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Der Name Jesus bedeutet: JHWH ist Heil!

13. August 2019 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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Benedikt XVI. – Licht des Glaubens: die Messianität Jesu. Wie das Heil des Menschen zu denken ist und worin daher die wesentliche Aufgabe des Heilsbringers versteht. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Wie in den vergangenen Wochen zu sehen war (und in den kommenden Wochen immer mehr zu sehen sein wird), wird die Amazonas-Synode im Oktober 2019 auch zur Erwägung von theologischen Grundsatzproblematiken ge- und missbraucht werden. Dies machten in den vergangenen Wochen besonders die Einwände der Kardinäle Müller und Brandmüller in Bezug auf das von vielen als skandalös, häretisch und apostatisch gesehene Arbeitdokument zur Vorbereitung der Synode deutlich.

Kurz: folgt man einigen altbekannten „Erneuerern“ und ihren offen oder verdeckt zum Ausdruck gebrachten Intentionen, geht es um das Wesen des Christentums selbst, um das Wesen der Offenbarung des dreifaltigen Gottes, um das Heilswerk Jesu Christi. Daher lohnt es sich, bei dem Theologen nachzuschauen und nachzufragen, dessen letztes Werk gerade Christus als Mittelpunkt hatte. Wie steht es um das Heil? Wessen bedarf der Mensch? Wer lernt von wem und wer folgt wem?


Joseph Ratzinger – Benedikt XVI., Jesus von Nazareth: Prolog. Die Kindheitsgeschichten, Freiburg-Basel-Wien 2012, 37-39)

Josef erhält zusammen mit der Aufforderung, Maria als Frau zu sich zu nehmen, den Auftrag, dem Kind einen Namen zu geben und es so rechtlich als sein Kind anzunehmen. Es ist der gleiche Name, den der Engel auch Maria als Namen des Kindes angegeben hatte: Jesus. Der Name Jesus (Jeshua) bedeutet: JHWH ist Heil. Der Gottesbote, der im Traum mit Josef spricht, verdeutlicht, worin dieses Heil besteht: „Er rettet sein Volk von seinen Sünden.“

Damit ist einerseits ein hoher theologischer Auftrag erteilt, denn nur Gott selbst kann Sünden vergeben. So wird dieses Kind in unmittelbaren Zusammenhang zu Gott gerückt, direkt mit Gottes heiliger und rettender Macht verbunden. Andererseits könnte aber diese Definition der Sendung des Messias auch als enttäuschend erscheinen. Die geläufige Heilserwartung richtet sich vor allem auf die konkreten Bedrängnisse Israels – auf die Wiederherstellung des davidischen Königtums, auf die Freiheit und Unabhängigkeit Israels und damit natürlich auch auf das materielle Wohlergehen eines weitgehend verarmten Volkes. Die Verheißung der Sündenvergebung erscheint als zu wenig und zu viel zugleich: zu viel, weil in Gottes eigene Vorbehaltssphäre eingegriffen wird; zu wenig, weil an das konkrete Leiden Israels und an seine reale Heilsbedürftigkeit nicht gedacht zu sein scheint.

Im Grunde ist so schon in diesem Wort der ganze Streit um die Messianität Jesu vorweggenommen: Hat er nun Israel erlöst, oder ist nicht alles gleich geblieben? Ist die Sendung, wie er sie gelebt hat, die Antwort auf die Verheißung, oder ist sie es nicht? Sicher entspricht sie nicht der unmittelbaren Erwartung des messianischen Heils der Menschen, die nicht so sehr von ihren Sünden, sondern vielmehr von ihren Leiden, von ihrer Unfreiheit, von der Armseligkeit ihres Daseins sich bedrängt fühlten.

Jesus selbst hat die Frage nach der Priorität in der Erlösungsbedürftigkeit des Menschen drastisch in den Raum gestellt, als die vier Männer den Gelähmten, den sie der Menschenmenge wegen nicht durch die Tür tragen konnten, vom Dach herunterließen und Jesus zu Füßen legten. Die Existenz des Leidenden als solche war eine Bitte, ein Ruf nach Heil, den Jesus völlig gegen die Erwartung der Träger und des Kranken selbst mit dem Wort beantwortete: „Kind, deine Sünden sind dir vergeben“ (Mk 2,5). Genau das hatten die Menschen nicht erwartet. Genau darum war es ihnen nicht gegangen. Der Gelähmte sollte gehen können, nicht von den Sünden befreit werden. Die Schriftgelehrten kritisierten die theologische Anmaßung von Jesu Wort; der Leidende und die Menschen rundherum waren enttäuscht, weil Jesus die eigentliche Not dieses Menschen zu übersehen schien.

Ich halte die ganze Szene für durchaus bezeichnend im Hinblick auf die Frage nach der Sendung Jesu, wie sie zuallererst im Engelswort an Josef umschrieben wird. Hier wird sowohl die Kritik der Schriftgelehrten wie die stille Erwartung der Menschen aufgenommen. Dass Jesus Sünden vergeben kann, zeigt er nun dadurch, dass er dem Kranken befiehlt, seine Bahre aufzuheben, um geheilt wegzugehen. Aber dabei bleibt die Priorität der Sündenvergebung als Grundlage aller wahren Heilung des Menschen unberührt.

Der Mensch ist ein Wesen in Beziehungen. Und wenn die erste, die grundlegende Beziehung des Menschen gestört ist – die Beziehung zu Gott –, dann kann nichts Weiteres mehr wirklich in Ordnung sein. Um diese Priorität geht es in Jesu Botschaft und Wirken: Er will den Menschen zuallererst auf den Kern seines Unheils hinweisen und ihm zeigen: Wenn du da nicht geheilt wirst, dann wirst du trotz aller guten Dinge, die du findest, nicht wirklich geheilt.

In diesem Sinn liegt in der Auslegung von Jesu Namen, die Josef im Traum geschenkt wird, schon eine grundlegende Klarstellung, wie Heil des Menschen zu denken ist und worin daher die wesentliche Aufgabe des Heilsbringers besteht.

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Lesermeinungen

 hape 14. August 2019 

Der Wille Gottes wird vernebelt.

„Die Existenz des Leidenden als solche war eine Bitte, ein Ruf nach Heil, den Jesus völlig gegen die Erwartung der Träger und des Kranken selbst mit dem Wort beantwortete: ‚Kind, deine Sünden sind dir vergeben‘ (Mk 2,5). Genau das hatten die Menschen nicht erwartet. Genau darum war es ihnen nicht gegangen. Der Gelähmte sollte gehen können, nicht von den Sünden befreit werden.“ – Das wiederholt sich nun bei der Amazonien-Synode. Der Schrei der indigenen Völker soll nicht durch Vergebung der Sünden, sondern durch irdisches Tun beantwortet werden. Das ist aber nicht die Aufgabe der Kirche, die Jesus ihr vorgegeben hat. Vornehmste Aufgabe der Kirche ist von Anbeginn an, das Erlösungswerk Jesu fortzusetzen. – Lieber Gott, gib doch bitte, auf die Fürsprache seligen und allzeit reinen Jungfrau Maria und um der Verdienste willen, die Dein hochheiliger und geliebter Sohn für uns am Kreuz erworben hat, dass diese Lehre von Papst em. Benedikt XVI. auch von den Synoden-Vätern geteilt wird.


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 Montfort 14. August 2019 

Tief, wahr und aktueller denn je -

oder besser: wie eh und je!

Danke!


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