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Gebetstipps aus den unterschiedlichen franziskanischen Orden

25. August 2019 in Buchtipp, 1 Lesermeinung
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„Diese Gebetsschule ist sehr geeignet für suchende Menschen, die sich noch nie oder nur wenig mit der Kontemplation beschäftigt habe“ - Buchtipp „Franziskanische Gebetsschule“ - Von Hans Jakob Bürger


Linz (kath.net) Ein informatives Buch aus dem EOS-Verlag gibt Einblick und erläutert die franziskanische Gebetsschule. Gemeint ist nicht, wie vielleicht manch schelmischer Leser vermuten könnte, eine Gebetslehre des derzeitigen Papstes. Die hier vorliegende und schön gestaltete Gebetsschule bezieht sich auf die Frömmigkeit und das Gebetsleben in den unterschiedlichen franziskanischen Orden. Die beiden Autoren, ein Franziskanerpater und eine Franziskanerin beziehen sich dabei auf ihre eigenen Erfahrungen als Kursleiter von Exerzitien. So sind die einzelnen Kapitel entsprechend dieser Methode aufgebaut: wahrnehmen, erwägen, schauen und schließlich sich verwandeln lassen.

Dabei ist das „aktive Tun franziskanischer Kontemplation“ „eingebettet in das Gnadenwirken Gottes“. Denn Gott ist es, der sich schenkt und das Menschenherz verwandeln kann.

Diese Gebetsschule ist sehr geeignet für suchende Menschen, die sich noch nie oder nur wenig mit der Kontemplation beschäftigt habe. Es ist eine Art Grundkurs, der jedoch im Verlauf der 21 Kapitel immer tiefer hineinführt ins Wesen des geistlichen Lebens und der Kontemplation. Jeweils folgen einer Hinführung in die einzelnen Kapitel geistliche Texte, etwa von Heiligen aus dem Franziskanerorden, auch Gebete, die immer in eine praktische Übung münden. Anschauliche Skizzen wollen die jeweilig verschiedenen Situationen im Leben des Suchenden und Frommen noch verdeutlichen. Den „Kursteilnehmern“ dieses Buches wird es leicht gemacht, Schritt für Schritt zu folgen. Die „Franziskanische Gebetsschule“ ist nicht aufdringlich. Sie bietet an, in jeder Woche ein Kapitel zu bearbeiten.


Manche Anleitungen wirken auf den Rezensenten jedoch befremdlich, wohl wissend, dass sie heutzutage in vielen katholischen Einrichtungen zur Art und Weise der Methode gehören; leicht abgewandelt findet man sie auch in antikatholischen Yoga- oder sonstigen Meditationskursen: „Guter Sitz, Atem wahrnehmen, fließen lassen – Leib wahrnehmen: ich bin da! – Ich mache mir den Blick Gottes/Jesu bewusst und lasse mich anschauen …“

Immer wieder begegnen den Teilnehmern der Gebetsschule aber auch Texte von Heiligen, die womöglich für ihn leichter zu fassen sind.

„Der ganze Mensch erschauere, die ganze Welt erbebe, und der Himmel juble, wenn auf dem Altar in der Hand des Priesters Christus, der Sohn des lebendigen Gottes ist! O wunderbare Hoheit und staunenswerte Herablassung!“ (Hl. Franziskus)

Neben schönen Farbbildern ist dieses Buch ausgestattet mit einem umfangreichen Register weiterführender Literatur.

„Behaltet nichts von euch für euch zurück,
damit euch ganz aufnehme,
der sich euch ganz hingibt!“
(Hl. Franziskus)

kath.net-Buchtipp
Franziskanische Gebetsschule
Von Christina Mülling; Paul Zahner
Hardcover, 160 Seiten; mit Farbabbildungen
2018 Eos Verlag
ISBN 978-3-8306-7909-7
Preis Österreich: 20.60 EUR

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Foto Titelblatt (c) EOS-Verlag


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Lesermeinungen

 Stefan Fleischer 25. August 2019 

Beten

Es gibt sehr viele verschiedene Arten, Formen und Formeln des Betens, verschiedene Spiritualitäten und Traditionen, Lebensumstände und konkrete Einzelfälle. Wichtig scheint mir, dass wir das Wesen des Gebetes nie aus den Augen verlieren.
Beten nicht einfach ein Tun, so sehr es sich auch oft in solchem äussert. Beten ist immer zuerst eine innere Haltung, eine Ausrichtung auf Gott, die Beziehungspflege zu ihm. Mag es auch noch so sehr um unsere Sorgen und Nöte gehen, Gott muss im Zentrum stehen. Mag es uns noch so sehr erbauen, vielleicht sogar in Hochstimmung versetzen, Gott und sein Heiliger Wille muss das Ziel bleiben. Mögen wir auch noch so viel erhoffen, wir müssen uns bewusst bleiben, dass alles Gnade ist, was wir erhalten. So wichtig auch die Regelmässigkeit und auch die Gemeinschaft im Gebet sind, so gilt doch was einmal einer geschrieben hat: «Wir müssen nicht viel beten, wir müssen immer beten.» «Du bist bei mir, Herr, bleibe Du bei mir. Amen.»


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