22 April 2019, 12:00
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Jahr für Jahr aufs Neue gefällt sich die Redaktion der Illustrierten „Der Spiegel“ darin, uns Christen zu den hohen Festen Ostern und Weihnachten den Glauben madig zu machen - Der Montagskick von Peter Winnemöller

Rom (kath.net)
Jahr für Jahr aufs Neue gefällt sich die Redaktion der Illustrierten „Der Spiegel“ darin, uns Christen zu den hohen Festen Ostern und Weihnachten den Glauben madig zu machen. Der Fantasie der Redakteure ist keine Grenze gesetzt. Sie mühen sich redlich dem Zeitgeist zu Diensten zu sein.
„Wer glaubt denn sowas noch?“, titelt die Illustrierte in diesem Jahr mit einem Bild, das eigentlich mehr an Himmelfahrt als an Auferstehung erinnert. So genau wird man den Unterschied dort wohl nicht kennen. Wer kann schon auf Kleinigkeiten Rücksicht nehmen? Die Ahnungslosigkeit lässt das, was sie ganz seriös, lächerlich machen wollen, für sich genommen schon wie eine Lachnummer wirken.

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Eine atheistischen „Pastorin“ aus den USA dient dem aktuellen Glaubensverriss zu Ostern als Heldin. Die These des Artikels ist, dass selbst Christen nicht mehr glauben, was christlicher Glaube ist. Spätestens da stockt der Lesefluss. Moment! Christ ist, so definiert es Paulus, wer glaubt und sich taufen lässt. Die Taufe ist noch immer ein kultureller Automatismus, oft mangels Alternative. Zwar weiß kaum noch einer, warum das so ist, aber: Das Kind muss getauft werden!
Der Glaube hingegen verlangt aktiv angenommen zu werden. Das ist kein Selbstläufer. Glauben ist aktives Tun. Getaufte Ungläubige bezeichnen wir umgangssprachlich in der Tat fälschlicherweise als Christen. Der Unglaube hier steht klar im Widerspruch zum Begriff. Der Spiegel verbreitet bewusst oder unbewusst in der Sache Wölkchen der Verwirrung. Das ist der Kern des Problems. Nicht Polemik gegen den Glauben sollte uns Sorgen machen. Damit können wir seit 2000 Jahren umgehen. Die Welt hat Christus gehasst, die Welt hasst auch die Christen – und sie treibt ihren Spott mit ihnen.

Das Problem ist die Verwirrung. Das Durcheinanderwerfen von Fakten und Fiktion, von Echten und Herbeifantasiertem, das macht es auch dem Christen schwer, zu einem klaren Urteil zu kommen. Für klares Denken sind die Begriffe zu reinigen. Also deutlich beim Namen genannt: Ein Ungläubiger getaufter ist kein Christ. Eine atheistische Pastorin ist eine Sektenführerin.
Der Spiegeltitel soll suggerieren: Die Christen selber glauben nicht mehr, was die Kirche lehrt. Wahr ist, viele Getaufte, vielleicht sogar die Mehrheit, haben den Glauben nie angenommen oder ihn verloren. Schmerzhaft viele Getaufte sind nie im Glauben unterwiesen worden und hatten somit nie eine Chance.

Das ist der Kern des Problems, auf den der Spiegel vielleicht sogar unabsichtlich, aber sehr deutlich hinweist. Er tut damit dem Grunde nach all jenen einen Gefallen, die seit 50 Jahren auf die nach dem II. Vatikanum und der Würzburger Synode in Deutschland völlig kollabierten Katechese hinweisen. Die stetige Mahnung, wie sehr der Glaube parallel mit dem Glaubenswissen abnimmt, findet hier eine unerwartete Bestätigung.

Wenn Verantwortliche der Kirche, z.B. Bischöfe, diese Titelstory kritisch gelesen hätten, könnten sie auf die Idee gekommen sein, dass eine missionarisch-katechetische Initiative eine echt gute Idee wäre. Das wird nicht passieren, denn wer liest schon den Spiegel?

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