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"Viri probati": Schönborn offen für Debatte über Weihe

15. April 2019 in Österreich, 32 Lesermeinungen
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Schönborn-Kritik an Asylpolitik: Asylwerberber unter Generalverdacht - Missbrauch: Kirche und Gesellschaft erleben "Kulturwandel" - "Causa Schwarz": Kirche in Österreich erwägt Modell eines Rechnungshofes


Wien (kath.net/KAP) Scharfe Kritik an "unnötigen Signalen" und "unmenschlichen" Entscheidungen in der Asylpolitik hat Kardinal Christoph Schönborn geäußert: Die Umbenennung des Erstaufnahmezentrums Traiskirchen in ein "Ausreisezentrum" sei ein solches "unmenschliches" Signal und letztlich ein weiteres Mosaiksteinchen einer Politik, die "Asylwerber unter Generalverdacht" und "systematisch in ein schiefes Licht" stelle. Das betonte Schönborn bei der ORF-Pressestunde am Sonntagvormittag. Es sei gewiss nicht Aufgabe der Bischöfe, "Noten zu verteilen" für die Politik, wenn es aber um Menschenwürde und Menschenrechte gehe, könne die Kirche nicht schweigen. Sorgen mache ihm in diesem Zusammenhang auch die geplante Agentur für die Rechtsberatung bei Flüchtlingen.

Die aktuellen Entwicklungen würden ihn um so mehr schmerzen, als er selber als Flüchtlingskind nach Österreich gekommen sei. Flüchtlinge seien stets eine "besonders vulnerable Gruppe", deren Schicksale und Traumata man würdigen solle - und dies durchaus auch unter häufigerer Anwendung des Instruments des humanitären Bleiberechts. Dies gelte auch im Wissen darum, dass es unter Flüchtlingen immer wieder einzelne gebe, die auch abgeschoben werden müssten und einer "Massenbewegung" auf europäischer Ebene Einhalt zu gebieten sei.

Würdigend äußerte sich der Wiener Erzbischof im Gespräch mit Gaby Konrad (ORF) und Gerold Riedmann ("Vorarlberger Nachrichten") indes zu anderen Projekten der aktuellen Regierung wie etwa dem Ringen um ein Nulldefizit, dem Familienbonus, sowie der Einführung eines flächendeckenden Ethikunterrichts. Diese Dinge begrüße er sehr - und er freue sich daher auch auf ein Gespräch mit Sozialministerin Beate Hartinger-Klein. Diese hatte nach einem Appell Schönborns, bei der Mindestsicherungsreform die Alleinerziehenden nicht schlechter zu stellen, prompt angekündigt, mit Schönborn das Gespräch suchen zu wollen. "Wir sollten viel mehr miteinander reden. Das hat Österreich stark gemacht", so der Kardinal.

Schönborn offen für Debatte über "viri probati"

Offen zeigte sich Schönborn für eine Fortsetzung der Debatte über die Weihe bewährter Männer zu Priestern ("viri probati"). Diese Frage werde derzeit weltkirchlich intensiv diskutiert und wohl auch auf der für Herbst geplanten Amazonas-Synode thematisiert werden. Die Erfahrungen, die man in der Seelsorge mit verheirateten Diakonen habe, seien sehr gut - daher könne er sich auch vorstellen, dass es künftig neben zölibatären Priestern auch verheiratete Priester geben könne, die sich im Leben, im Beruf und familiär bewährt haben. "Das würde dann zwar eine Art Zwei-Stufen-Klerus schaffen von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Priestern, aber: Warum nicht?"


Schönborn ist selber als Ordinarius für die katholischen Ostkirchen für etwa 30 verheiratete Priester zuständig. Darunter erlebe er gelingende Familienmodelle ebenso wie scheiternde. "Ich würde daher sehr nüchtern sagen: Das Leben ist nicht einfach" - und es könne ein zölibatäres Leben, für das er sich entschieden hat und welches er als Glück erfahre, ebenso scheitern oder gelingen wie ein Leben in Ehe und Familie.

Unbesehen dessen plädierte Schönborn für eine größere kirchliche Wertschätzung der Frauen: Die Frauenfrage sei "entscheidend für die Zukunft der Kirche". Daher plädiere er u.a. auch für die Weihe von Frauen zu Diakoninnen und dafür, dass Frauen vermehrt an Leitungspositionen bis hinauf in den Vatikan eingesetzt werden.

Wagner-Gespräch soll als Buch erscheinen

Angesprochen auf das Aufsehen erregende Gespräch, welches Schönborn mit der ehemaligen Ordensfrau Doris Wagner in einem Studio des Bayrischen Rundfunks geführt hatte, berichtete der Wiener Erzbischof von einem "überwältigenden Echo". Er habe Wagner und ihrer Geschichte Glauben geschenkt und tue das auch weiterhin, so Schönborn: "Für mich war und ist sie glaubwürdig". Zugleich kündigte er an, dass das Gespräch, das u.a. im ORF gesendet wurde, als Buch erscheinen soll.

Er selbst sei seit den ersten Konfrontationen mit der "Causa Groer" 1995 in einem permanenten Lernprozess gestanden: "Ich habe im Laufe der Jahre sehr viel dazu gelernt" - dazu gehöre auch, wie Opfer mit ihren Erfahrungen umgehen und welche Mühen es sie kostet, das Erlebte überhaupt zu artikulieren und die "Betondecke" zu durchstoßen, unter der sich die Opfer oft sehen.

Als mögliche Ursachen für den Missbrauch gerade in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts machte Schönborn die Existenz von "geschlossenen Systemen" aus: "Wir erleben das auch heute beim Thema Ballett oder im Skiverband: Geschlossene Systeme fördern den Missbrauch". "Offene Systeme" und eine offene Kommunikation über Probleme seien daher "der beste Schutz gegen Missbrauch". Die Katholische Kirche sei noch bis in die 1960er Jahren hinein ein geschlossenes System gewesen, räumte Schönborn ein - seit dem Konzil gebe es aber "deutliche Anzeichen einer Entwicklung zu mehr Offenheit" - auch wenn ein "Lernbedarf" weiterhin bestehen bleibe.

In dem Kontext würdigte Schönborn auch erneut den jüngsten Kinderschutz-Gipfel im Vatikan. Die auch als "Anti-Missbrauchsgipfel" bezeichnete Konferenz war bei vielen Beobachtern hinter den hohen Erwartungen zurückgeblieben. Schönborn indes bezeichnete die Tagung als "hervorragend", da es gelungen sei, alle versammelten Bischöfe "auf den gleichen Bewusstseinsstand" beim Thema Missbrauch zu bringen. Dies sei keine Selbstverständlichkeit angesichts der großen regionalen Unterschiede. "Der Papst wollte klar machen: Missbrauch ist ein Thema, das weltweit zu betrachten ist; und das ist gelungen".

Entsprechend verwehrte sich Schönborn auch gegenüber Kritiken, die ein Scheitern der Reformbestrebungen von Papst Franziskus sehen: Es gebe sowohl jene "scharfen Kritiker von traditionalistischer Seite", denen der Papst schon jetzt zu weit gehe - und dann jene Kritiker, "die sich gewaltige Reformen erwartet haben, die der Papst nicht erfüllen kann" - einfach, weil die Kirche Traditionen nicht mit einem Federstrich beiseite schieben könne.

"Causa Schwarz": Kirche erwägt eigenen Rechnungshof

Die "Causa Schwarz" könnte zur Einrichtung eines kirchlichen Rechnungshofes in Österreich führen: das räumte Schönborn im Blick auf die laufenden Ermittlungen rund um das Wirken des früheren Kärntner Bischofs in seinem Bistum ein. Die Vorwürfe, aber auch vorherige wirtschaftliche Probleme bei Klöstern und Stiften, hätten ein "institutionelles Problem" sichtbar gemacht, dem man sich nun auch mit externer Beratung widme: Das Problem der wirtschaftlichen Autonomie. Jede Diözese, jedes Stift, jede Ordensgemeinschaft sei selbstständig - daher könne er auch nicht "nach Kärnten hineinregieren": "Ich bin nicht Chef der Kirche von Österreich; auch wenn das viele glauben". Wünschenswert wäre eine "freiwillige Kontrollinstanz, der sich alle unterstellen". Daran werde derzeit gearbeitet.

Karfreitagsregelung: "unglücklich gelaufen"

Zur heuer in Kraft getretenen neuen Karfreitagsregelung ("persönlicher Feiertag") erklärte Schönborn, dies sei "unglücklich gelaufen": Der Katholischen Kirche wäre ein zusätzlicher Feiertag am liebsten gewesen; die jetzige Lösung eines persönlichen, vom Urlaubskontingent zu bestreitenden Feiertags sei "a bissl hatschert". Zur Debatte über einen möglichen Tausch von Feiertagen - etwa des Pfingstmontags gegen den Karfreitag - sagte Schönborn, dies hätte unter den Sozialpartnern diskutiert werden müssen. Der Pfingstmontag sei kein gebotener kirchlicher Feiertag, sondern für viele Menschen schlichtweg ein wichtiger freier Tag - daher hätte diese Frage "gesellschaftlich ausgehandelt werden" müssen.

Zuversichtlich zeigte sich Schönborn abschließend bei der Frage nach dem weiteren Verlauf seiner Prostatakrebserkrankung. Indem er dies öffentlich gemacht habe, wollte er den Männern - "die ja eher Muffel bei der Vorsorge sind" - raten, die Vorsorgeuntersuchung zu machen. 1.000 Männer würden pro Jahr in Österreich an Prostatakrebs sterben - "das wäre nicht nötig".

Zuletzt verwies Schönborn darauf, dass seine Mutter Eleonore Schönborn heute ihren 99. Geburtstag feiert: Sie sei eine "faszinierende Persönlichkeit" und ihm "ein großes Vorbild" und eine "weise Ratgeberin". Ihr Leben zeige ihm zugleich, dass man dankbar sein dürfe, in Österreich und im österreichischen Sozialsystem leben zu dürfen: Sie sei mit 60 Jahren in Pension gegangen und somit länger in Pension als sie berufstätig war - "das ist weltweit schon Sonderklasse; und wir sollten dankbar für diesen Lottotreffer sein, Österreich leben zu dürfen".

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Archivfoto Kardinal Schönborn (c) Erzdiözese Wien


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Lesermeinungen

 priska 18. April 2019 
 

Auf zwei Hochzeiten kann man nicht tanzen.


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 Einsiedlerin 17. April 2019 
 

@Speerbaum

@Bernhard Joseph hat ja schon alles erklärt, daher möchte ich nur auf ein "Schmankerl", wie Sie es nennen, aus der Bibel verweisen: Petrus sagte zu Jesus: "Herr, wir haben ALLES VERLASSEN um dir nachzufolgen. Was werden wir dafür bekommen?"


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 Gambrinus 16. April 2019 
 

Ja zum Priesterzölibat

Priester ist nicht ein Beruf wie irgendein anderer.


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 Montfort 16. April 2019 

@mirjamvonabelin - Trotz des offensichtlich passenden Namens

scheint @Lupus1 von seiner Redeweise her nur einer der üblichen „Wölfe im Schafspelz“ zu sein.


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 Bernhard Joseph 16. April 2019 
 

@Speerbaum

Es ist unbestritten, dass der Zölibat als rechte Weise, Diener der Freude zusein, erst langsam in der Kirche hervorgewachsen ist. Der Zölibat ist somit kein Glaubensdogma, sondern eine aus der Erfahrung kommende Wahrheit, das muss man dann schon im Auge behalten!

In den ersten Jahrhunderten war die Kirche von vielen Krisen, Unsicherheiten und Missdeutungen gezeichnet. Langsam musste sich erst das Fundament aufbauen, das dann später das Ganze trägt und dazu gehört nunmal der Zölibat als grundlegendes Element.

Es ist völlig verfehlt, mit Verweis auf die frühe Kirche, die Wahrheit des Zölibates als dem Priester gemäße Lebensform diskreditieren zu wollen. Gerade hier war die konkrete Lebenserfahrung notwendig, um zu einer Gewissheit(!) darüber zu kommen, wie ein Priester leben sollte, damit er auch wirklich Diener der Freude sein kann. Es zeigte sich nämlich, dass ein verheirateter Priester dies nicht in der Fülle sein kann, wie ein zölibatär lebender.


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 mirjamvonabelin 16. April 2019 
 

@Lupus1

Was ist für sie Christlich?

Meiner Lebenserfahrung nach sind das keine christlichen Forderungen von Kardinal Schönborn.

Bitte nehmen sie es nicht persönlich,
wie alt sind sie,
wieviele "kleine" Leute kennen sie,
was wissen sie von Nöten der "Kleinen"?


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 Fragezeichen?! 15. April 2019 
 

Schöne neue Welt ? Wohl kaum!

Bei aller Sympathie für Kardinal Schönborn: ich kann ihm nicht zustimmen!
Kommen verheiratete Priester wirklich noch zum tiefen Gebet? Ist bei Ihnen Jesus tatsächlich immer auf Platz eins? Wir haben mehrere Kinder und wissen sehr genau was auf Platz eins ist, wenn sie der Eltern bedürfen. Wovon lassen sich verheiratete Priester letztlich leiten, vom Bischof etc. oder von Ihrer Familie? Sind sie tatsächlich noch in der Lage unter allen Umständen für die Wahrheit Zeugnis abzulegen und den Kelch zu trinken, den Jesus getrunken hat? Kann der Mann wirklich das Beichtgeheimnis halten bei brisanten Spezialinfos über enge Freunde und Bekannten? Realistisch gesehen werden vermutlich die linken verheirateten Hauptamtlichen laut jubeln: endlich können diese „Bewährten“ auch die Priesterweihe empfangen, ohne irgendwelche Einbußen. Aber bringt uns das evangelische Modell wirklich weiter? Der Begriff „Karriere“ ist in Bezug auf die Kirche immer falsch! Ganz ehrlichMigranten sind keine Flüchtlinge!


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 Speerbaum 15. April 2019 
 

Zölibat

Den geneigten Leser möchte ich auf eiln besonderes Schmankerl hinweisen:

Lesen Sie doch bitte mal unter:
https://de.wikipedia.org/wiki/Julianus_von_Eclanum
im Abschnitt "Leben" die ersten drei Sätze! - So viel zum Thema Zölibat!


6

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 Einsiedlerin 15. April 2019 
 

Flüchtlingskind

Kard. Schönborn kann das überhaupt nicht vergleichen, dass er als Flüchtlingskind in ein anderes Land kam - beide Länder christlich! Hat er noch immer keine Ahnung vom Islam???


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0
 
 Lupus1 15. April 2019 
 

Kardinal Schönborn

Der Beitrag des Kardinal Schönborn gefällt mir ganz gut. Was mir persönlich nicht gefällt sind die manchmal hetzerischen Beiträge einiger User. Das ist auf alle Fälle nicht christlich.


3

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 Bernhard Joseph 15. April 2019 
 

Der Aufbruch zum Protestantismus 2.0!

Es ist in der Tat befremdlich, dass ein doch zölibatär Lebender das Besondere dieser Lebensweise, gerade in Bezug auf die Berufung, Diener der Freude zu sein, so gering schätzt.

Ich bin mir sicher, das dann kurz nach den "viri probati" die "feminae probatea" propagiert werden.

Luther hätte an einem solchen Kardinal seine helle Freude gehabt.

Was ich nicht verstehe: warum will man die katholische Kirche unbedingt zerstören statt einfach zu konvertieren.

Lieber Kardinal, noch heute könnten Sie im Elysium des protestantischen "viri probati" sein! Sie müssen nur konsequent sein!!!


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 Eisenherz 15. April 2019 
 

Vielleicht könnte man auch ehrenamtliche Bischöfe einführen - im Hinblick auf Firmungen wäre

das bestimmt eine Alternative, die man prüfen sollte! Verheiratete Bischöfe wären dann durchaus ja auch denkbar, solange sie "ehrenamtlich" tätig sind - die würden ja idealerweise keine Kosten verursachen (vielleicht ein paar Fahrspesen), aber sie würden das Kirchenvolk bei der Stange halten und die Kirchenbeiträge sichern. Das ist es doch, worum es geht, oder?
Vor allem frage ich mich, wie das arbeitsrechtlich abgesichert wird, denn Eminenz, ich fürchte, dass Sie dann bald vom Europäischen Gerichtshof in Luxemburg verurteilt werden, wenn die einen für dieselbe Arbeit bezahlt werden und die anderen nicht - oder sollte diese "ehrenamtliche" Alternative ohnehin nur gelten, bis sich das Kirchenvolk daran gewöhnt hat. Vor allem frage ich mich, wie dann Priester angesehen werden, die sich fürs Zölibat entscheiden - die werden dann wohl als vom anderen Ufer kommend beurteilt! Aber bis dahin kann sich das ja auch noch ändern, oder? Merken Sie nicht, dass das Ganze ein Irrweg ohne Ausweg ist?


6

0
 
 Agostino 15. April 2019 
 

Herr Kardinal, mit Verlaub, aber ...

... ist Ihnen zum Thema verheiratete Priester etwa 1 Kor, 33-34 nicht bekannt? Ein verheirateter Priester KANN GAR NICHT allem ausreichend gerecht werden, weder ausreichend seiner ihm anvertrauten Gemeinde noch ausreichend seiner Ehefrau/Familie. Er wäre immer ein "Geteilter" und daher im Letzten Unglücklicher. Im Grunde hätte niemand etwas von einem derart zwischen den Fronten Zerriebenen. Sehr, sehr schade, dass Sie nicht in der Lage oder willens sind, die Schönheit des ausschließlichen und zölibatären Priesters hervorzuheben ...


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 Fides Mariae 15. April 2019 
 

Traurig, einfach traurig

Demontage der katholischen Kirche. Und ein wohlmeinender - zu wohlmeinender, es mit allen wohl meinender - Mann wie Kardinal Schönborn macht mit.
Ehrenamtliche Priester! Das schönste, kostbarste der katholischen Kirche eben mal so nach Feierabend von jemandem miterledigen lassen, der eben Lust darauf hat.
Ich kann nur den Kopf schütteln über unsere Kirchenfürsten, die ihre eigene Lebensform nicht mehr verteidigen. Jemand, der glücklich ist, muss für seine Lebensform brennen! Wer, wenn nicht Ihr Priester, soll den Zölibat noch erklären? Welche kirchenamtliche Müdigkeit und Resignation wird hier noch positiv ausgelegt! Es erinnert an den (angeblichen) Ausspruch Marie Antoinettes: "Kein Brot? Dann sollen sie doch Kuchen essen." Kein Priesternachwuchs? Dann sollen sie doch Ehrenamtliche nehmen. Kein Wort der Auseinandersetzung mit den Ursachen dafür, dass ein herrlicher, begnadeter Beruf am Aussterben ist. Eine solche Konkursverwaltung ist einfach nur traurig.


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0
 
 Benno Faessler-Good 15. April 2019 
 

1. Brief des Paulus an Timotheus

Zitat aus Wikipedia:

"„Von den Bischöfen 1 Das ist gewisslich wahr: Wenn jemand ein Bischofsamt begehrt, der begehrt eine hohe Aufgabe.

2 Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, ...

4 einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat in aller Ehrbarkeit.

5 Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen?“

Wie soll ich diesen Paulus Brief richtig verstehen?

Gestern konnte ich in der Sonntagsausgabe einer Schweizer Zeitung die Geschichte eines Mannes lesen der nach dem Tod seiner Frau katholischer Priester wurde.

Er hatte bereits vorher Theologie studiert und sich schon vorher aktiv in der Gemeinde beteiligt!


2

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 Montfort 15. April 2019 

GEGEN die Anweisungen aller bisherigen Päpste - auch des aktuellen -

also im "offenen" UNGEHORSAM, weihte Kardinal Schönborn doch Männer mit bekannterweise HOMOSEXUELLEN NEIGUNGEN (und praxis?) zu Priestern.

Was sind seine Aussagen als Kardinal also wert? :-(


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0
 
 Smaragdos 15. April 2019 
 

Herr Kardinal, haben Sie -als ehemaliger Ratzingerschüler!- den bahnbrechenden Text von Papst Benedikt XVI hinsichtlich der Lösung der Glaubenskrise denn überhaupt nicht gelesen???


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 Lautensack1 15. April 2019 
 

Doppelter Post

Pardon für die zwei sehr ähnlichen Kommentare - ich dachte, der erste sei bei einem Zusammenbruch des WLAN im Orkus verschwunden.


4

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 Lautensack1 15. April 2019 
 

Gültigkeit der Weihen in Gefahr

Bedingung für die Gültigkeit der Weihen ist (wie für andere Sakramente) die Intention des Weihespenders, das zu tun, was die Kirche in diesem Sakrament tun will - und man nimmt verständlicherweise an, daß das normalerweise der Fall ist.

Wenn Herr Schönborn jedoch öffentlich erklärt, er könne sich auch die Weihe von Frauen (wenn auch momentan nur zu einer Stufe des Weiheamtes) vorstellen, dann muß man sich schon fragen, ob er sich bei der Spendung von Weihen demütig zum Werkzeug der Kirche macht und das tun will, was die Kirche bei den Weihen tut (und sie hat stets gelehrt, daß nur Männer die Heiligen Weihen gültig empfangen können), oder ob er es durch seinen Privatglauben ersetzt.

Im letzten Fall würde er das Weihesakrament nicht gültig spenden - mit allen Konsequenzen.

