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Ein Abbé in Soutane geht durch Berlin

9. Mai 2019 in Spirituelles, 33 Lesermeinungen
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"Trotz des elementaren Kulturbruchs ist das schwarze knöchellange Obergewand im kollektiven Gedächtnis den Menschen noch nicht gelöscht worden. Nicht einmal in Berlin." Gastbeitrag von Ingo Langner


Berlin (kath.net) Noch in den 1960er Jahren war die Soutane das Erkennungszeichen für katholische Priester schlechthin. Sie gehörten zum Stadtbild, wie alle anderen Einwohner auch. Rund zehn Jahre später sah man sie nur noch ausnahmsweise und in den Neunzigern gar nicht mehr, oder nur noch in Rom. Im Zweiten Vatikanischen Konzil hatte die Kirche beschlossen modern zu werden und dazu gehörte es wohl, dass zumindest die Priester westlich des Eisernen Vorhangs die angeblich unzeitgemäß gewordene Soutane ablegten, um mit den Menschen außerhalb ihrer Kirchen zu verschmelzen und in der Menge unsichtbar zu werden.

Doch trotz dieses elementaren Kulturbruchs ist das schwarze knöchellange Obergewand im kollektiven Gedächtnis den Menschen noch nicht gelöscht worden. Nicht einmal in Berlin. Das konnte ich am Samstag vor dem zweiten Ostersonntag erleben, als ich mit einem Seminaristen der traditionellen Priesterbruderschaft Pius X. in der deutschen Hauptstadt unterwegs war.

Schon gleich nach seiner Ankunft am Freitagabend mit dem Zug aus Prag zog der hochgewachsene Abbé K. die Blicke auf sich. Normalerweise fahre ich dort die Rolltreppen bis nach ganz oben zur S-Bahn als Anonymus hinauf. Doch mit dem Soutanenträger an meiner Seite war jetzt auch ich zum Blickfang geworden. Wie das wohl erst morgen bei unserem Stadtrundgang werden wird, fragte ich mich. Um es gleich vorweg zu nehmen: es war, alles in allem genommen, erstaunlich positiv.

Der griechische Wirt, der den Bürgersteig vor seinem Restaurant fegte, blickte auf, stutzte, grüßte dann freundlich und wollte wissen, ob der Abbé katholisch oder orthodox sei. Als er das wusste, machte er zwar zunächst eine bedauernde Handbewegung. Doch dann schaute er zum Himmel hinauf und murmelte sinngemäß, dass Gottes Wege dunkel und für uns Menschenkinder nicht immer leicht zu deuten wären.

Die türkischen Kellner in einem eleganten Wilmersdorfer Restaurant, in dem Minister, Bestsellerautoren, Hollywoodstars und eine weltbekannte Feministin zu den Stammgästen gehören und auch wir zwei unseren Kaffee nahmen, bedienten Abbé K. geradezu andächtig. Einer von ihnen, ein zur türkischen Minderheit gehörender und multilingualer Bulgare, wechselte sogleich ins Tschechische, als Abbé K. ihm seine Herkunft verriet.

Der zum Auswärtsspiel seines VFB angereiste und schon am späten Vormittag angetrunken Kampflieder grölende blutjunge Stuttgarter Fußballfan auf dem U-Bahnhof Wittenbergplatz verstummte, als sein Blick auf Abbé K. fiel. Vorsichtig kam er näher. „Bist Du Priester?“, fragte er. Nach der Antwort, man sei auf dem Weg dahin, zog er sich, wie nach einer Audienz bei einem König, ohne den Rücken zu wenden, schrittweise respektvoll zurück.

Bald darauf dann Unter den Linden, auf dem Weg vom Brandenburger Tor zum neuerbauten Schloss, zog Abbé K. die Blicke der dort flanierenden Touristen aus aller Herren Länder wie ein Magnet auf sich. Direkt angesprochen wurde er erst wieder auf dem Heimweg in der S-Bahn von einer Dame, die in ihm den Seminaristen erkannte. Bei der gemeinsamen Fahrt zum Bahnhof Zoologischer Garten bedauerte sie ausdrücklich, dass die Soutane aus dem Stadtbild verschwunden sei. „In Italien würde man Sie jetzt bitten, für die kranke Großmutter zu beten“, meinte sie. „Doch in Berlin ist das wohl eher nicht zu erwarten.“

Was mich besonders verblüfft hat: in keinem der vielen Gesichter, die auf Abbé K. reagierten, war auch nur ein Hauch von Aggression oder Abscheu auszumachen. Niemand schien diesen jungen Soutanenträger mit jenen Skandalen innerhalb der katholischen Kirche gleichzusetzen, die derzeit in aller Munde sind. An diesem Tag in Berliner repräsentierte er schlicht und einfach jene Kirche, die sich seit zweitausend Jahren um die Seelen der Menschen sorgt.

Die großen Konzerne dieser Erde investieren Jahr für Jahr Abermillionen in Werbekampagnen, um in den Menschenköpfen präsent zu sein. Der katholische Priester dagegen braucht lediglich eine schlichte Soutane, um der Menschen zu zeigen, dass er sie für sie da und mitten unter ihnen ist. Wäre es da nicht sinnvoll, die deutschen Bischöfe riefen ihre Priester dazu auf, vom kommenden Pfingstfest an nur noch Soutane zu tragen? Als Zeichen dafür, dass sie es mit der viel beredeten Neumission wirklich ernst meinen.

Ingo Langner ist Autor, Publizist, Regisseur und Fernsehproduzent. Der Katholik ist verheiratet und lebt in Berlin. Bekannt wurde er u.a. durch: „Das Antlitz Christi. Die Jesus-Trilogie von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.“ BR / Tellux Film, 2015, bei der er der Autor und Regisseur war.


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Lesermeinungen

 Marcus, der mit dem C 13. Mai 2019 
 

@dydi

Die Partikularnorm über priesterliche Kleidung hat bei Modernisten genausowenig Beachtung gefunden, wie liturgische Gesetze. Kein Wunder, denn die Krawattiner der Strengen Observanz sind diejenigen, die im Ordinariat das Sagen haben.


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 myriam 12. Mai 2019 
 

Ein Abee´ mit Soutane in Berlin

Ich hatte einmal eine Nonne zu spielen und war gezwungen, das Gewand auf dem Weg zur Veranstaltung zu tragen; also in Bus, U-Bahn und Taxi. Ich war extrem überrascht, wie ehrfürchtig u. respektvoll Menschen fragten, wer ich bin u. was ich tue. So wurde mir klar, wie sehr Menschen in der Öffentlichkeit das Bedürfnis haben, in Kontakt mit sichtbar christlich lebenden Menschen zu kommen. Unverständlich, weshalb unser kath. Klerus diese Chance nicht nützt, in die Öffentlichkeit zu gehen, um zu erfahren, was Menschen bewegt, was sie suchen und wo sie Heil und Erlösung glauben, finden zu können. Ich kann die Trägheit des kath. Klerus fast nicht länger ertragen. Wenn ich als Frau den Mut hatte, im Nonnengewand durch Berlin zu reisen, warum dann nicht unser kath. Klerus, der geweiht ist und GOTT gegenüber versprochen hat, für IHN in der Welt ein zu stehen. Woher kommt die Angst des Klerus, öffentlich die Frohe Botschaft zu verkünden? Der Klerus wird dafür sogar auch noch bezahlt. Traurig!


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 Wunderer 11. Mai 2019 
 

Kein Blickfang, aber in Demut für Christus

Priester sollten wie selbstverständlich Soutane tragen, aber dafür muß man wohl auch im rechten Glauben stehen, wobei, das gesagt, nicht unbedingt stimmen muß. Aber ein so gekleideter Priester erinnert die Menschen daran, daß es mehr und anderes gibt als eine Welt in ihren Banalitäten.
Wie soll man die rechte Achtung vor einem Priester haben, der im Sommer kurze helle Hose trägt und darüber ein Freizeithemd usw.? - Da paßt etwas nicht zusammen. Was würde man zu einer Ordensschwester sagen, die ebenso gekleidet wäre? - Stirnrunzeln.

Der Priester in Soutane will m.Er. ja nicht soz. ein Blickfang für die Menschen sein, sondern will mit dieser Kleidung doch wohl seine demütige Haltung im Dienste Christi zum Ausdruck bringen.


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 Chris2 10. Mai 2019 
 

Soutane und Muslime

@Ad Verbum Tuum Ich war einmal bei Philipp Neri und hatte überhaupt nicht das Gefühl, dass sie diesbezüglich Sorgen hatten. Probleme könnten aber natürlich Islamisten (oder gar die problemlos ins Land dürfenden Terroristen und Daesh-/IS-Schlächter) Linksextremisten bzw. die Antifa machen.


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 dydi 10. Mai 2019 

Priesterkleidung ist in Deutschland Pflicht

"Wäre es da nicht sinnvoll, die deutschen Bischöfe riefen ihre Priester dazu auf, vom kommenden Pfingstfest an nur noch Soutane zu tragen?"
Die Deutsche Bischofskonferenz hat diesbezüglich bereits 1992 eine Partikularnorm erlassen, also ein verpflichtendes Gesetz für Kleriker in Deutschland; es lautet: "Der Geistliche muss in der Öffentlichkeit durch seine Kleidung eindeutig als solcher erkennbar sein. Von dieser Bestimmung sind die Ständigen Diakone mit Zivilberuf ausgenommen. Als kirchliche Kleidung gelten Oratorianerkragen oder römisches Kollar, in begründeten Ausnahmefällen dunkler Anzug mit Kreuz".
Und selbstverständlich halten sich alle Priester in Deutschland an diese bischöfliche Vorschrift, haben sie dem Bischof doch bei der Weihe Gehorsam versprochen.


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 Einsiedlerin 10. Mai 2019 
 

Bekenntnis

@Herbstlicht: "Vielleicht denken die locker gekleideten Priester, dass sie dadurch die Hemmschwelle herabsetzen, sie anzusprechen. Aber man kann ja nur ansprechen, wer sich zu erkennen gibt."

Ich spreche auch nur Priester an, die sich als solche zu erkennen geben. Ich freue mich immer riesig, wenn ich im Urlaub z.B. Geistliche in ihrer Tracht bzw. Priester mit Kollar oder Soutane sehe!


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 Couperin 10. Mai 2019 
 

Andere Länder

In England tragen fast alle anglikanischen Priester und Priesterinnen Kollar (manchmal in ungewöhnlichen Kombinationen: kariertes Sakko mit schwarzem Kollarhemd). Auch eine amerikanische evangelische Pfarrerin, die hier tätig ist, tritt bei offiziellen Anlässen immer mit Kollar auf. - Man sollte allerdings auch bedenken, dass es ursprünglich keine klerikale Standeskleidung gab. Sie ist stehengebliebene Mode; das heißt, während die Kleidermode sich änderte, blieben Kleriker bei der früheren.


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 freya 10. Mai 2019 
 

Das Ordenskleid und die Soutane machen Gott in der Welt sichtbar,

weil sie die Gedanken automatisch auf Ihn lenken. Es gibt schöne Zeugnisse darüber, was ein solches Priesterkleid alles bewirken kann: Z.B. hat ein Soutane tragender Priester im Zug, einen Lebensmüden davon abgehalten, Selbstmord zu begehen, weil er plötzlich mit der Frage nach Gott konfrontiert wurde.
Betroffene Priester berichten auch immer wieder davon, wie alle möglichen Leute ihnen gegenüber sofort ihr Herz öffnen und ein Seelsorgegespräch suchen.

Trotzdem gehört in unserer Zeit, die uns tagtäglich den sexuellen Missbrauch Geistlicher vor Augen führt, doppelt so viel Mut dazu, das Priesterkleid zu tragen!


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 Rolando 10. Mai 2019 
 

Sagen wir es mal kurz,

Jesus wird schon noch erkannt in seinen Priestern, auch wenn’s bei manchem auch unbewusst ist.


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 Ad Verbum Tuum 10. Mai 2019 

@Emmanuel M

Wobei ... Philipp Neri ist in Gesundbrunnen/Brunnenviertel, da gibt es sehr viele Türken/Moslems.
Soutane-Tragen braucht dort m.E. schon auch Mut - umso schöner.


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 Gipsy 9. Mai 2019 

Scnön

wirklich schön, wieder einen erkennbaren Priester zu sehen .


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 landpfarrer 9. Mai 2019 
 

Soutane

Sicher ist es ein starkes Zeichen, wenn ein Priester in der Soutane auftritt.
Man sollte jedoch nicht so tun, als sei die Soutane bis zum Konzil allüberall das klerikale Gewand gewesen. Das gilt für den deutschsprachigen Bereich sicher nicht Auf dem Land mag dies weitgehend so gewesen sein aber wohl auch nicht überall. In den Städten und erst recht in Diasporagebieten war oft schon lange vor dem Konzil das Kollar die übliche Kleidung und man legte zur Liturgie dann einen Talar darüber an. Noch früher trugen Priester im ausserliturgischen Bereich oft noch die sogenannte Soutanelle, das heisst eine Art Gehrock über den Hosen und dazu Kollar. Ich sah Mitte der 80er Jahre noch einen Priester in der Soutanelle. Das war in Paderborn anläsaslich des Libori-Festes. Dort war ein uralter Priester aus dem zu Paderborn gehörenden Anteil in der damaligen DDR zu Gast . Der konnte als Rentner die DDR besuchsweise verlassen und kam mit der Soutanelle daher.


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 berno 9. Mai 2019 
 

Kollar habe ich vor 20 Jahren kaum gesehen, dafür öfter den "Haifisch-Kragen". Heute sehe ich das Kollar mehrmals die Woche und viel selbstverständlicher als früher. (Bistum Mainz)


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 stephanus2 9. Mai 2019 
 

es wäre so schön

wenn Priester wieder Soutane tragen würden. So viele Menschen wären glücklich darüber. Viele hätten den Mut, ihn zu fragen: haben Sie einen Augenblick Zeit für mich ? Denn Tag und Nacht steht er im Dienste Gottes. Er hat eben nicht noch Frau und Kinder, von denen er in Anspruch genommen werden könnte (wie bei den Evangelischen),seine Kleidung macht sein besonderes Leben für Gott und die Menschen sichtbar.Ich hatte schon als Kind vor Priestern, Mönchen und Nonnen einen natürlichen Respekt und natürliche Zuneigung. Dass es auch hier immer schwarze Schafe gab und geben wird, wissen wir.Doch so ein Leben als katholischer Priester im Zölibat bewusst zu wählen und aufrecht zu leben, nötigt mir ja, so etwas wie Ehrfurcht ab. Unser Gemeindepriester ist zwar linkstheologisch und gern in Jeans unterwegs und recht eitel, aus meiner Sicht,doch neulich habe ich der Messe eines alten altehrwürdigen Priesters beigewohnt, ich hatte danach das spontane Bedürfnis,mit einem Knicks seinen Ring zu küssen.


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 stephanus2 9. Mai 2019 
 

So schön !


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 padre14.9. 9. Mai 2019 

Die Soutane in der Öffentlichkeit

heute habe ich in München einen Priester mit Soutane und Rosenkranz daran aus der St. Cajetan Kirche herauskommen sehen. Es war so gegen 4 Uhr nahmittags und diese Gegend ist voll von Menschen. Also in München sehe ich noch öfters Priester in Soutane.
Ich bin vor kurzem auch S.E. Kardinal Marx im Hofgarten begegnet, allein und in Soutane.


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 zeitblick 9. Mai 2019 

Soutanenträger in den Bergen

Finde ich ja lustig! Gestern kam in eine Kirche in Tirol ein Soutantragender Priester! Er erzählte mir von vielen seiner Begegnungen mit Menschen auf der Strasse, die bis zu Tränen berührt werden!


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 Fink 9. Mai 2019 
 

Der Film "Das Antlitz Christi. Die Jesus-Trilogie von Joseph Ratzinger/ Papst Benedikt

Dieser hervorragende Film des Autors Ingo Langner ist leider nicht mehr auf der Mediathek des BR zu finden, und auch nicht auf YouTube. Ich wünschte, dieser Film (2 Teile) wäre weiter bzw. wieder verfügbar!


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 nazareth 9. Mai 2019 
 

@Stefan Fleischer

Schöner Post. Danke!


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 Reichert 9. Mai 2019 
 

Der verstorbene Hermann Kardinal Volk von Mainz sagte seinerzeit bezüglich der äußerlichen Erkennbarkeit von Priestern,
diese seien doch wohl keine Staubsaugerverkäufer!!!


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 vexilla_regis 9. Mai 2019 

Die deutschen Bischöfe? Wohl kaum.

Ich habe hierzulande noch nie einen Priester in Soutane gesehen, der nicht zur Tradition gehört. Bei den Anderen ist ja selbst das Kollar selten geworden. Vor einigen Jahren war ich bei einer Diskussionsveranstaltung mit einem deutschen Bischof und einem Laien - optisch war nicht auszumachen, wer von beiden der Bischof war.


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 nicodemus 9. Mai 2019 
 

Noch zu Don Camillo! Teil 2

Ich erinnere mich noch an den Oktober 1983.
Ich habe meinen franziskanischen Freund Pater Serafin im FrankenWald besucht.
Nicht sehr weit davon ging die Autobahn aus Berlin vorbei. Es war spät am Nachmittag. Er lud mich zum Forellenessen in ein tolles Restaurant im Walde ein. Im Restaurand war es laut, denn fast alle Tischplätze waren besetzt und die vielen Berliner machten Rast. Die Wirtin aber kannte Pater Serafin und so bekamen wir noch einen Platz.
Das Essen an den Tischen war voll im Gange, es herrschte ein Geklimper mit Messern,Gabeln und Tellern.
Plötzlich, als wir eintraten, wurde es erstaunlich still - mit einem Male. Alle guckten zur Tür.
Die West-Berliner haben etwas gesehen,
was ihnen das Essen verschlagen hat.
In der Tür stand etwas, was aussah wie ein "Franzistkeiner", denn er trug den
Habit! - Und das war s c h o n Anfang der 1980 Jahre so!
Eine PriesterSoutane oder ein kath. Ordenskleid in der Öffentlichkeit ist TOP! Für den,der sich nicht schämt!


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 Emmanuel M. 9. Mai 2019 

Klerikal und Klerikalismus

ist in unserer Zeit mit Papst Franziskus zum Unwort geworden und dazu gehört leider auch die klerikale Kleidung. Man hat sich doch heute Gleichmacherei auf die Fahnen geschrieben und der Priester ist mehr Kumpel als Respektsperson. Wie es dem Soutane-tragenden Seminaristen ohne Begleitung wohl am Kottbuser Tor, im Wedding oder in Neukölln ergangen wäre, möchte ich mir nicht vorstellen.


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 nicodemus 9. Mai 2019 
 

Sehr gut - Don Camillo! - Ähh, Ingo Langner! Teil 1

@Diadochus Ich habe in der Jugend auch gelernt, dass man jeden Priester und jede Ordensfrau mit dem schönen: "Gelobt sei Jesus Christus" auf der Straße grüßte.
Ich sehe in meiner Stadt zum Glück noch
recht oft Klosterschwestern in ihrem Ordenskleid. Ich mache mir dann ab und zu den Spaß und grüße sie mit dem "Grüß Gott" (was ich aber ernst meine) - aber leider kommt nur ein Guten Tag zurück!
@Smarados! Auch sehr gut, das mit den
Emanzen!!!


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 Herbstlicht 9. Mai 2019 
 

Seine Berufung nicht verbergen, sondern bekennen!

Ich wäre schon froh, wenn unser Priester einen Anzug tragen würde.
Seine Kleidung wirkt sehr leger, eher freizeitmäßig.
Fairerweise möchte ich aber doch sagen, dass er auf seine Art trotzdem "fromm" ist.

Vielleicht denken die locker gekleideten Priester, dass sie dadurch die Hemmschwelle herabsetzen, sie anzusprechen. Aber man kann ja nur ansprechen, wer sich zu erkennen gibt.

Ich kenne noch einen anderen Priester, der wenigstens ein kleines silbernes Kreuz am Revers trägt, denn auch das ist nicht mehr unbedingt selbstverständich.


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 dulcedo 9. Mai 2019 
 

In dieser Welt nicht von dieser Welt

Die Soutane ist ein
wunderbares Zeichen dafür!

Lasst uns unsere Priester ermutigen, sie
zu tragen, als Zeichen Ihrer wunderbaren Berufung.


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 Ad Verbum Tuum 9. Mai 2019 

Ergänzung ..

was mir in Berlin noch auffällt ist freilich
a) dass es recht viele Priester gibt, die auch im Alltag immerhin mit Priesterkragen unterwegs sind (im Südwesten war das weit weniger verbreitet)
b) dass es hier auch die Priester von Philipp Neri - ebenfalls in Soutane - gibt
Ja, ohne Frage ist es gut, wenn Priester im Alltag EINDEUTIG als solche erkennbar sind. Zeichen der Hoffnung, des Widerspruchs des Weltlichen, der Seelsorge ...


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 Einsiedlerin 9. Mai 2019 
 

@Diadochus

Wir Katholiken könnten die Priester doch wieder mit "Gelobt sei Jesus Christus!" begrüßen! Ich finde das sehr gut, denn mit diesem Gruß evangelisieren auch die Laien.


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 lakota 9. Mai 2019 
 

Danke für diesen schönen Artikel!

Ich erinnere mich noch an unseren Kaplan, der 1967 unsere Pfarrei verließ. Er war der Letzte, der noch die Soutane trug, unser Pfarrer trug schon "Anzug".
Kann es nicht auch eine Ermutigung, eine Freude für einen Priester sein, wenn er besonders herzlich gegrüßt wird, einfach weil man in der Soutane den Priester erkennt?


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 Diadochus 9. Mai 2019 
 

Freude

Das ist ein Artikel, den ich mit viel Freude gelesen habe. Das Tragen der Soutane ist, wie wir sehen, eine Evangelisierung ohne viele Worte. Die Soutane selbst zeugt von der Ewigkeit. Meine Mutter erzählte mal, wenn man früher einem Priester begegnete, sagte man immer: "Gelobt sei Jesus Christus!"


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 Smaragdos 9. Mai 2019 
 

Soutane im Dienst der Neuevangelisierung

"Wäre es da nicht sinnvoll, die deutschen Bischöfe riefen ihre Priester dazu auf, vom kommenden Pfingstfest an nur noch Soutane zu tragen? Als Zeichen dafür, dass sie es mit der viel beredten Neumission wirklich ernst meinen."

Dasselbe würde ich Papst Franziskus ans Herz legen. Wenn er es mit der Neuevangelisierung und seinem Super-Evangelisationsdikasterium, das sogar über der Glaubenskongregation stehen soll, ernst meint, müsste er die Seminaristen und Priester weltweit dazu aufrufen, die Soutane wieder anzuziehen. DAS wäre in der Tat ein Zeichen dafür, dass er es mit der Neuevangelisierung wirklich ernst meint! Der obige Artikel beweist das zur Genüge.

Das dürfte vermutlich auch die Emanzen in der Kirche etwas abreagieren, die nach dem Priestertum schnappen aus reiner Machtgier.


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 petrafel 9. Mai 2019 
 

Schön wär´s!

Es ist über 20 Jahre her, dass ich in unser Stadt (Großstadt,mit Bischofssitz!)außerhalb einer Kirche eine Soutane oder auch nur ein Kollar gesehen habe. Im Stadtbild kommt das einfach nicht vor. Ich verstehe das nicht. Hat die Geistlichkeit Angst anzuecken? Oder fehlt tatsächlich jeglicher innere Bezug? Man braucht nicht über großartige Missionsprojekte zu reden oder über Bedeutungsverlust der Kirche zu jammern, wenn schon das erste und einfachste Mittel nicht genutzt wird-nämlich als "Kirche" erkannt zu werden.
Kirche hat die Aufgabe, Gott sichtbar zu machen. Das kann mit einer unsichtbaren Kirche wohl kaum funktionieren.


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 Stefan Fleischer 9. Mai 2019 

Das ist doch keine Frage!

"Wäre es da nicht sinnvoll, die deutschen Bischöfe riefen ihre Priester dazu aufrufen, vom kommenden Pfingstfest an nur noch Soutane zu tragen? Als Zeichen dafür, dass sie es mit der viel beredeten Neumission wirklich ernst meinen."
Wenn wir heute sehen, wie viele Firmen ihren Angestellten vorschreiben, im Dienst erkennbar als Mitarbeiter dieser Firma bekleidet zu sein, warum sollen dann die katholischen Priester wie Geheimagenten Gottes durch diese Welt schleichen?
Im Übrigen wäre das auch ein Zeichen dafür, dass für sie das Priestertum nicht einfach ein Job mit einer 40-Stunden-Woche, sondern eine Aufgabe, eine Berufung ist, welche sie 24 Stunden auf 24 und 365/366 Tage pro Jahr verpflichtet.
Vielleicht würde dann auch weniger ein Recht auf das Priestertum proklamiert, dafür aber wieder mehr diejenigen ihre Berufung annehmen, welche erkennen, was es heisst: «Wer unter euch der Grösste sein will, sei der Diener aller.»


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