Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  2. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  3. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  7. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  8. 2025 wurden 46 römisch-katholische Kirchen und Kapellen in Deutschland profaniert
  9. Direkt nach dem Jahreswechsel brannte die Amsterdamer Vondelkirche lichterloh
  10. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  11. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  12. Schweiz: Bischöfe beten für Opfer der Brandkatastrophe in Skiort
  13. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  14. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel
  15. Streit um Papstkreuz im Wiener Donaupark

Der Schatz des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter

14. Juli 2019 in Aktuelles, 30 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: nicht wir definieren nach unseren Kriterien, wer der Nächste ist und wer nicht, sondern die Person in Not, die erkennen muss, wer ihr Nächster ist. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Angelus am fünfzehnten Sonntag im Jahreskreis. In seiner Ansprache vor dem traditionellen Mittagsgebet kommentierte Papst Franziskus das Evangelium vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25-37):

„Ein Gesetzeslehrer stand auf, um Jesus auf die Probe zu stellen, und fragte ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben? Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst. Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach und du wirst leben!“.

Es habe jedoch unterschiedliche Interpretationen gegeben, wer als „Nächster“ zu verstehen sei. Tatsächlich frage dieser Mann weiter: „Und wer ist mein Nächster?“ (V. 29). An dieser Stelle antworte Jesus mit dem Gleichnis, das dank des Evangelisten Lukas zum Paradigma für das Leben des Christen geworden sei.


Der Protagonist der kurzen Geschichte sei ein Samariter, der auf dem Weg einen Mann treffe, der von Räubern ausgeraubt und geschlagen worden sei und sich um ihn kümmere. Wir wüssten, dass die Juden die Samariter mit Verachtung behandelt und sie dem auserwählten Volk gegenüber als Fremde betrachtet hätten. Es sei daher kein Zufall, dass Jesus einen Samariter als positiven Charakter im Gleichnis gewählt habe.

Auf diese Weise wolle er Vorurteile überwinden und zeigen, dass selbst ein Fremder, auch wenn er den wahren Gott nicht kenne und nicht in seinem Tempel sei, in der Lage sei, sich seinem Willen entsprechend zu verhalten, Mitleid mit seinem bedürftigen Bruder zu empfinden und ihm mit allen Mitteln zu helfen.

Auf demselben Weg seien vor dem Samariter bereits ein Priester und ein Levit vorbeigekommen, also Menschen, die sich dem Kult Gottes verschrieben hätten. Doch als sie den armen Mann am Boden gesehen hätten, seien sie weitergegangen, ohne anzuhalten, wahrscheinlich um nicht mit seinem Blut verunreinigt zu werden. Sie hätten eine mit dem Kult verbundene menschliche Regel vor das große Gebot Gottes gestellt, der vor allem Barmherzigkeit wünsche.

Jesus schlage also als Vorbild den Samariter vor, der durch die Liebe zu seinem Bruder zeige, dass er Gott von ganzem Herzen und mit aller Kraft liebe und gleichzeitig wahre Religiosität und volle Menschlichkeit zum Ausdruck bringe.

Nachdem Jesus das Gleichnis erzählt habe, wende er sich wieder dem Gesetzeslehrer zu, der ihn gefragt habe: „Wer ist mein Nächste?“ und frage ihn: „Wer von diesen dreien meinst du, ist dem der Nächste geworden, der von den Räubern überfallen wurde?“ (V. 36). Auf diese Weise kehre er die Frage seines Gesprächspartners und auch die Logik von uns allen um. Es mache uns verständlich, dass nicht wir nach unseren Kriterien definierten, wer der Nächste ist und wer nicht, sondern die Person in Not, die erkennen müsse, wer ihr Nächster sei. Der Schlüssel sei, Mitleid vor einem Menschen in Not zu empfinden.

Dieser Schluss zeige, dass die Barmherzigkeit gegenüber einem Menschenleben in Not das wahre Gesicht der Liebe sei. So werde man zu einem wahren Jünger Jesu und das Antlitz des Vaters offenbare sich. Auf diese Weise werde das Gebot der Liebe zu Gott und zum Nächsten zu einer einzigen und beständigen Regel des Lebens.




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Angelus

  1. Die Gnade der Eucharistie: essen und gesättigt werden
  2. Der Sinn von Christi Himmelfahrt. Zwei Handlungen: Ankündigung der Gabe des Geistes und Segen
  3. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch!
  4. Hören, kennen, folgen
  5. Die Zeit, mit Jesus neu anzufangen, mit ihm hinauszufahren
  6. Auch wir sind wie Thomas
  7. Die Wahrheit, die uns frei macht
  8. Bekehren wir uns vom Bösen, entsagen wir der Sünde!
  9. Die Verklärung und die Gnade der Wachsamkeit
  10. Die Versuchungen und der Kampf gegen das Böse






Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  4. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  5. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  6. Wie Johannes vom Kreuz mit nervigen Menschen umging
  7. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  8. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  9. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  10. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  11. Ein Frühstück für den Verleugner
  12. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  13. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  14. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  15. Warum zwei Kardinäle aus Afrika erst jetzt 80 Jahre alt werden

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz