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Terror in Burkina Faso

22. Mai 2019 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Bischof erlässt Sicherheitsmaßnahmen für Mitarbeiter - Zunehmende Angriffe auf Geistliche - Gottesdienstzeiten sollen nicht lange im Voraus bekanntgegeben werden


München-Wien (kath.net/KIN) Nachdem in einer Pfarrei seines Bistums Ouahigouya im Nordwesten von Burkina Faso am 13. Mai vier Gläubige getötet wurden, hat Bischof Justin Kientega umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen für die Gläubigen und pastoralen Mitarbeiter seiner Diözese erlassen.

Der Überfall ereignete sich in der Pfarrei „Unsere Liebe Frau“ in Singa. „Die Menschen wurden von Terroristen angegriffen, als sie an einer Prozession zu Ehren der Muttergottes teilnahmen“, erklärte Bischof Kientega im Gespräch mit dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“. „Sie dachten, sie würden entführt, aber sie wurden erbarmungslos hingerichtet.“

Nur einen Tag zuvor hatten Terroristen im Ort Dablo im Bistum Kaya sechs Menschen bei einem Sonntagsgottesdienst getötet, unter ihnen den 34-jährigen Priester Simeon Yampa. Das Land wird aktuell von einer Welle der Gewalt überzogen, die ab 2015 eingesetzt hat. Medienberichten zufolge wurden seither bei islamistischen Angriffen rund 400 Menschen getötet.


Priester sollen auf Tragen der Soutane verzichten

Die von Bischof Kientega erlassenen Sicherheitsmaßnahmen spiegeln die angespannte Situation wider: Um nicht zur Zielscheibe von Terroristen zu werden, legte der Bischof den Priestern nahe, Soutane und Priesterkragen nicht jederzeit offen zu tragen. Weiterhin empfiehlt er seinen Mitarbeitern, bei dienstlichen Fahrten in die oft weit entlegenen Pfarrgebiete keine größeren Fahrzeuge zu benutzen, die Fahrtroute häufig zu wechseln, in Zeiten mit höherem Verkehrsaufkommen zu reisen und Nachtfahrten ganz zu meiden. Gemeindetreffen und Gottesdienstzeiten sollen nicht lange im Voraus bekanntgegeben werden.

Ähnlich wie in anderen Regionen Afrikas oder Asiens fordert der Bischof vor den Kirchen Wachdienste einzurichten, um die Gläubigen bei Gefahr schneller warnen zu können. Der Bischof ruft in seiner Botschaft an die pastoralen Mitarbeiter auch dazu auf, die Dauer von Gottesdiensten und anderen Feiern zu begrenzen. Besonders besorgt zeigt sich Kientega um die Katecheten. Sie leben und arbeiten oft in abgelegenen Gebieten und sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt.

Zunehmende Angriffe auf Geistliche

Seit Jahresbeginn sind in Burkina Faso bereits drei Geistliche bei terroristischen Übergriffen getötet worden, so Ende April der Pfarrer einer protestantischen Gemeinde mit seinen Kindern. Am 17. Mai war ein Salesianerpater im Bezirk Bobo-Dioulasso einem weiteren Mordanschlag zum Opfer gefallen, dem jedoch nach „Kirche in Not“ vorliegenden Informationen kein terroristischer Hintergrund zugrunde liegt.

Bischof Kientega rief im Gespräch mit „Kirche in Not“ dazu auf, verstärkt für das westafrikanische Land zu beten. Seine Botschaft mit den Sicherheitsvorkehrungen schließt der Bischof ebenfalls mit einer Gebetsbitte: „Möge der Herr unserem Land Frieden schenken. Möge er unsere Stärke und Stütze in dieser Zeit der Prüfung sein. Er schenke unseren Märtyrern die ewige Ruhe. Ihr vergossenes Blut möge eine Quelle des Friedens und der geistlichen Fruchtbarkeit sein.“

„Kirche in Not“ unterstützt in Burkina Faso den Bau von Kirchen und Gemeindehäusern, die Ausbildung und den Lebensunterhalt von Priestern und Ordensleuten, Transportmittel für die Seelsorge, die Verbreitung von religiösen Schriften für die Katechese und die katholische Medienarbeit. Um die christliche Minderheit in Burkina Faso weiterhin unterstützen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden:

Kirche in Not Deutschland

Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Schweiz

Foto: Beisetzung der Opfer des terroristischen Überfalls in Dablo © Kirche in Not


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