Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  2. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  3. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  4. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  5. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  6. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  7. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  8. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  9. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  10. Die Stunde der Heuchler
  11. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  12. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  13. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  14. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  15. Ein einziges Depositum der Wahrheit. Die Einheit von Schrift und Tradition

Erinnerung – Hoffnung – Nähe

16. Juni 2019 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus in Camerino: die Dreifaltigkeit – das herrliche Geheimnis der Nähe Gottes. Aufruf, trotz aller Erdbebenschäden und Langsamkeiten beim Wiederaufbau nicht zu verzagen. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Am heutigen Dreifaltigkeitssonntag besuchte Papst Franziskus die Erdbebengebiete des Erzbistums Camerino-Sanseverino in den Marken. Bei der Landung des Hubschraubers auf dem Sportplatz der Universität Camerino, in der Ortschaft Calvie wurde Franziskus von Erzbischof Francesco Massara sowie von Herrn Luca Ceriscioli, Präsident der Region Marken; Frau Iolanda Rolli, Präfekt von Macerata; Herrn Antonio Pettinari, Präsident der Provinz Macerata; Herrn Gianluca Pasqui, Bürgermeister von Camerino und von Herrn Professor Claudio Pettinari, Rektor der Universität Camerino, empfangen. Im Anschluss daran besuchte Franziskus die Notunterkünfte und begegnete den Familien, die dort wohnen, in der Ortschaft Cortine. Nach dem Besuch der der Kathedrale und einer Begegnung mit den Bürgermeistern der Ortschaften der Diözese feierte Franziskus auf der Piazza Cayour die heilige Messe.

„Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst“, lauten die Worte des Antwortpsalms: „Diese Worte kamen mir in den Sinn, als ich an euch dachte“, so der Papst in seiner Predigt. Angesichts dessen, was die Menschen erfahren und erlitten hätten, stelle sich vor einstürzenden Häusern und Gebäuden, die in Schutt und Asche lägen, die Frage: „Was ist der Mensch überhaupt? Was ist er, wenn das, was er errichtet, in einem Moment zusammenbrechen kann? Was ist er, wenn seine Hoffnung in Staub enden kann? Was ist der Mensch?“.


Die Antwort scheine aus der Fortsetzung des Satzes zu kommen: „dass du seiner gedenkst“. Niemand sei in den Augen Gottes verachtenswert, jeder habe einen unendlichen Wert für ihn.

„Erinnerung“ sei ein Schlüsselwort für das Leben. „Bitten wir um die Gnade“, so Franziskus, „dass wir uns jeden Tag daran erinnern, dass wir nicht von Gott vergessen werden, dass wir seine geliebten Kinder sind, einzigartig und unersetzlich. Wenn wir uns daran erinnern, gibt es uns die Kraft, nicht vor den Rückschlägen des Lebens aufzugeben. Wir erinnern uns, wie viel wir wert sind, dies angesichts der Versuchung, traurig zu sein und weiterhin das Schlimmste auszugraben, das scheinbar niemals enden wird“.

Schlechte Erinnerungen kämen auf, auch wenn wir nicht an sie denken. Doch sie zahlten schlecht: sie hinterließen nur Melancholie und Nostalgie. Es sei jedoch schwer, sich von schlechten Erinnerungen zu befreien.

Um das Herz von der Vergangenheit zu befreien, die zurückkehrt, von den negativen Erinnerungen, die gefangen hielten, von dem Bedauern, das lähme, brauche es jemanden, der uns helfe, die Lasten zu tragen, die wir in uns hätten. Gott entlaste uns nicht, wie wir es möchten. Der Herr gebe uns den Heiligen Geist und damit die Hoffnung – zweites Schlüsselwort. Wir brauchten ihn, weil er der Tröster sei. Er verwandle unsere Sklavenerinnerung in freie Erinnerung, „die Wunden der Vergangenheit in Erinnerungen des Heils“.

Wenn wir beunruhigt oder verwundet seien, würden wir dazu gebracht, uns um unsere Traurigkeit und unsere Ängste herum ein „Nest“ zu bauen. Der Geist hingegen befreie uns von unseren Nestern, er lasse uns fliegen, er offenbare uns das wunderbare Schicksal, für das wir geboren worden seien: „Der Geist nährt uns mit lebendiger Hoffnung. Laden wir ihn ein! Bitten wir ihn, zu uns zu kommen, und er wird sich nähern!“.

Nach Erinnerung und Hoffnung sei Nähe das dritte Wort. Die Dreifaltigkeit, so der Papst an deren Festtag, sei kein „theologisches Rätsel“, sondern das herrliche Geheimnis der Nähe Gottes. Die Dreifaltigkeit sage uns, dass wir dort oben im Himmel keinen einsamen Gott hätten, fern und gleichgültig: „nein, er ist der Vater, der uns seinen Sohn gegeben hat, der Mensch geworden ist wie wir und der, um uns noch näher zu sein, um uns zu helfen, die Lasten des Lebens zu tragen, uns seinen eigenen Geist sendet“.

Er, der Geist sei, komme in unseren Geist und tröste uns so von Innen heraus, er bringe die Zärtlichkeit Gottes in uns. Mit Gott blieben die Lasten des Lebens nicht auf unseren Schultern: der Geist, den wir jedes Mal benennten, wenn wir das Kreuzzeichen machten, komme, um uns Kraft zu geben, uns zu ermutigen, die Lasten zu tragen. Tatsächlich sei er ein „Spezialist der Wiederbelebung, der Auferweckung und des Wiederaufbaus“.

Es brauche mehr Kraft, um zu reparieren als zu bauen, um neu anzufangen als einfach zu beginnen, um sich zu versöhnen als einmütig zu sein. Das sei die Kraft, die Gott uns gebe. Wer sich daher Gott nähere, werde nicht niedergeschlagen sein, „er geht weiter: er fängt wieder an, er versucht es noch einmal, er baut wieder auf“.

Fast drei Jahre seien vergangen, rief Franziskus in Erinnerung, und es bestehe die Gefahr, dass nach dem ersten emotionalen und medialen Engagement die Aufmerksamkeit nachlasse und die Versprechungen in den Hintergrund träten und vergessen würden und die Frustration derer zunehme, die sähen, wie sich das Territorium zunehmend entvölkere. Der Herr dränge stattdessen dazu, „sich zu erinnern, zu reparieren, wieder aufzubauen und es gemeinsam zu tun, ohne jemals die Leidenden zu vergessen“.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus Papst

  1. Papst Franziskus möchte an Ostermesse teilnehmen
  2. Genesung in kleinen Schritten: Papst geht es etwas besser
  3. Vatikan kündigt nach fünf Wochen ersten Auftritt des Papstes an
  4. Papst will Aschermittwochs-Bußprozession selbst leiten
  5. Vom Argentinier zum Römer: Franziskus über seinen Start als Papst
  6. Fußballbegeisterter Papst mit zwei linken Füßen
  7. Papst will keine Ordensfrauen mit "Essiggesicht"
  8. Papst besucht an Allerseelen Gräber ungeborener Kinder
  9. Dilexit nos
  10. Belgien: Nach Papstaussagen zu Abtreibung und Frauen wollen sich nun 520 Personen ‚enttaufen’ lassen






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  4. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  7. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  8. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  9. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  10. Die Stunde der Heuchler
  11. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  12. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  13. Goldensteiner Schwestern: Schwere Vorwürfe um Spendengelder
  14. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  15. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz