit Repressalien, Druck und einem unbequemen Leben rechnen, wenn man schlicht Dinge sagt, die sich klar belegen lassen (z.B., dass die CO2-Klimahypothese an zig Experimenten gescheitert ist; z.B. dass eine Mehrzahl der Migranten aus Afrika nicht Schutzsuchend im Sinne des Asylrechts ist; z.B. dass homosexuelle Männer im Großraum Amsterdam zwischen 8 und 12 Sexualpartner pro Jahr haben - selbst wenn sie verpartnert leben) All diese Dinge, die empirisch belegt sind, DÜRFEN nicht mehr "wahr" sein.

Basam Tibi sagt das im Link sehr gut.

www.tichyseinblick.de/feuilleton/buecher/narrativ-statt-diskurs-der-zerfall-der-politischen-kultur/


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