10 April 2019, 11:34
Mysterium lunae – Scheinen wie der Mond
 
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Franziskus: Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Die gefährlichste Haltung für ein christliches Leben ist der Stolz. Der Mensch kann lieben, weil Christus den Sünder zuerst geliebt hat. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht“ (1 Joh 1,8-9).

Generalaudienz am Mittwoch der fünften Woche der Fastenzeit. Papst Franziskus setzte bei regnerischem Wetter seine Katechesenreihe zum Vaterunser fort. Die zwölfte Katechese ging nach der Bitte um das tägliche Brot auf das Thema des Bereichs unserer Beziehung zu den anderen ein: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“.

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Der Christ müsse sich in jedem Gebet der Wahrheit bewusst sein, dass er dem himmlischen Vater gegenüber immer in der Schuld stehe. Die gefährlichste Haltung für ein christliches Leben sei daher der Stolz. Dieser könne sich versteckt ins Herz einnisten und uns meinen lassen, dass wir besser als die anderen und mit Gott immer im Reinen seien.

In Wirklichkeit seien wir jedoch in allem Gottes Schuldner: „einerseits, weil wir in diesem Leben, in das uns der Herr aus dem Nichts gerufen hat, das Wichtigste empfangen haben: die Existenz, Vater und Mutter, die Freundschaft, die Wunderwerke der Schöpfung. Andererseits stehen wir in Gottes Schuld, weil wir es aus eigner Kraft nicht schaffen, vollkommen zu lieben“.

Wir könnten nur lieben, weil Christus uns Sünder zuerst geliebt habe: „wie der Mond nur durch das Licht der Sonne scheinen kann, so können wir nur durch das Licht Christi in dieser Welt leuchten“. Jeder von uns verdanke dem Herrn also alles. Wir liebten, weil wir zuerst geliebt seien, „wir können vergeben, weil uns Vergebung geschenkt wurde“.

Keiner von uns liebe Gott so, wie er uns geliebt habe. Es genüge, sich vor das Kreuz zu stellen, um die Proportionen zu erfassen: „Er hat uns geliebt und liebt uns immer zuerst“.

„Bitten wir darum“, so der Papst abschließend: „Herr, auch der Heiligste unter uns hört nicht auf, dein Schuldner zu sein. Vater, erbarme dich unser aller!“.


Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Von Herzen grüße ich die Pilger deutscher Sprache. Besonders heiße ich den Kulturausschuss des Landkreises Waldshut-Tiengen in Deutschland, die Jugendseelsorge Thurgau in der Schweiz und die Ministranten aus Eupen in Belgien willkommen. Leben wir immer in der Dankbarkeit für die unermessliche Güte Gottes, der uns in Jesus mit seiner Gnade erfüllt.



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