Überlegungen dieser Art brachten viele Anglikaner dazu, die anglikanische Gemeinschaft nach der Einführung der 'Frauenordination' zu verlassen und zur Kirche zurückzukehren.


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0
 
 vk 15. April 2019 

Caesar:

E tu mi fili


2

0
 
 Lautensack1 15. April 2019 
 

Gültigkeit

Bedingung für die Gültigkeit der Weihen ist die Intention des Weihespenders, das zu tun, was die Kirche bei der Weihe tut.

Wenn Herr Schönborn jetzt behauptet, Frauen könnten die Weihe zum Diakonat empfangen, dann muß man sich schon fragen, ob er er sich nicht so weit von der beständigen Lehre der Kirche in Bezug auf das Weihesakrament entfernt hat, daß er eben nicht mehr das tun will, was die Kirche bei der Weihe bewirken will, sondern, was seinem eigenem Gusto entspricht.

Das würde bedeuten, daß sämtliche von ihm gespendete Weihen mangels Intention ungültig sind.

Meines Wissens waren solche Argumente ausschlaggebend dafür, daß viele Anglikaner nach der Einführung der 'Frauenweihe' erkannten, daß damit endgültig die Apostolische Sukzession (die bei den Anglikanern ja schon vorher höchst zweifelhaft war) aufgegeben wurde.


16

0
 
 Fatima 1713 15. April 2019 
 

Ehrenamtlicher Priester?

Was soll das denn sein?

Ich engagiere mich ehrenamtlich schon lange in der Kirche. Ich könnte jederzeit damit aufhören oder die Arbeit einschränken, wenn es mir zu viel wird oder aus sonst irgendwelchen Gründen. Das wäre nichts Verwerfliches.

Für einen ehrenamtlichen Priester würde das doch genauso gelten. Mal mehr, mal weniger Priester sein?

"Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks"!


23

0
 
 Hadrianus Antonius 15. April 2019 
 

Unmöglich (2)

Und jetzt nicht lachen!
Innerhalb von 48 Stunden waren alle diese "Flüchtlinge" von diesem Speiseeis, von dem warmen Empfang des Teams Franziskus und der so modernen italienischen Bischöfen so angetan, daß das ganze kirchliche Heim leer stand... :-)
Nur dumm daß diese (Bösewichten würden sagen: zu erwartende) Situation akribisch gefolgt und dokumentiert wurde von den italienische Geheimdiensten und einer inzwischen bekannten politischen Partei;
seitdem hat sich das flapsige Schreien der italienischen Bischöfe deutlich abgekühlt.
Das ist übrigens auch der Grund warum ein Gespräch/Unterredung zwischen den zuständigen Innenminister Salvini (Lega Nord) und PFranziskus noch nicht stattgefunde hat ;-)
Kard. Schönborn hätte dies doch wissen sollen ;-) (stand auf allen zweifelhaften und unzweifelhaft robüsten Websites...)


6

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 Bernhard Joseph 15. April 2019 
 

@ThomasR

Sie übersehen, dass die Situation des Glaubens in der Ostkirche, auch was die Intaktheit des Ritus und Lirurgie anbetrifft, eine ganz andere ist und war als in unserer Kirche heute.

Darum mahnte ja der Ökumenische Patriarch Athenagoras gegenüber Papst Paul VI. im Blick auf die zu befürchtenden Deformationen der Liturgie durch das Zweiten Vatikanischen Konzil in tief ernstem Ton: "Rühren Sie die Liturgie nicht an!"

Es geht also nicht um einzelne Ausdrucksformen der Kirche sondern ums Ganze des Glaubens. Wer sich nicht dümmer stellt als er ist, weiß doch, dass es bei dieser Zölibatsdebatte in Wahrheit um eine Demontage der Katholizität geht. Step by step soll der katholische Glaube ins Protestantische transformiert werden. Die Inhalte folgen dabei stets dem Formalen.


19

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 Kernel Data 15. April 2019 
 

System Schönborn

Der Kardinal will langsam alle die noch in die Kirche gehen mit einem Amt versehen nur damit sie noch bleiben, so verkommt die Kirche immer mehr zu einem Verein. Keiner spricht über den Glauben, es wird nur über das aufrechterhalten des Systems gesprochen. Es gibt genug Priester, nur immer weniger Gläubige die die Person des Priesters anerkennen. Das Feiertagsthema wird sicher noch lange wären, weil bald weitere Feiertage in Frage gestellt werden. Schönborn wollte schon länger den Ostermontag und den Pfingstmontag als Feiertag aufgeben.


14

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 Hadrianus Antonius 15. April 2019 
 

Unmöglich 1

Bei der Lektüre diese Interviews fühle ich mich sofort an Luthers "Tischgespräche" und an die abendliche Monologe des Graföz in dem Bunker der Reichskanzlei kurz vor der Stunde Null erinnert:
Ein wildes Gemisch von sentimentalen Geburtstagsgrüßen, oberflächlichem gesundheitlichen Ratschlägen à la "Gong" (daß Vorsorgeuntersuchungen die Mortalität des Prostatakrebses beeinflüßen konnten, wurde bis jetzt niemals nachgewiesen) und zuallererst dem Wehklagen über den staatlichem Umgang mit den Migranten.
Schönborn sollte als Paladin von PFranziskus nun dazu doch besser schweigen.
Unvergessen wie vor Kurzem in Italien nach enormen Schreien der höchsten Spitze im Vatikan die ital. Regierung humanitär agierte und 47 "Flüchtlinge" von einem falschgefahrenen Schiff anlanden ließ; sie wurden sofort von der breitspracherige ital. Bischofskonferenz (B. Basetta) empfangen und in Mittelitalien kirchlich untergebracht und äusserst gut versorgt (u.A. mit Speiseeis-- Gelati***--Mhhh)


4

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 Paul-Lukas 15. April 2019 
 

Sich allem öffnen

Am besten allem und alles öffnen.
Auch den Homosexuellen. Das er mit diesen sehr sympathisiert,hat er des öfteren schon deutlich bewiesen, unter anderem 2018 , bei Pro-Homo-Veranstaltungen "jedermann-reloaded"

Das macht solche Würdenträger unglaubwürdig


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 ThomasR 15. April 2019 
 

Zulassung "viri probati" zur Priesterweihe (ähnlich kath. Ostkirchen)

ohne Zweifel nicht so zerstörerisch für die Kirche und für den Glauben, wie die Zelebrationen "cum populo".

Die katholischen Ostkirchen kommen auch mit dem freiwilligen Zölibat klar.
(Pflichtzölibat hat sowohl Vorteile als Nachteile , genauso das Leben von einem katholischen Ostpriester in einer Ehe)

Der Mann von der biblischen Elisabeth und Vater von Johannnes war ein verheirateter Priester des alten Bundes.

Allein auf den Aussagen von Hlg. Paulus über Zölibat zu bauen, der kein Levit war, ist eher sparsamer Umgang mit der Bibel (es zählt die gesamte Botschaft der Heiligen Schrift).

Verheiratete Priester aus den katholischen Ostkirchen sind keine schlechtere Priester.


6

0
 
 Stefan Fleischer 15. April 2019 

Unter Generalverdacht

Vielleicht sollten wir uns überlegen, ob es nicht auch innerhalb unserer Kirche den Generalverdacht gib, den Generalverdacht gegenüber allen, welche an der Lehre der Kirche festhalten, um nur ein Beispiel zu nennen.


21

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 Eliah 15. April 2019 
 

Darum nicht

Die Frage des Kardinals, warum es keine „ehrenamtlichen Priester“ geben soll, ist einfach zu beantworten: "Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner Frau gefallen.. So ist er geteilt." (1 Kor 7 33-34)


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 Bernhard Joseph 15. April 2019 
 

Apropos "in einem permanenten Lernprozess gestanden"

Der sieht dann wohl so aus, dass am Ende vom Glauben nur noch leere Phrasen übrig bleiben!


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 Bernhard Joseph 15. April 2019 
 

"deutliche Anzeichen einer Entwicklung zu mehr Offenheit"

Da hat sich doch der Kardinal glatt versprochen, er meinte wohl Beliebigkeit statt Offenheit!

Dass wir einen "Kulturwandel" erleben stimmt, weg vom Christentum hin zum Hedonismus unter dem Schein des Multikulti.

"Die Frauenfrage sei "entscheidend für die Zukunft der Kirche"

Ne, die Glaubensfrage ist entscheidend für die Zukunft der Kirche!

Man sieht, dieser Mann hat den Glauben restlos in Bürokratismus aufgelöst, es geht nur noch um Posten, Macht und Einflussnahme im kirchlichen Apparat. Inhalte? Fehlanzeige!


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