Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  4. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  8. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  9. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  10. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  11. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  12. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  13. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  14. Wir machen da was mit Medien
  15. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich

Kardinal Müller: Echte Reform der Kirche heißt Erneuerung in Christus

10. Juli 2019 in Weltkirche, 58 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation übt scharfe Kritik am ‚Instrumentum laboris’ der Amazonien-Synode und sieht einen Zusammenhang mit dem ‚synodalen Weg’ der Kirche in Deutschland.


Rom (kath.net/jg)
Das Arbeitsdokument („Instrumentum laboris“) der Amazonien-Synode sei in weiten Teilen eine Projektion europäischen theologischen Denkens auf die Amazonasregion. Das sagte Gerhard Ludwig Kardinal Müller, der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation, in einem Interview mit Edward Pentin, dem Vatikankorrespondenten des National Catholic Register. (Siehe Link am Ende des Artikels)

Müller warnte vor einer Überbewertung des „Instrumentum laboris“. Es sei eine Diskussionsgrundlage und kein lehramtliches Dokument der Kirche. Es sei großteils von Männern mit Wurzeln im deutschsprachigen Raum verfasst und nicht von Menschen aus dem Amazonasgebiet und spiegle eine europäische theologische Perspektive wieder, deren Ideen schon vor 30 Jahren aufgetaucht seien.

„Nicht alle diese Ideen sind im Einklang mit grundlegenden Elementen der katholischen Theologie“, sagte der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation wörtlich. Dies gelte insbesondere für das Verständnis von Religion. Das Christentum verstehe sich als Glaube, der von Gott geoffenbart worden ist, an die Inkarnation des Wortes Gottes in Jesus Christus. Der katholische Glaube sei keine Religion im Sinne einer natürlichen, vom Menschen ausgehenden Beziehung zur Transzendenz, sagte Müller – offenbar im Hinblick auf die im „Instrumentum laboris“ zum Ausdruck kommende Wertschätzung indigener Naturreligionen.


Weil Gott in Christus Mensch geworden sei und in seinem Kreuz das Leid aller auf sich genommen habe, könne die Offenbarung nicht als Ausdruck der europäischen Kultur relativiert werden, sagte Müller.

Die von Edward Pentin im Interview angesprochene Befreiungstheologie sieht Kardinal Müller in einem weiteren Sinn. Befreiung sei tatsächlich ein grundlegendes Element des katholischen Glaubens, weil wir durch Jesus Christus von der Last der Sünden befreit sind und damit von der Gottferne.

Diese Freiheit bringe auch die Heilung innerweltlicher Verhältnisse und Dimensionen mit sich. Richtig verstanden bedeute sie auch, dass Christen in der Gesellschaft Verantwortung übernehmen für eine integrale Entwicklung, die nicht nur materielle Aspekte berücksichtigt, sondern Raum für die Gemeinschaft mit Gott lässt. Man könne die Kirche aber nicht in eine „NGO nur für die weltliche Entwicklung“ umwandeln, sodass diese den Mittelpunkt des Glaubens bilde.

Diese Gefahr sieht Müller in der Ausrichtung des „Instrumentum laboris“, deren Verfasser nach seiner Aussage „keine großen Theologen“ sind und einen „eher praktischen, ideologischen Zugang zu den Fragen“ haben.

Zölibat

Der Zölibat sei in der westlichen, lateinischen Tradition der Kirche tief in der Spiritualität des Priestertums verwurzelt, erinnerte der Kardinal. Es sei nicht nur eine externe disziplinäre Frage, sondern berühre das Priestertum wesentlich, sagte Müller und verwies auf das Dekret „Presbyterorum ordinis“ des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Die Krise des Christentums in der westlichen Welt habe nichts mit dem Priesterzölibat zu tun, sondern sei eine Krise des Glaubens und auch der spirituellen Führung.

Pentin sprach in diesem Zusammenhang noch einmal den großen Einfluss deutschsprachiger Theologen auf die Amazonien-Synode an. Müller erwiderte, dass dies kein guter Einfluss sei, weil die katholische Kirche in Deutschland in Niedergang sei. Die Führungspersönlichkeiten der Kirche in Deutschland würden die wahren Ursachen dafür nicht sehen, sondern über die Sexualmoral, den Zölibat und das Frauenpriestertum sprechen. Wörtlich sagte er: „Sie sprechen aber nicht über Gott, Jesus Christus, die Gnade, die Sakramente und Glaube, Hoffnung und Liebe, die theologischen Tugenden und die Verantwortung der Christen und der Kirche für die Entwicklung einer Gesellschaft, die stark von Legalismus und Verzweiflung geprägt ist.“

Für Müller ist es kein Zufall, dass der „synodale Weg“ der deutschen Bischöfe zur gleichen Zeit wie die Amazonien-Synode begonnen wurde. Sie hätten die wahren Ursachen des sexuellen Missbrauchs, der zum Anlass für den synodalen Weg genommen worden ist, nicht erkannt und würden über Dinge sprechen, die nichts damit zu tun hätten, kritisierte der Kardinal.

Das Beispiel des europäischen Protestantismus könne zeigen, wohin der Weg führe. Dessen Zustand sei noch schlechter als jener der katholischen Kirche, obwohl die Protestanten verheiratete Pastoren hätten und gleichgeschlechtliche „Ehen“ akzeptieren würden.

Bischöfe hätten eine apostolische Mission und seien keine Politiker, betonte der Kardinal. Eine echte Reform der Kirche habe eine Erneuerung in Christus und „ein Wiedererwachen des apostolischen Eifers für das ewige Heil des Menschen“ zum Ziel, sagte er wörtlich.


© Foto: kath.net Markus Gehling



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Müller Kardinal

  1. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  2. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  3. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  4. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  5. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  6. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  7. Kard. Müller: „Deutsche Diözesen sind Teil der Weltkirche und nur insofern katholisch, als sie…“
  8. „Jesus ist also nicht aus religiöser Poesie geboren…“
  9. „Im Jubiläumsjahr ermutigt uns die Kirche, vom Geschenk der Barmherzigkeit Gottes zu profitieren“
  10. Kardinal Müller im „Giornale“-Interview: „Der Papst ist kein Star – Nein zum LGBTQ+-Jubiläum“







Top-15

meist-gelesen

  1. „Der Kurierfahrer steuerte die falsche Tür an und landete versehentlich in der Kathedrale“
  2. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  3. Fatima-Tag in Berlin
  4. Lucky Luke wird in Jubiläums-Comic zum Heiligen
  5. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  6. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland
  7. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  8. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  9. Impuls für Körper und Geist: Kirchensportler empfehlen das Jesus-Gebet
  10. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  11. Im Licht der Liebe
  12. Gott inmitten von Töpfen und Geschirr
  13. Künstlerin Akiane Kramarik erzählt von Vision des Himmels in ihrer Kindheit
  14. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  15. Bravo! Erbprinz Alois legt Veto gegen Abtreibungsgesetz in Liechtenstein ein

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz