Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-10

meist-kommentiert

  1. "Pfingstbotschaft" von Bätzing: Segnet Schwule!
  2. Kardinal Koch möchte Versöhnung von Alter und Neuer Messe
  3. Marx-Bätzing-Kurs: Neuer Rekord an Kirchenaustritten in Deutschland!
  4. Bloße Aussage, Corona ist keine Strafe Gottes, völlig unzureichend
  5. Liebe Kirche, Du behandelst Deine Gläubigen als wären sie Aussätzige
  6. Unsolidarisch, egoistisch und verletzend
  7. Schwaderlapp: Forumsmehrheit ist auf Treibsand gebaut
  8. Der Neoprotestantismus bricht sich seine Bahn
  9. Liturgieprofessoren schlagen Benediktion Homosexueller vor
  10. Österreichische Bischöfe bitten im Corona-Hirtenwort um Entschuldigung

Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten

28. August 2019 in Jugend, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Jugendkolumne von kath.net - Diese Woche ein Beitrag von Dubravka Križić


Linz (kath.net)
Den August verbringe ich jedes Jahr in der Herzegowina, auf dem Land, wo das Leben und die Menschen ganz anderen Zeiten und Rhythmen folgen, als es der Stadtmensch gewohnt ist. Diese heißeste Zeit des Jahres wandelt Trägheit ganz leicht in Gewohnheit um, und doch bringen die Berge kühle Abendluft, die den Geist erwecken lässt. Es ist eine Zeit des Zusichkommens und Krafttankens bevor die Hektik des Alltaglebens einen wieder einnimmt. Es ist auch eine Zeit des Pilgerns und der Marienverehrung. All das hängt wohl miteinander zusammen: die Ruhe, das Pilgern, Maria. (Nur die Trägheit nicht, die ist lediglich dem Wetter zuzuschreiben.) Die Tage vor Mariä Himmelfahrt machen sich Menschen auf nach Međugorje oder Sinj oder andere kleinere Orte, die diesen Tag besonders feiern. Oft laufen sie barfuß, die Nacht hindurch oder tagelang. Das Pilgern bringt eine wahre innere Ruhe. Es ist bemerkenswert und doch unbegreiflich, dass der Mensch gerade durch Mühe und Leid, Ruhe finden kann.

Wenn ich die weiten Felder in unserem Dorf betrachte kommen mir die Verse aus dem Psalm 126 in den Sinn:

„Wende doch, Herr, unser Geschick, wie du versiegte Bächer wieder füllst im Südland.
Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten.

Sie gehen hin unter Tränen und tragen den Samen zur Aussaat.
Sie kommen wieder mit Jubel und bringen ihre Garben ein.“

Diese weiten Felder versunken in goldenem Licht verdeutlichen eine innere Ruhe und doch gleichzeitig eine Unruhe, die unser irdisches Leben prägt. Die Saat zu säen ist schwer. Mühsal und Leid steckt in dieser Arbeit. Es steckt nicht nur in der körperlichen Anstrengung, sondern auch in der ständigen Ungewissheit, ob die Saat denn aufgehen wird. Wird unsere Mühe Frucht tragen? Hat dieses Leid einen Sinn? Das ist wohl die Qual jedes einzelnen irdischen Lebens. Es durchzieht unser Herz und bricht es beinah. Jedoch nur beinahe, denn werden diese Tränen nicht ohne Hoffnung getragen. Wären wir hoffnungslos, würden wir denn die Mühe aufbringen, eine reiche Ernte überhaupt möglich zu machen? Um Frucht tragen zu können, müssen wir doch erst einmal die Saat streuen.
Das Bild des Menschen, der all seine Kräfte zusammennimmt und mit Tränen seine letzten Samen zur Aussaat trägt, ist eine wohl angemessene Darstellung des irdischen Lebens. Das Leid ist uns wirklich ins Sein geschrieben. Wie der Hilferuf eines Kindes klingt hier das Lied Schuberts:

„Wohin soll ich mich wenden, 
wenn Gram und Schmerz mich drücken?
Wem künd ich mein Entzücken, 
wenn freudig pocht mein Herz?“

Wer weiß schon von deinem Leiden? Wer kennt den Schmerz und die Freude, die dein Herz durchdringen? Diese Fragen schneiden uns mitten in die Seele, denn sie verdeutlichen wie einsam der Mensch ist; wir gehören nicht wirklich in diese Welt. Wir stammen nicht von ihr.

Es sind Worte die aus einer tiefen Verlassenheit und Einsamkeit kommen. Wohin soll ich gehen und wem in die Arme? Das Pilgern ist eine direkte Antwort auf beide dieser Fragen. Das Ziel ist zugleich die lang ersehnte Umarmung – das Wohl, das unserem Wesen zusteht. Vielleicht ohne sich selbst dessen wirklich bewusst zu sein, geben gerade diese Tränen unserer Qual und Mühe einen neuen und tieferen Sinn. Denn wie uns das Leid ins Sein geschrieben ist, so ist es auch die Freude. Christus hat die Geschichte des Menschen umgeschrieben: aus dem Leid heraus, durch den Schmerz hindurch lässt Er das Werk unserer Hände gedeihen. Unsere Aussaat wird Frucht bringen und mit Jubel erwartet unser Sein die tiefen Quellen Seiner reichen Ernte.

Wie war die Welt bloß bevor Christus unter uns gewohnt hat und uns aus ihr erwählt hat? Wie haben wir gelebt, gearbeitet und vermocht zu denken, bevor Er in uns alles neu gemacht hat?

Die Wahrheit ist in sich ganz einfach gestrickt: sie öffnet Wunden um sie zu heilen, sie setzt Grenzen um uns zu befreien. Die Frage wohin und zu wem hat letztendlich nur diese eine Wahrheit:

„Zu Dir, zu Dir, o Vater, 
komm ich in Freud und Leiden;
du sendest ja die Freuden, 
Du heilest jeden Schmerz.“


kath.net-Video-Blog mit Margarete - Willst Du bei Jesus bleiben oder willst auch Du gehen? from kath.net on Vimeo.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 follower 28. August 2019 

in Bosnien

war ich oft und habe außerhalb von Medjugorje das Beschriebene gesehen. In Uganda habe ich beim Aufbau einer Schule zu tun, und dort trifft das alles ebenfalls zu. Die Zeilen treffen zu, es ist eine profunde Beobachtung, die aber insgesamt Hoffnung macht. Danke dafür.


3

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Jugendkolumne

  1. "Gott braucht nicht mehr als mein Senfkorn"
  2. Die Verheißung Gottes
  3. Das Licht der Kirche Christi
  4. Wo bleibt Gottes Barmherzigkeit?
  5. 'Der Herr ist mein Hirte. Nichts wird mir fehlen' (Psalm 23)
  6. Marias Mut
  7. In den Tränen Mariens
  8. Die Krankheit der Gesellschaft
  9. Geht durch das enge Tor!
  10. Wir brauchen keine Kirche, die mit der Zeit geht








Top-10

meist-gelesen

  1. "Pfingstbotschaft" von Bätzing: Segnet Schwule!
  2. Marx-Bätzing-Kurs: Neuer Rekord an Kirchenaustritten in Deutschland!
  3. Synodaler Weg: Voderholzer protestiert gegen autoritäre Alleingänge des Präsidiums
  4. Der Neoprotestantismus bricht sich seine Bahn
  5. Liturgieprofessoren schlagen Benediktion Homosexueller vor
  6. Liebe Kirche, Du behandelst Deine Gläubigen als wären sie Aussätzige
  7. Bloße Aussage, Corona ist keine Strafe Gottes, völlig unzureichend
  8. Türkischer Botschafter in Wien: Weihnachten ist egoistisch
  9. Kardinal Koch möchte Versöhnung von Alter und Neuer Messe
  10. Wegfall der 10-Quadratmeter-Regel pro Person - Maskenpflicht fast abgeschafft!

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz