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„Wir sehen keinen überzeugenden Grund für diese Entlassungen“

19. August 2019 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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„Wenn Ihr Institut Johannes Paul II. sein hohes akademisches Profil und seinen internationalen Ruf behalten möchte, bitten wir Sie, diese Entlassungen zurückzunehmen und die Wissenschaftler wieder in den Lehrkörper Ihres Instituts einzugliedern“


Rom (kath.net) Mit einem offenen Brief protestieren hochrangige internationale Fachleute gegen die unerwarteten Entlassungen am vatikanischen Institut Johannes Paul II. Sämtliche Unterzeichner sind Autoren von Fachartikeln am derzeit neusten wissenschaftlichen Projekt des Instituts, dem 2019 erschienenen Lexikon zu Geschlecht, Liebe und Fruchtbarkeit. Unter den Unterzeichnern finden sich aus dem deutschsprachigen Raum Berthold Wald, emeritierter Systematikprofessor der Theologischen Fakultät Paderborn und früherer Gastprofessor an der Lateranuniversität Rom, sowie Gabriele Kuby, Soziologin und Fachfrau für Gender.


kath.net dokumentiert den Offenen Brief an Seine Exzellenz Msgr. Vincenzo Paglia, Großkanzler des Päpstlichen Instituts Johannes Paul II. für Ehe- und Familienwissenschaften und an Msgr. Pierangelo Sequeri, Institutsvorstand, in voller Länge in eigener Übersetzung. Übersetzung © kath.net

2. August 2019

Euer Exzellenz Msgr. Paglia,
hochwürdigster Msgr. Sequeri,

in den vergangenen drei Jahren hatten wir Unterzeichner, Lehr- und Forschungsbeauftragte verschiedener kirchlicher und staatlicher akademischer Einrichtungen in der ganzen Welt, das Privileg, an dem letzten großen wissenschaftlichen Projekt Ihres Instituts teilzunehmen: dem Lexikon über Geschlecht, Liebe und Fruchtbarkeit, das kürzlich veröffentlicht wurde (Dizionario su sesso, amore e fecondità, 1102 Seiten, Verlag Cantagalli, Siena 2019).

Es war eine sehr fruchtbare und professionelle wissenschaftliche Zusammenarbeit, die das überaus hohe akademische Profil Ihres Instituts und die hohe wissenschaftliche Kompetenz des Herausgebers des Lexikons, Prof. José Noriega, unter Beweis gestellt hat.

Mit großer Bestürzung vernahmen wir daher die Nachricht von der plötzlichen Entlassung zweier Ordentlicher Universitätsprofessoren, José Noriega und Livio Melina, gemeinsam mit der anderer Kollegen: Maria Luisa Di Pietro, Stanisław Grygiel, Monika Grygiel, Przemysław Kwiatkowski und Vittorina Marini, von denen einige mit uns gemeinsam Autoren des Lexikons und allesamt Wissenschaftler von bestem internationalem Ruf sind.

Wir sehen keinen überzeugenden Grund, weder akademisch-wissenschaftlicher noch lehrmäßiger und disziplinärer Art, der ihre Entfernung aus ihrer Stellung rechtfertigen würde.

Wenn Ihr Institut sein hohes akademisches Profil und seinen internationalen Ruf behalten möchte, bitten wir Sie, diese Entlassungen zurückzunehmen und die oben erwähnten Wissenschaftler wieder in den Lehrkörper Ihres Instituts einzugliedern.

Im sicheren Vertrauen darauf, dass Sie unsere Einladung berücksichtigen werden, verbleiben wir mit besten Grüßen,

Link zur Liste der Unterzeichner des Offenen Briefs mit Angaben zu ihren wissenschaftlichen Qualifikationen.


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