Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte wies Klage dreier abtreibungsverweigernder Hebammen ab
  2. Vatikan unterstützt Bischof, der sein Priesterseminar wegen Widerstands gegen Handkommunion schließt
  3. Schwedischer Kardinal Arborelius: „Wir haben nicht diesen Gegensatz zwischen Priestern und Laien“
  4. Papst em. Benedikt XVI. an Gesichtsrose erkrankt und „äußerst gebrechlich“
  5. „Die deutsche Kritik geht am eigentlichen Anliegen der Instruktion völlig vorbei“
  6. Vatikan bietet deutschen Bischöfen Gespräch zu Reformpapier an
  7. Papst in Buchbeitrag: Corona lässt Leben neu auf Gott ausrichten
  8. Die Theologie versagt auf ganzer Linie
  9. Vier ganz konkrete Wege, wie die Menschen, heute, Gott begegnen können!
  10. 27-Jähriger macht mit 15-Kilo-Kreuz eine Bußwallfahrt durch Polen
  11. Hochrangige Muslime erheben Anspruch auf Kathedrale von Cordoba
  12. "Tötungswillige Ärzte gesucht!"
  13. Weinhostien für das evangelische Abendmahl in Zeiten von Corona
  14. China: Keine Sozialhilfe, so lange christliche Symbole in der Wohnung sind
  15. Kataloniens Präsident kündigt Sanktionen gegen Kardinal Omella an

Sri Lanka: Christen stehen weiterhin unter Schock

15. Juni 2019 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„An Ostersonntag waren mehr Attentäter beteiligt, als anschließend festgenommen wurden. Jeder weiß also ganz genau: Irgendwo da draußen laufen noch hochgefährliche Leute rum, die jederzeit wieder zuschlagen könnten.“


Wien-München (kath.net/KIN) „Die Anschläge haben viele Leute an den Ausnahmezustand zu Zeiten des Bürgerkriegs erinnert. Die Bevölkerung und insbesondere alle Christen Sri Lankas stehen weiterhin unter Schock“, so das Fazit von Veronique Vogel. Genau vier Wochen nach den Terroranschlägen von Ostersonntag, die landesweit hunderte Tote und Verletzte zu verantworten hatten, hat sich die für das Land zuständige Asien-Projektreferentin von KIRCHE IN NOT (ACN) selbst ein Bild von der Situation vor Ort gemacht.

Sie berichtet von einer landesweit angespannten Lage, immer wieder aufkommenden Unruhen und Furcht: „Die Sicherheitsmaßnahmen in ganz Sri Lanka waren bei unserem Besuch sehr groß, Sicherheitskräfte und das Militär waren überall präsent. Insbesondere die christliche Bevölkerung hat weiterhin Angst. Es ist bekannt, dass an Ostersonntag mehr Attentäter beteiligt waren, als anschließend ermittelt und festgenommen werden konnten. Jeder weiß also ganz genau: Irgendwo da draußen laufen noch hochgefährliche Leute rum, die jederzeit wieder zuschlagen könnten.“

Derzeit appelliert der Erzbischof der Diözese Colombo, Albert Malcolm Kardinal Ranjith, an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren und keine Racheakte auszuüben. „Immer wieder spürte ich während der Reise, dass die Christen dankbar für die Worte ihres Erzbischofs waren und sie beherzigt haben“, stellt Veronique Vogel fest. Innerhalb weniger Tage hat eine kleine Delegation von KIRCHE IN NOT insbesondere die Regionen um die Hauptstadt Colombo und der Nachbarstadt Negombo besucht, wo die meisten der Anschläge auf Kirchen und Hotels stattfanden. „Mit der Reise wollten wir uns persönlich ein Bild vom Zustand der katholischen Gemeinden machen und ihnen unsere Solidarität versichern. Denn es waren ja ganz gezielt Christen, die Opfer des Terrors wurden“, so Vogel. „Uns ist wichtig, die Wohltäter von KIRCHE IN NOT aus erster Hand über die Lage vor Ort zu informieren, damit wir nicht vergessen, für Sri Lanka zu beten und dem Land unsere Unterstützung zukommen lassen können.“


Seit dem 21. Mai, genau einem Monat nach der Anschlagsserie, seien die Kirchen im Land wieder den Gläubigen zugänglich, doch viele Christen seien schwer traumatisiert, berichtet Veronique Vogel: „Viele haben mir erzählt, dass sie momentan Angst haben, in eine Kirche zu gehen oder sich fürchten, wenn sie Glocken erklingen hören. Ein bedrückendes Zeugnis davon, wie belastend die Erinnerungen an Ostersonntag für sie sein müssen.“ Dennoch konnte sie feststellen, dass die Erlebnisse viele Menschen, die selbst Opfer wurden oder Angehörige verloren haben, in ihrem Glauben bestärkt haben. „Die Leute verstehen zwar nicht, weshalb ausgerechnet ihnen in Sri Lanka solches Leid widerfahren ist, nachdem die Zustände die letzten Jahre verhältnismäßig ruhig waren. Aber sie haben einen immensen Lebenswillen und starken Glauben. Die Christen und alle Menschen in Sri Lanka wollen keinen Bürgerkrieg mehr, sondern sich für dauerhaften Frieden engagieren“, betont die KIRCHE IN NOT-Referentin.

Der Besuch eines Franziskaner-Konvents in Negombo habe Veronique Vogel besonders beeindruckt: Das Konvent befinde sich direkt gegenüber der katholischen Kirche St. Sebastian, wo bei den Anschlägen allein dort mindestens 100 Menschen getötet wurden. Die Franziskaner haben uns Videos mit schrecklichen Szenen vom Tattag gezeigt – und seien sie sofort nach den Explosionen zur Stelle gewesen, hätten sich um Verletzte gekümmert und Tote geborgen. „Trotz dieser traumatischen Erfahrungen sind sie aktuell ein Zeugnis gelebter Nächstenliebe, die sich ihren Glauben und ihre Hilfsbereitschaft nicht von Terror und Gewalt nehmen lassen.“

Der Inselstaat Sri Lanka liegt im Indischen Ozean und hat rund 22 Millionen Einwohner, darunter 70 Prozent Buddhisten, 12,5 Prozent Hindus, 9,5 Prozent Muslime und 8 Prozent Christen. Bei einer Serie von Anschlägen am Ostersonntag, 21. April 2019 kamen insbesondere in drei christlichen Kirchen und drei Hotels in der Hauptstadt Colombo, der Nachbarstadt Negombo und der an der Ostküste gelegenen Stadt Batticaloa zahlreiche Menschen zu Tode oder wurden schwer verletzt. Derzeit wird von landesweit mindestens 253 Toten und rund 500 Verletzten ausgegangen. Die Behörden machen eine lokale, radikal-islamistische Gruppierung und Dschihadisten für die Taten verantwortlich.

KIRCHE IN NOT hat in den letzten 15 Jahren über 8 Millionen Euro in Projekte in Sri Lanka investiert. Mit dem Geld wurden unter anderem der Bau christlicher Einrichtungen, Messstipendien für Priester, theologische Ausbildungen und die Anschaffung christlicher Literatur vor Ort finanziert. Nach den jüngsten Terroranschlägen wird sich KIRCHE IN NOT umso mehr für langfristige pastorale Hilfe im Land engagieren, damit die Wunden heilen und die Gemeinden wieder Hoffnung und Zuversicht erlangen können.

KIRCHE IN NOT ist ein internationales katholisches Hilfswerk. Das Werk leistet weltweit geistliche und materielle Hilfe für Christen, die wegen ihres Glaubens bedroht oder verfolgt werden.

Weitere Infos und Fotos:
Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Schweiz

Kirche in Not Deutschland

Foto: Gläubige beten in der von den Bombenanschlägen beschädigten St.-Sebastian-Kirche in Negombo © Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Christenverfolgung

  1. China: Keine Sozialhilfe, so lange christliche Symbole in der Wohnung sind
  2. Rumänien: 16. August künftig Gedenktag für verfolgte Christen
  3. "Kirche in Not": Christentum weltweit meist verfolgte Religion
  4. „Bildung gibt einem Kind einen Schlüssel für die Zukunft“
  5. Kritik nach Aus für EU-Sondergesandten zu Religionsfreiheit
  6. China schloss 48 Kirchen innerhalb von zwei Wochen
  7. Schwager von Asia Bibi ermordet
  8. Kirchen in China von Corona-Lockerungen ausgenommen
  9. „Manche träumen immer noch davon, die Christen zu verjagen“
  10. Video gibt Hoffnung für im Niger entführten Missionar








Top-15

meist-gelesen

  1. Hochrangige Muslime erheben Anspruch auf Kathedrale von Cordoba
  2. Vatikan unterstützt Bischof, der sein Priesterseminar wegen Widerstands gegen Handkommunion schließt
  3. „Die deutsche Kritik geht am eigentlichen Anliegen der Instruktion völlig vorbei“
  4. Papst em. Benedikt XVI. an Gesichtsrose erkrankt und „äußerst gebrechlich“
  5. Vatikan bietet deutschen Bischöfen Gespräch zu Reformpapier an
  6. Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte wies Klage dreier abtreibungsverweigernder Hebammen ab
  7. Derzeit ‚führender‘ Corona-Impfstoff stammt aus Zelllinien eines abgetriebenen Kindes 
  8. Schwedischer Kardinal Arborelius: „Wir haben nicht diesen Gegensatz zwischen Priestern und Laien“
  9. Hochschule Heiligenkreuz: Vatikan weist Wege bei Strukturrefomen
  10. Die Theologie versagt auf ganzer Linie
  11. 27-Jähriger macht mit 15-Kilo-Kreuz eine Bußwallfahrt durch Polen
  12. „Papst Benedikt selbst ist optimistisch, dass er bald wieder zu Kräften kommt“
  13. Neues kath.net-Kult-T-Shirt: Crux Sacra Sit Mihi Lux
  14. „Letztlich geht es um die neue Evangelisierung“
  15. Kataloniens Präsident kündigt Sanktionen gegen Kardinal Omella an

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz