Login




oder neu registrieren?


                                                        Coming soon: Die mobile Version von kath.net - Wir bitten noch um etwas Geduld! DANKE!

Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-10

meist-kommentiert

  1. Kardinal Koch möchte Versöhnung von Alter und Neuer Messe
  2. Kommt Corona-Impfpflicht?
  3. Der grosse Betrug
  4. kfd: Maiandacht mit der Pachamama
  5. Gegen Anordnung des Bistums: Kommunion in Metalldose zum Mitnehmen
  6. Corona-Ausbruch in Frankfurter Baptistengemeinde
  7. Papst Franziskus in Geldnot!
  8. Berlin: Muslime beten erstmals in evangelischer Kirche
  9. Liturgieprofessoren schlagen Benediktion Homosexueller vor
  10. Österreichische Bischöfe bitten im Corona-Hirtenwort um Entschuldigung

Bistum Hildesheim macht sich an Missbrauchs-Aufarbeitung

6. April 2019 in Deutschland, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bischof Wilmer beauftragt externe Fachleute mit Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch - Untersuchung umfasst Amtszeit des verstorbenen Hildesheimer Bischofs Janssen - Frage nach einem Beziehungsgeflecht der mutmaßlichen Täter


Hildesheim (kath.net/pbh) Das Bistum Hildesheim setzt die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch durch externe Experten fort. Bischof Heiner Wilmer SCJ hat vier unabhängige Fachleute beauftragt, mit Betroffenen und weiteren Zeitzeugen zu sprechen sowie in den einschlägigen Akten zu recherchieren.

Das Bistum Hildesheim setzt die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch durch externe Experten fort. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ hat vier unabhängige Fachleute beauftragt, mit Betroffenen und weiteren Zeitzeugen zu sprechen sowie in den einschlägigen Akten zu recherchieren.

Nach dem 2017 veröffentlichten Gutachten des Instituts für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) aus München ist es das zweite Mal, dass die Diözese Verdachtsfälle sexualisierter Gewalt in ihrem Verantwortungsbereich von Gutachtern untersuchen lässt. Diese Untersuchung wird von einem Expertenteam durchgeführt, das unabhängig von den Interessen des Bistums arbeiten wird.

Die Leitung der externen Untersuchung hat die Vorsitzende Richterin am Verwaltungsgericht a. D. und ehemalige niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz übernommen. Sie fungiert als Obfrau.

Interviews mit Betroffenen und weiteren Zeitzeugen obliegen dem IPP unter Leitung der Diplom-Psychologen Gerhard Hackenschmied und Dr. Peter Mosser. Sie sind die Hauptautoren des vor zwei Jahren veröffentlichten Gutachtens zu verschiedenen Missbrauchsfällen im Bistum Hildesheim.

Die Recherche im Archiv leistet der Leitende Oberstaatsanwalt a. D. Kurt Schrimm aus Stuttgart. Er war 15 Jahre lang Leiter der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg.

Antje Niewisch-Lennartz ist zusätzlich zu ihrer Funktion als Obfrau der Expertengruppe für Personen ansprechbar, die sich als Zeitzeugen äußern oder in anderer Weise Hinweise geben möchten, die für die Untersuchung relevant sein könnten (Kontaktmöglichkeiten siehe unten).

Dazu können etwa Schilderungen ehemaliger kirchlicher Mitarbeiter gehören, die sich möglicherweise bisher nicht geäußert haben, weil sie dienstrechtliche Konsequenzen fürchteten. Auch Beobachtungen und Einschätzungen von damaligen Gemeindemitgliedern oder von Personen, die beispielsweise in Internaten, Heimen oder im Priesterseminar gewesen sind, werden von der Expertengruppe entgegengenommen.

Dieses offene Gesprächsangebot der externen Experten richtet sich dezidiert auch an Betroffene sexualisierter Gewalt, die sich als Zeitzeugen äußern möchten. Betroffene haben darüber hinaus aber weiterhin jederzeit die Möglichkeit, sich an die fachlich zuständigen und entsprechend geschulten Ansprechpersonen für Verdachtsfälle sexualisierter Gewalt im Bistum Hildesheim zu wenden (Kontaktdaten ebenfalls unten), die ebenfalls in keinem Abhängigkeitsverhältnis zum Bistum Hildesheim stehen.

„Wir möchten eine offene, schonungslose und wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung des Unrechts. Ich bin Frau Niewisch-Lennartz, Herrn Hackenschmied, Herrn Dr. Mosser und Herrn Schrimm sehr dankbar, dass sie diese wichtige Aufgabe übernehmen. Sie sind absolut unabhängig von unserer Kirche und daher bestens geeignet, Licht ins Dunkel zu bringen“, sagt der Hildesheimer Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ.

Den Ausgangspunkt für das Vorhaben bilden die in den Jahren 2015 und 2018 dokumentierten Missbrauchsvorwürfen zweier Betroffener gegen den verstorbenen Bischof Heinrich Maria Janssen. Die Aufarbeitung wird aber deutlich darüber hinausgehen und zeitlich die Jahre 1957 bis 1982 umfassen. Während dieses Zeitraums war Janssen Bischof von Hildesheim.

Es wird um die Frage gehen, welche Rolle die Führungsebene des Bistums im Umgang mit Priestern spielte, die in der Amtszeit Janssens tätig gewesen und des sexuellen Missbrauchs beschuldigt worden sind.

Ebenso soll geklärt werden, ob es ein Beziehungsgeflecht der mutmaßlichen Täter untereinander gab und ob dieses mögliche Beziehungsgeflecht durch ein bestimmtes Personalmanagement gefördert wurde.

Darüber hinaus wird Bestandteil der Untersuchung sein, inwieweit institutionelle Bedingungen zum Entstehen von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch im Bistum Hildesheim beigetragen haben und welche Institutionen und Einrichtungen im Bistum betroffen waren.

Die Ermittlung durch die externen Fachleute erfolgt offen. Die Untersuchung ist als sondierende Studie angelegt und in eine Explorations-, eine Evaluations- und eine Ergebnisphase unterteilt. Alle drei Phasen sollen im Jahr 2020 abgeschlossen sein. Die Experten werden ihre Resultate dem Bistum und der Öffentlichkeit ohne jegliche Einschränkungen in einem Bericht mitteilen.

Sollten sich während der Sondierung weitergehende Fragestellungen ergeben, ist eine Folgestudie möglich. Die Expertengruppe wird in diesem Fall eine entsprechende Empfehlung an das Bistum aussprechen.

Kontakt zur externen Expertengruppe

Wer etwas zu berichten hat, das für die Studie relevant sein könnte, kann sich an die Obfrau der unabhängigen Expertengruppe, Antje Niewisch-Lennartz, wenden. Sie ist unter obfrau[at]wissenteilen-hildesheim.de per E-Mail erreichbar

Archivfoto Bischof Wilmer (c) Bistum Hildesheim


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 doda 6. April 2019 

Im Vatikan spricht man z.B. von einer 'Homolobby'

"Ebenso soll geklärt werden, ob es ein Beziehungsgeflecht der mutmaßlichen Täter untereinander gab und ob dieses mögliche Beziehungsgeflecht durch ein bestimmtes Personalmanagement gefördert wurde."


8

0
 
 benedetto05 6. April 2019 
 

Was heißt völlig unabhängig

Mich würde interessieren, ob "völlig unabhängig von unserer Kirche" auch heißt, dass sie (die Experten) nicht katholisch sein dürfen.

Wenn das Ordinariat samt Bischof in meinem Bistum (=Hildesheim) in Lehr-, Verkündigungs- u. Liturgiefragen die Dinge auch so super genau und in extenso angehen würde wie die Aufarbeitung des Missbrauches, die Gleichstellung der Frau sowie den Klima- u. Umweltschutz, dann wäre schon sehr viel gewonnen.

So kann ich darin nur einen weiteren Verstoss gegen das wichtige Prinzip
erkennen: Hauptsache, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt.


8

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Missbrauch

  1. Lyon: Fünf Jahre Haft für Ex-Priester wegen Missbrauchs
  2. Köln: Pressekonferenz zur „Unabhängigen Untersuchung“ wird verschoben
  3. Vatikanische Inspektion wegen Missbrauch in Mexiko verschoben
  4. Kirche in Mexiko und Vatikan untersuchen Vertuschungsvorwürfe
  5. Hoffnung auf saubere Missbrauchsaufarbeitung im Erzbistum Köln
  6. Vatikan plant "Task Forces" gegen Missbrauch in der Kirche
  7. Arche distanziert sich von ihrem Gründer und kündigt Aufklärung an
  8. Rom: Argentinische Missbrauchsopfer erheben schwere Vorwürfe
  9. Auch US-Bistum Harrisburg meldet Konkurs an
  10. Priester opfert Gehirntumor für Opfer klerikalen Missbrauchs auf








Top-10

meist-gelesen

  1. Bistum Trier: Klobürsten-Segen durch Pfarrer Leick
  2. Kardinal Müller warnt vor Unterdrückung der katholischen Kirche
  3. kfd: Maiandacht mit der Pachamama
  4. Papst Franziskus in Geldnot!
  5. Vom Lehramt längst beantwortet
  6. Gegen Anordnung des Bistums: Kommunion in Metalldose zum Mitnehmen
  7. Liturgieprofessoren schlagen Benediktion Homosexueller vor
  8. Der grosse Betrug
  9. Berlin: Muslime beten erstmals in evangelischer Kirche
  10. Corona-Krise ist für George Soros die Krise seines Lebens

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz