Login




oder neu registrieren?
Aktuelles Chronik Deutschland Österreich Schweiz Kommentar Interview Weltkirche
Prolife Familie Jugend Spirituelles Kultur Buchtipp Reise English

Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-10

meist-kommentiert

  1. Kommt Corona-Impfpflicht?
  2. kfd: Maiandacht mit der Pachamama
  3. Gegen Anordnung des Bistums: Kommunion in Metalldose zum Mitnehmen
  4. Selbstrechtfertigung seiner sündhaften Leidenschaften
  5. Kirche hat Hunderttausende Menschen alleingelassen
  6. Berlin: Muslime beten erstmals in evangelischer Kirche
  7. Schweiz: Eine Frau als 'Bischofsvikar'?
  8. Papst Franziskus in Geldnot!
  9. Der grosse Betrug
  10. Pius XII., der Vatikan und der neue Kulturkampf gegen die Kirche

Kardinal Arinze über Zölibat, Migration und Verwirrung in der Kirche

1. August 2019 in Weltkirche, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der ehemalige Präfekt der Gottesdienstkongregation legte den Gläubigen den regelmäßigen Empfang der Eucharistie ans Herz – wenn sie vorbereitet sind.


London (kath.net/jg)
Der Sinn des Priesterzölibats, eine differenzierende Haltung zur Migration und das große Geschenk der Eucharistie waren drei wesentliche Themen eines ausführlichen Interviews, das Dan Hitchens, stellvertretender Chefredakteur des Catholic Herald mit Francis Kardinal Arinze, dem emeritierten Präfekten der Gottesdienstkongregation, geführt hat. (Siehe Link am Ende des Artikels)

Migration

Mit 32 Jahren wurde Francis Arinze 1967 zum damals jüngsten Bischof der Kirche geweiht. Im selben Jahr brach der Bürgerkrieg in seinem Heimatland Nigeria aus. Arinze lernte das Schicksal von Flüchtlingen am eigenen Leib kennen. Er musste selbst von Ort zu Ort flüchten, je nachdem wie sich die Kampfhandlungen entwickelten. Seine Erfahrung aus dieser Zeit lässt ihn eine differenzierende Haltung zur Migration einnehmen.

Am besten sei es, wenn die betroffene Person im eigenen Land bleiben und dort arbeiten könne, sagte Arinze. Manchmal sei das aber nicht möglich. Grundsätzlich habe ein Mensch das Recht, ein anderes Land zu suchen, in dem es mehr Frieden, Bildung, Kultur oder wirtschaftliche Möglichkeiten gebe.

Die Regierungen hätten die Pflicht, realistisch zu sein und zu sehen, wie viele Personen aus anderen Ländern sie aufnehmen und versorgen könnten. Das betreffe nicht nur materielle sondern auch kulturelle Aspekte.

Die Länder, die ihre jungen Menschen durch Auswanderung verlieren, verlieren damit die Personen, welche die Zukunft des Landes aufbauen können. Europa und Amerika könnten am besten dadurch helfen, indem sie die Länder aus denen viele Migranten kommen, unterstützen. Länder mit vielen Auswanderern müssten sich die Frage stellen, warum das so ist, sagte Arinze.

Es bedürfe also der Unterscheidung der Geister, warf Hitchens ein. Arinze stimmte zu. Dies gelte für alle: Regierungen, Gesellschaften, Kirche und Organisationen.

Zölibat

Der Zölibat sei kein Dogma und auch nicht in allen Teilen der Kirche verpflichtend, sagte der Kardinal. Er sei aber eine Praxis, für die es sehr gute Gründe gebe. Christus, der heilige Paulus, der heilige Johannes seien große Vorbilder für Priester, ebenso der heilige Thomas von Aquin, Robert Bellarmine, Don Bosco oder der heilige Pfarrer von Ars. Sie alle hätten zölibatär gelebt. Das könne kein Zufall sein, sagte Arinze.

Den Zölibat wegen des Versagens einiger Priester abzuschaffen wäre ebenso sinnvoll wie ein Verbot von Autos, weil einige Fahrer Unfälle verursachen würden, fuhr er fort.

Der Zölibat werde in vielen Teilen der Welt geschätzt, auch in Ländern, in denen ein Mann zwei Frauen heiraten dürfe. Er verkörpert Opferbereitschaft und eine klare Ausrichtung auf Gott, betonte der Kardinal.

