Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  5. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  6. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  7. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  8. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  9. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  10. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  11. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  12. „Das Ende von Maria 2.0“
  13. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  14. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  15. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin

Kardinal Arinze über Zölibat, Migration und Verwirrung in der Kirche

1. August 2019 in Weltkirche, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der ehemalige Präfekt der Gottesdienstkongregation legte den Gläubigen den regelmäßigen Empfang der Eucharistie ans Herz – wenn sie vorbereitet sind.


London (kath.net/jg)
Der Sinn des Priesterzölibats, eine differenzierende Haltung zur Migration und das große Geschenk der Eucharistie waren drei wesentliche Themen eines ausführlichen Interviews, das Dan Hitchens, stellvertretender Chefredakteur des Catholic Herald mit Francis Kardinal Arinze, dem emeritierten Präfekten der Gottesdienstkongregation, geführt hat. (Siehe Link am Ende des Artikels)

Migration

Mit 32 Jahren wurde Francis Arinze 1967 zum damals jüngsten Bischof der Kirche geweiht. Im selben Jahr brach der Bürgerkrieg in seinem Heimatland Nigeria aus. Arinze lernte das Schicksal von Flüchtlingen am eigenen Leib kennen. Er musste selbst von Ort zu Ort flüchten, je nachdem wie sich die Kampfhandlungen entwickelten. Seine Erfahrung aus dieser Zeit lässt ihn eine differenzierende Haltung zur Migration einnehmen.

Am besten sei es, wenn die betroffene Person im eigenen Land bleiben und dort arbeiten könne, sagte Arinze. Manchmal sei das aber nicht möglich. Grundsätzlich habe ein Mensch das Recht, ein anderes Land zu suchen, in dem es mehr Frieden, Bildung, Kultur oder wirtschaftliche Möglichkeiten gebe.


Die Regierungen hätten die Pflicht, realistisch zu sein und zu sehen, wie viele Personen aus anderen Ländern sie aufnehmen und versorgen könnten. Das betreffe nicht nur materielle sondern auch kulturelle Aspekte.

Die Länder, die ihre jungen Menschen durch Auswanderung verlieren, verlieren damit die Personen, welche die Zukunft des Landes aufbauen können. Europa und Amerika könnten am besten dadurch helfen, indem sie die Länder aus denen viele Migranten kommen, unterstützen. Länder mit vielen Auswanderern müssten sich die Frage stellen, warum das so ist, sagte Arinze.

Es bedürfe also der Unterscheidung der Geister, warf Hitchens ein. Arinze stimmte zu. Dies gelte für alle: Regierungen, Gesellschaften, Kirche und Organisationen.

Zölibat

Der Zölibat sei kein Dogma und auch nicht in allen Teilen der Kirche verpflichtend, sagte der Kardinal. Er sei aber eine Praxis, für die es sehr gute Gründe gebe. Christus, der heilige Paulus, der heilige Johannes seien große Vorbilder für Priester, ebenso der heilige Thomas von Aquin, Robert Bellarmine, Don Bosco oder der heilige Pfarrer von Ars. Sie alle hätten zölibatär gelebt. Das könne kein Zufall sein, sagte Arinze.

Den Zölibat wegen des Versagens einiger Priester abzuschaffen wäre ebenso sinnvoll wie ein Verbot von Autos, weil einige Fahrer Unfälle verursachen würden, fuhr er fort.

Der Zölibat werde in vielen Teilen der Welt geschätzt, auch in Ländern, in denen ein Mann zwei Frauen heiraten dürfe. Er verkörpert Opferbereitschaft und eine klare Ausrichtung auf Gott, betonte der Kardinal.

Katechismus

Zum Abschluss kam Hitchens auf Debatten über lehramtliche Fragen zu sprechen. Diese würden zu viel Unsicherheit unter den Gläubigen führen. Die Lehre der Kirche sei am besten im Katechismus der Katholischen Kirche dargestellt, antwortete Arinze. Seine Grundlage sei die Arbeit von Heiligen, Päpsten, Konzilien und der Tradition.

Im Geheimnis des Glaubens, das in jeder Messe nach der Wandlung gebetet werde, sei der Glaube konzentriert enthalten. Die Eucharistie sei „das Geschenk Gottes an seine Braut, die Kirche, in der Nacht vor seinem Leiden.“ Auf diese besondere Weise bleibe Gott bei uns. „Er ist die Hauptperson die in der Messe betet. Er ist der Hohepriester, der das Opfer darbringt, auf dem Kalvarienberg und in der Messe. Er ist das Hauptopfer, das dargebracht wird, auf dem Kalvarienberg und in der Messe.“

Der Kardinal legte den Gläubigen nahe, mehr über die Eucharistie zu lernen und sie regelmäßig zu empfangen – wenn sie gut vorbereitet seien. „Alle anderen Sakramente sind auf dieses Sakrament hingeordnet. Es ist das größte der Sakramente“, sagte er wörtlich.


Link zum Interview mit Kardinal Arinze im Catholic Herald (englisch):

You ask them: Are you serious?: An interview with Cardinal Arinze


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Glaube

  1. Über das Dämonische
  2. Priester sagt, in seiner Gemeinde gebe es viele religiöse Menschen, aber nur wenig Christen
  3. Bischof Ivo Muser: "Der größte Mangel, den wir in unserer Diözese haben, ist der Gläubigenmangel"
  4. „Die Generation Z, die in Manhattan zur Messe kommt, sucht keine alternative Clubszene“
  5. Katholische Influencer öffnen neue Zugänge zum Glauben für die junge Generation
  6. Kardinal Nichols: „Das kostbarste Geschenk, das der Kirche anvertraut ist: das heilige Messopfer“
  7. „Junge Menschen, die zum Glauben zurückkehren, wollen den ‚vollen fetten Glauben‘“
  8. Kardinal Arborelius: In Schweden „weiß jeder, dass die katholische Kirche Abtreibung ablehnt“
  9. US-Vizepräsident Vance kündigt Buch über seinen persönlichen Rückweg zum katholischen Glauben an
  10. Spanische Bischofskonferenz beleuchtet Verhältnis von Verstand und Emotion im persönlichen Glauben







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Buße, Hoffnung, ewiges Leben: Lourdes ruft zur Umkehr
  3. Papst Leo zu den Bischöfen: „Die Kirche in Frankreich liegt dem Papst sehr am Herzen!“
  4. Französische Bischöfe: Papst Leo hat das Herz der Franzosen berührt
  5. Er ist der dritte amtierende Papst in der Grotte von Massabielle/Lourdes: Leo XIV.
  6. ‚Trinkt auch ihr aus dieser Quelle!’ Der Durst, den nur Christus stillt
  7. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  8. Papst Leo erstaunt über hohe Zahl von Erwachsenentaufen in Frankreich
  9. Wo Begegnung zur Zivilisation der Liebe wurde. Die Armen als Fleisch Christi
  10. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  11. Junge Französin bekennt vor Papst: „Wie der heilige Paulus sagt: ‚Für uns ist Christus das Leben‘“
  12. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  13. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  14. Neuer Schülerkreise Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. bestätigt bisherigen Vorstand im Amt
  15. Wenn das Nein nicht mehr zählt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz