28 Juli 2019, 12:12
Das Vaterunser – das kostbarste Geschenk
 
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Franziskus: worum wir im Vaterunser bitten, ist bereits alles verwirklicht und uns im eingeborenen Sohn gegeben. Schiffbruch im Mittelmeer – Appell für die Sicherheit der Migranten. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Bittet und es wird euch gegeben; sucht und ihr werdet finden; klopft an und es wird euch geöffnet“: Angelus am siebzehnten Sonntag im Jahreskreis. In seiner Ansprache vor dem traditionellen Mittagsgebet kommentierte Papst Franziskus das Evangelium vom rechten Beten (Lk 11, 1–13): Jesus lehrt die Jünger das Gebet des Vaterunser.

Sie wüssten bereits, wie man bete, indem sie die Formeln der jüdischen Tradition rezitierten, aber sie möchten auch in der Lage sein, dieselbe „Qualität“ des Gebetes Jesu zu leben. Sie könnten sehen, dass das Gebet eine wesentliche Dimension im Leben ihres Meisters darstelle. Tatsächlich sei jede seiner wichtigen Handlungen durch längeres Verweilen im Gebet gekennzeichnet. Darüber hinaus seien sie fasziniert, weil sie sähen, dass er nicht wie die anderen Meister der Zeit bete, sondern „dass sein Gebet eine innige Verbindung mit dem Vater ist, so dass sie an diesen Momenten der Vereinigung mit Gott teilnehmen möchten, um deren Süße voll auszukosten“.

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So warteten sie eines Tages darauf, dass Jesus das Gebet an einem abgelegenen Ort beende, und fragten ihn dann: „Herr, lehre uns beten“. Als Antwort auf die ausdrückliche Frage der Jünger gebe Jesus weder eine abstrakte Definition des Gebets noch lehre er eine wirksame Technik des Betens. Stattdessen lade er die Seinen ein, das Gebet zu erleben, indem er sie direkt mit dem Vater in Verbindung bringe und in ihnen die Sehnsucht nach einer persönlichen Beziehung zu ihm wecke. Das sei die Neuheit. Es sei ein Dialog zwischen Personen, die einander liebten, ein Dialog, der auf Vertrauen beruhe, unterstützt durch Zuhören und offen für Solidarität.

So übergebe er ihnen das Gebet des Vaterunsers, vielleicht das kostbarste Geschenk, das uns der göttliche Meister in seiner irdischen Sendung hinterlassen habe. Nachdem Jesus uns sein Geheimnis als Sohn und Bruder offenbart habe, lasse er uns mit diesem Gebet in die Vaterschaft Gottes eindringen und zeige die Weise, auf dem Weg des kindlichen Vertrauens in einen gebetsvollen und direkten Dialog mit ihm einzutreten.

Worum wir im Vaterunser bäten, sei bereits alles verwirklicht und uns im eingeborenen Sohn gegeben: die Heiligung des Namens, das Kommen des Reichs, die Gabe des Brotes, der Vergebung und der Befreiung vom Bösen. Während wir beteten, öffneten wir unsere Hand, um zu empfangen. Das Gebet, das der Herr uns gelehrt habe, „ist die Zusammenfassung jedes Gebets, und wir richten es immer in Gemeinschaft mit den Brüdern und Schwestern an den Vater“.

Nach dem Angelus erinnerte der Papst an den dramatischen Schiffbruch der letzten Tage in den Gewässern des Mittelmeers, bei dem Dutzende von Migranten, darunter Frauen und Kinder, ihr Leben verloren haben:

„Ich appelliere erneut von Herzen an die internationale Gemeinschaft, unverzüglich und entschlossen zu handeln, um zu vermeiden, dass sich ähnlicher Tragödien wiederholen, und die Sicherheit und Würde aller zu gewährleisten. Ich lade euch ein, mit mir für die Opfer und ihre Familien zu beten“.

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