Katechismus

Zum Abschluss kam Hitchens auf Debatten über lehramtliche Fragen zu sprechen. Diese würden zu viel Unsicherheit unter den Gläubigen führen. Die Lehre der Kirche sei am besten im Katechismus der Katholischen Kirche dargestellt, antwortete Arinze. Seine Grundlage sei die Arbeit von Heiligen, Päpsten, Konzilien und der Tradition.

Im Geheimnis des Glaubens, das in jeder Messe nach der Wandlung gebetet werde, sei der Glaube konzentriert enthalten. Die Eucharistie sei „das Geschenk Gottes an seine Braut, die Kirche, in der Nacht vor seinem Leiden.“ Auf diese besondere Weise bleibe Gott bei uns. „Er ist die Hauptperson die in der Messe betet. Er ist der Hohepriester, der das Opfer darbringt, auf dem Kalvarienberg und in der Messe. Er ist das Hauptopfer, das dargebracht wird, auf dem Kalvarienberg und in der Messe.“

Der Kardinal legte den Gläubigen nahe, mehr über die Eucharistie zu lernen und sie regelmäßig zu empfangen – wenn sie gut vorbereitet seien. „Alle anderen Sakramente sind auf dieses Sakrament hingeordnet. Es ist das größte der Sakramente“, sagte er wörtlich.


Link zum Interview mit Kardinal Arinze im Catholic Herald (englisch):

You ask them: Are you serious?: An interview with Cardinal Arinze


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 lesa 7. August 2019 

Gesunde Ernährung

Stärkende, gesunde Lehre.


0

0
 
 Chris2 3. August 2019 
 

@Herbstlicht

Danke für die Links. Ich bin jedes Mal erschüttert, wenn der Priester im klassischen Ritus sich vor Gott beugt und ein eigenes Schuldbekenntnis betet, bevor er überhaupt den eigentlichen Altarraum betritt, um dann - gemeinsam mit dem Volk Gott zugewendet - in Persona Christia das Opfer Christi darzubringen. Von wegen, im "Alten Ritus" habe der Priester im Mittelpunkt gestanden: Das oft fast schon entertainen-müssen ist ja gerade ein zentrales Merkmal des stark vereinfachten Novus Ordo. Gründe dafür dürften u.a. der Verlust an Spiritualität und Symbolik (kurz: Inhalt) sein, aber auch die Banalität der Volkssprache sowie bei uns auch noch falsche Übersetzungen, die stets in die selbe Richtung gehen. Beispielsweise das "für alle" (Zwangserlösung aller?), die ominöse "Sünde der Welt" (irgendetwas diffus-kollektives statt Sünde und Schuld des Einzelnen) und das zumindest missverständliche "unverlierbare Heil" (zu Lebzeiten kann niemand je sicher sein).


3

0
 
 Ehrmann 2. August 2019 

Die 80-Jahrgrenze halte ich weiter - wie jede Begrenzung nach oben - für fragwürdig.

Gleichgültig welcher Hautfarbe- Bischöfe und Kardinäle sollen unsere Weisen Väter" sein, wie es in der Geschichte immer gewesen ist. Aber jetzt, fürchte ich, geht es mehr um Macht und Einfluß, da ist Weisheit eher störend.


4

0
 
 JBE 2. August 2019 
 

Glaubensstärke

Eine Mann mit der Glaubensstärke eines Kardinal Sarah (k.Arinze ist ja nicht mehr wählbar) wäre ein absoluter Wunschkandidat als Hl. Vater. Er könnte die Kirche aus dem Chaos wieder auf den Weg der Heiligkeit führen!


9

0
 
 discipulus 2. August 2019 
 

@Bernhard Joseph: Grundsätzliches I

Aufgrund der Beschränkung auf 7 Kommentare kann ich Ihnen erst heute antworten und schreiben, was ich schon gestern schreiben wollte, vor allem im Hinblick auf Ihre persönliche Aussagen. Auch mir ist unser Glaube teuer – und ich weiß, daß er es Ihnen ist. Sonst würde ich nicht so viel Zeit auf den Austausch mit Ihnen verwenden. Wenn ich auf Fehler aufmerksam mache, so nicht, um Sie irgendwie zu diskreditieren, sondern um der Wahrheit näher zu kommen und damit Sie an Ihren Orten besser Zeugnis geben können. Denn ich glaube, das Zeugnis für die richtige Sache wird durch falsche Aussagen nicht gestärkt, auch wenn die Intention richtig ist. In diesem Sinne bin ich auch immer dankbar, wenn ich korrigiert werde, wo ich Falsches behaupte. Falsche Aussagen stärken nur die Gegner, auch wenn sie aus einer guten Intention gemacht werden. Daher vielen Dank an @Montfort für den Hinweis zur Weizenstärke, da war ich falsch informiert.


2

0
 
 Adamo 1. August 2019 
 

Kardinal Arinzes Klarsicht

Wenn unsere deutschen Bischöfe mit ihren Experimenten gescheitert sind, dann ist die Zeit gekommen, dass afrikanische Missionare unser Land wieder auf den richtigen Weg zurück zu Gott bringen.


11

0
 
 Herbstlicht 1. August 2019 
 

@SalvatoreMio

Ich nehme an, dass Sie über die Struktur der Hl. Messe informiert sind, aber vielleicht mögeb Sie andere auf diese Links verweisen.

http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/ccdds/documents/rc_con_ccdds_doc_20040423_redemptionis-sacramentum_ge.html
oder:
http://glaube-und-kirche.de/heilige_messe.htm

Und hier eine Seite der Petrusbruderschaft mit der Erklärung der Hl. Messe im alten Ritus.
http://www.alte-messe.de/


7

0
 
 Konrad Georg 1. August 2019 
 

Vor der Wahl unseres Benedikt

hatte ich mir Kardinal Arinze als Papst gewünscht. Als ich den Umgang von Klerus und Medien mit unserem Hl. Vater sah, gingen mir die Augen auf.
Kardinal Kasper hat es gezeigt.
Leuchtende Gestalten in Afrika gegen Funzeln aus Deutschland.


17

0
 
 Dottrina 1. August 2019 
 

Kardinal Arinze

wäre extrem papabile, wäre er nicht über 80 Jahre alt und nicht mehr wählbar. Ein sehr guter Mann. Aber papabile ist noch ein anderer, ebenfalls sehr guter Mann: Robert Kardinal Sarah aus Guinea. Seine Bücher sind absolut empfehlenswert. Ich würde mich über eine Wahl dieses Prälaten extrem freuen (auch unser Papa Emerito Benedikt schätzt diesen Würdenträger).


22

0
 
 Rechner 1. August 2019 
 

Ein Papst aus Afrika

Den beiden Kommentatoren schließe ich mich gerne an.
Wer weiß, ob Afrika heute nicht schon die Herzmitte der Kirche ist, nachdem ganze Heerscharen von Katholiken bei uns in Europa, aber auch in Lateinamerika sich von der Kirche und ihren Lehren abgewandt haben!


18

0
 
 SalvatoreMio 1. August 2019 
 

Ja, wohltuend!

Ja, erbitten wir einen schwarzen Papst (der wird es aber schwer haben!)
Zum Sakrament der Eucharistie: ich wünsche, dass Elemente der hl. Messe mal erklärt würden (auch die Gebetshaltungen). Die Gabenbereitung z. B. enthält so kostbare Elemente - und wird oft so missachtet. Wir Gläubigen müssten wachgemacht werden für diese Schönheiten!


19

0
 
 BedaVenerabilis 1. August 2019 

...ach wie wohltuend.

Gott, himmlischer Vater, schenke uns doch mal einen schwarzen Papst. Da scheint es doch sehr viele gute Männer zu geben.


22

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Glaube

  1. Tim Tebow würdigt christlichen Prediger Ravi Zacharias
  2. Vertrauen in den „Ich-bin-da!“
  3. Ein Leben für den Glauben und die Wissenschaft
  4. Beten im Dialekt?
  5. „Wir Christen können nicht ohne Christus leben!“
  6. Italiens Premier Conte findet in der Krise Halt im Gebet
  7. Gottvertrauen in Zeiten der Krise
  8. Benedikt XVI.: Hoffnung besteht in der Begegnung mit Gott
  9. Frühes Christentum auf private Haushalte beschränkt
  10. Bekannter US-Pastor: "Der Herr zeigte mir das Ende der Coronapandemie"







Top-10

meist-gelesen

  1. Kirche hat Hunderttausende Menschen alleingelassen
  2. Pius XII., der Vatikan und der neue Kulturkampf gegen die Kirche
  3. Selbstrechtfertigung seiner sündhaften Leidenschaften
  4. kfd: Maiandacht mit der Pachamama
  5. Schweiz: Eine Frau als 'Bischofsvikar'?
  6. Bistum Trier: Klobürsten-Segen durch Pfarrer Leick
  7. Vom Lehramt längst beantwortet
  8. Gegen Anordnung des Bistums: Kommunion in Metalldose zum Mitnehmen
  9. Papst Franziskus in Geldnot!
  10. Kardinal Müller warnt vor Unterdrückung der katholischen Kirche

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz | US