Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  4. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  5. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  6. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  7. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  11. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  12. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  13. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  14. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  15. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter

McCarrick: Strategien eines typischen Missbrauchstäters

14. August 2019 in Weltkirche, 18 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die missbrauchten Personen seien die ersten Opfer des ehemaligen Kardinals. Er und andere Missbrauchstäter hätten aber alle belogen, missbraucht und benutzt, sagt James Grein, ein Opfer McCarricks.


Vatikan (kath.net/jg)
Das Verhalten von Theodore McCarrick entspricht dem eines typischen Missbrauchstäters. Das zeigen Briefe des ehemaligen Kardinals und Erzbischofs von Washington an seine Opfer, die von der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) veröffentlicht worden sind.

Church Militant hat mit James Grein über das Vorgehen McCarricks gesprochen. Grein war das erste Opfer, das 2018 an die Öffentlichkeit gegangen ist, nachdem die Erzdiözese New York bekannt gegeben hatte, es gebe „glaubwürdige Vorwürfe“ gegen McCarrick.

Der Artikel der AP lege das Verhalten von Missbrauchstätern offen. Alle gefährdeten Männer und Frauen könnten daraus lernen und erkennen, was mit ihnen passiere. Der Artikel habe daher über den Fall McCarrick hinaus große Bedeutung, sagte Grein.

Die erste Strategie bestehe darin, zu den Opfern ein Naheverhältnis aufzubauen. McCarrick ließ sich von den Jugendlichen „Onkel Ted“ nennen und bezeichnete sie als seine „Neffen“. Auf diese Weise entstehe eine quasi-familiäre Beziehung zwischen Tätern und Opfern. So entstehe bei den Opfern eine Hemmschwelle, den Täter anzuzeigen, sagte Monica Applewhite, eine Expertin für die Bekämpfung sexuellen Missbrauchs.


Eine weitere Strategie bestehe darin, so zu tun als ob nichts zu verbergen sei. McCarrick habe Postkarten an seine Opfer geschrieben, die er den Eltern gab, damit diese sie gemeinsam mit ihren Briefen an die jugendlichen Opfer schicken könnten. Grein war als Jugendlicher in einem Internat. McCarrick lud ihn per Postkarte zu sich ein, sobald er wieder zurück sei. Postkarten wie diese waren wiederholt Briefen seines Vaters beigelegt. Dies trug dazu bei, dass die Eltern keinen Verdacht schöpften. McCarrick schien nichts zu verbergen zu haben.

Als Kardinal und Erzbischof von Newark und Washington ließ McCarrick gegenüber seinen Opfern immer wieder seine Autorität und seinen Einfluss anklingen. Er berichtete ihnen von wichtigen Aufgaben und besonderen Privilegien, die ihm in seiner Position zukamen. Diese Strategie wandte er in erster Linie gegenüber Seminaristen an, die er missbrauchte. Einem von ihnen schrieb er über seine Reisen in die Sowjetunion und nach Polen im Jahr 1987, also noch vor dem Fall des Eisernen Vorhangs. Später schrieb er ihm, dass er Papst Johannes Paul II. auf seiner Reise durch die USA begleitet habe.

Die Botschaft, die er damit vermittelte, lautete: Wer treu zu ihm stehe, den könne er an seinen Privilegien und an seinem Einfluss teilhaben lassen, sagte Elizabeth Jeglic, eine Professorin für Psychologie am John Jay College of Criminal Justice.

Die von McCarric sexuell missbrauchten Personen seien dessen erste Opfer. McCarrick und die anderen Missbrauchstäter hätten aber auch alle anderen zu ihrem eigenen Nutzen belogen, missbraucht und benutzt. Die Aufdeckung der Missbrauchsfälle habe es ermöglicht, dass in der Kirche und in der Welt Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung einzurichten, sagte Grein.


Link zum Artikel auf Church Militant (englisch):

Newly Published McCarrick Letters: Inside the Mind of a Clerical Predator



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Die Würde des Menschen kennt keine Grenze: In den Augen Gottes ist niemand unsichtbar
  2. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  3. „Die hl. Märtyrer von Międzyrzecz waren Menschen aus Fleisch und Blut, die bereit waren…“
  4. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  5. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  6. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  7. Wer ist der Mann auf dem Tuch?
  8. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  9. Programm für Lateinamerika-Reise des Papstes veröffentlicht
  10. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  11. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  12. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  13. Fast der gleiche Glaube?
  14. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  15. Slowakei: Papst Leo XIV. grüßt die Teilnehmer des Nationalen Marsches für das Leben in Bratislava

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz