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Papst erlaubt offizielle Wallfahrten nach Medjugorje

12. Mai 2019 in Aktuelles, 16 Lesermeinungen
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Über Echtheit der Marienerscheinungen fällte Vatikan bislang kein abschließendes Urteil


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Zum Marienwallfahrtsort Medjugorje dürfen nach einer Entscheidung von Papst Franziskus künftig offizielle katholische Pilgerfahrten organisiert werden. Zugleich sei zu vermeiden, dass dies als Anerkennung der angeblichen Wundererscheinungen ausgelegt werde, teilte das vatikanische Presseamt am Sonntag mit. Aus dem kleinen Ort in Bosnien-Herzegowina wurden erstmals 1981 Erscheinungen der Gottesmutter vor Kindern berichtet. Medjugorje zieht jährlich mehrere Millionen Pilger an.

Der Vatikan betonte, die Wallfahrten dürften "keine Verwirrung oder Zweideutigkeit hinsichtlich der kirchlichen Lehre" schaffen. Dies gelte auch für Geistliche jedes Ranges, die sich nach Medjugorje begäben. Die Entscheidung des Papstes sei seelsorglich motiviert angesichts des "beträchtlichen Zustroms nach Medjugorje und der reichen Früchte der Gnade, die daraus entstanden sind". Der päpstliche Sonderbeauftragte für Medjugorje, Erzbischof Henryk Hoser, erhalte mit der Verfügung bessere Möglichkeiten, mit Wallfahrtsorganisatoren in Kontakt zu treten und ihnen "Informationen und Hinweise" zu geben, hieß es.


Über die Echtheit der Marienerscheinungen fällte der Vatikan bislang kein abschließendes Urteil. Die jetzige Entscheidung entspricht auch der Erwartung von Beobachtern, der Papst werde unabhängig von einer theologischen Bewertung der angeblichen Wunder einen Weg suchen, den Wallfahrtsbetrieb positiv zu begleiten.

Mit der Erlaubnis offizieller Pilgerfahrten nach Medjugorje geht Franziskus einen Schritt über die bisherige Haltung der Kirche hinaus. In den 1990-er Jahren befand die römische Glaubenskongregation, Pfarreien und Diözesen dürften keine offiziellen Pilgerfahrten in den herzegowinischen Ort organisieren.

Der Theologe Andrea Tornielli, redaktioneller Verantwortlicher der Vatikan-Medien, verwies auf die positive Bewertung der Volksfrömmigkeit durch Franziskus in seinem Schreiben "Evangelii gaudium" (2013). Weiter zitierte er auf der Internetseite "Vatican News" (Sonntag) eine frühere Interwiew-Aussage des Papstes: "Ich glaube, dass in Medjugorje Gnade ist. Das lässt sich nicht leugnen. Es gibt Menschen, die sich bekehren." Ohne sich zur Echtheit der Erscheinungen zu äußern, wolle Franziskus sich um die Pilger dort kümmern, so Tornielli.

Mit kath.net nach Medjugorje - Ostern 2020


Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


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