Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  2. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  3. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  4. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  5. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  6. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  7. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  8. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  9. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  10. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  11. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  12. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  13. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  14. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  15. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden

"Beeilen wir uns zu lieben"

17. Juli 2019 in Jugend, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Zuletzt fällt mir immer wieder auf, dass wir Menschen eine schlechte Angewohnheit haben: Immer und überall das Schlechte zu sehen" - Jugendkolumne von kath.net - Von Viktoria Samp


Linz (kath.net)
Zuletzt fällt mir immer wieder auf, dass wir Menschen eine schlechte Angewohnheit haben: Immer und überall das Schlechte zu sehen – in einem Ereignis, in uns selbst, aber auch im anderen Menschen. Und ich glaube, darin kann man etwas wundervolles erkennen: All das Gute ist schon so sehr zur Normalität geworden, dass es uns gar nicht mehr auffällt! Wie gut es uns doch gehen muss. Doch warum sehen wir das so selten?

Ich glaube es liegt daran, dass wir einfach vergessen haben, es auszusprechen, dass wir vergessen haben, „Danke“ oder „Wie gut, dass es Dich gibt“ zu sagen. Vor allem im Kontakt mit anderen Menschen machen wir immer wieder die Erfahrung, dass erst dann, wenn wir jemanden verlieren, umziehen oder wenn der Kontakt aus irgendeinem anderen Grund abgebrochen wird, wirklich zu schätzen wissen, wie viel uns diese Person bedeutet und wie sie uns und unser Leben, unseren Alltag bereichert hat. Wie viel würden wir dann geben, um diese Person wieder zurückzugewinnen? Sobald wir einmal wegziehen, sind wir in der Lage unseren ganzen Tag umzuplanen, wenn wir erfahren, dass diese Person in der Nähe sein wird.


Schlimmer ist es, wenn wir jemanden
verlieren und wissen, dass wir diese Person im irdischen Leben nicht mehr wiedersehen werden. Nach einigen solchen Erfahrungen hat sich für mich ein wunderschöner Satz des polnischen Priesters und Lyrikers Jan Twardowski immer wieder bestätigt: „Beeilen wir uns die Menschen zu lieben, sie gehen so schnell“. Man möchte noch hinzufügen: „Beeilen wir uns auch, ihnen diese Liebe zu zeigen“. Die Gesellschaft setzt immer mehr auf Individualität, wir werden getrimmt, uns Ziele zu setzen und sie um jeden Preis zu erreichen und uns mit den Ellenbogen durchzukämpfen. Lob und Dankbarkeit sind da fehl am Platz. Und doch haben wir schon so oft die Erfahrung gemacht, wie hilfreich und aufbauend Dankbarkeit und Herzlichkeit ist, die uns entgegengebracht wird.

Wir wissen nie, in welcher Situation sich unsere Mitmenschen aktuell befinden, aber sicher ist, dass sie ebenso geliebt werden möchten, wie wir. Wie oft beten wir darum, die große Liebe, eine wahre Freundschaft, gute Menschen kennenzulernen und warten auf das große Wunder? Die wunderbare Nachricht ist, dass auch, wenn ohne Gottes Gnade nichts möglich ist, doch vieles auch an uns selbst hängt und Gott uns als Seine Werkzeuge einsetzen möchte, um den Menschen Liebe auszuteilen. Würden wir alle nur darauf warten, diese Liebe zu empfangen, wer würde sie dann noch geben? Sollten wir nicht auch darum beten, dass gerade wir für jemanden die große Liebe, die wahre Freundschaft, ein Segen sein können?

Nichts in unserem irdischen Leben können wir „unser“ nennen, alles ist uns nur auf Zeit gegeben. Diese Perspektive kann uns dabei helfen, all das, was wir erhalten haben, wert zu schätzen, es nicht als Selbstverständlichkeit zu erfahren, sondern als eine Gnade, aus der wir das beste schöpfen dürfen. Jeder Mensch ist einzigartig und niemanden wird es je nochmal geben.

Und doch gehen wir so oft so gleichgültig an ihnen vorbei… Schlimmer noch, wenn wir uns über sie ärgern, ohne sich wirklich bewusst zu sein, was für ein Wunder sie doch sind. Jeder Mensch ist von Gott gewollt und trägt etwas Gutes in sich. Auch wir als seine Mitmenschen sind dafür verantwortlich, das Beste aus ihm herauszuholen. Vor allem in Bezug auf unsere Nächsten – die eigene Familie, den Freundeskreis – haben wir eine große Verantwortung. Eine einfache, neue Angewohnheit könnte werden, unseren Mitmenschen mindestens so viele Komplimente wie Vorwürfe zu machen. Es hilft nicht nur uns selber, uns mehr auf das Positive zu konzentrieren, sondern auch unseren Mitmenschen selbst, denn es motiviert ihn, sich im Guten zu üben.

Beeilen wir uns, die Menschen zu lieben, ihnen zu zeigen, was sie für uns bedeuten, ihnen Zeit zu schenken und erfahren wir aufs Neue, wie viel Gutes in ihnen steckt.


Video-Blog mit Nicole - Die Tugenden - Teil 1 - Die Klugheit from kath.net on Vimeo.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Jugendkolumne

  1. Wenn Gott dich ruft: Bist du da?
  2. Brennt dein Herz noch für Gott?
  3. Der Friede, den Gott dir nachwirft
  4. Ruhelos in der Welt, doch ruhig in Christus
  5. Jesu Kreuzesopfer und dein Bekenntnis
  6. Gnade in jedem Augenblick
  7. Die Sehnsucht Christi nach dir
  8. Gerufen, das Blut Christi zu lieben
  9. Große Veränderung beginnt von kleinen Fortschritten
  10. Berufen zur Blume im Garten Gottes







Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND im SOMMER - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  4. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  5. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  6. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"
  7. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  8. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  9. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  10. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  11. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  12. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  13. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  14. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  15. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz