20 März 2019, 11:50
Dein Wille geschehe!
 
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Franziskus: dein Wille geschehe – kein Fatalismus, sondern Ausdruck des absoluten Vertrauens in Gott. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können. Das ist recht und wohlgefällig vor Gott, unserem Retter; er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1 Tim,1-4).

Zehnte Generalaudienz des Jahres 2019 am Mittwoch der zweiten Woche der Fastenzeit. Papst Franziskus setzte vor rund 12.500 Pilgern und Besuchern seine Katechesenreihe zum Vaterunser fort. Die zehnte Katechese stand unter dem Thema: „Dein Wille geschehe“.

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Die Sorge Gottes um die Welt und die Menschen gehe all unserem eigenen Bemühen voraus. Gott suche zu retten, was verloren ist – „und wir bringen im Gebet lediglich unseren sehnlichen Wunsch zum Ausdruck, dass dieser Heilswille Gottes sich hier auf Erden erfülle und im Ewigen Leben vollende“.

So schreibe Paulus an Timotheus: Gott „will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1 Tim 2,4). Wenn wir also beteten „Dein Wille geschehe“, sei dies nicht etwa Ausdruck resignierter Ergebenheit in ein unabänderliches Schicksal: „Nein, wir dürfen und sollen diese Bitte voller Gottvertrauen, mutig, ja kämpferisch aussprechen, denn in der Welt gibt es zu viele Dinge, die nicht im Sinne Gottes laufen“. So sei das Vaterunser das Gebet der Kinder Gottes.

Mit dem Gebet des Vaterunsers wolle Jesus in uns die Liebe entzünden, die er selbst dem Willen des Vaters entgegengebracht habe, damit die Welt durch diese Liebe verwandelt werde.

Als Jesus im Garten von Getsemani in tiefster Bedrängnis gebetet habe „Vater, nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen“, „vertraute er ganz auf die unendliche Liebe des Vaters. Selbst in den schwersten Prüfungen des Lebens können wir uns auf eines verlassen: Gott verlässt uns nie und sein Wille wird geschehen“.

Das „Vaterunser“ sei ein Gebet, das in uns dieselbe Liebe Jesu für den Willen des Vaters entfache, „eine Flamme, die uns antreibt, die Welt mit Liebe zu verändern“. Der Christ glaube also nicht an ein unausweichliches „Schicksal“. Im Glauben der Christen gebe es nichts Zufälliges: dagegen gebe es eine Erlösung, die darauf warte, sich im Leben eines jeden Mannes und jeder Frau zu offenbaren und sich in der Ewigkeit zu erfüllen.

Jesus werde vom Bösen der Welt erdrückt, er überlasse sich jedoch vertrauensvoll dem Ozean der Liebe des Willens des Vaters. Auch die Märtyrer suchten in ihrer Prüfung nicht den Tod, sondern die Auferstehung. Gott könne uns aus Liebe dazu führen, dass wir schwierige Wege gingen, schmerzhafte Wunden und Dornen erleben, aber er werde uns niemals im Stich lassen. Für einen Gläubigen sei dies keine Hoffnung, sondern eine Gewissheit.


Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Herzlich grüße ich die Pilger deutscher Sprache. Aus Wien ist die interreligiöse Bewegung „Earth Caravan” gekommen, die eine Pilgerfahrt für Gerechtigkeit und Frieden unternimmt. Bemühen wir uns, den Willen Gottes immer tiefer zu ergründen, seinen Willen für uns und unser Leben, für unsere Gemeinschaften und für die ganze Welt. Versuchen wir eifrige Mitarbeiter seines Heilswillens zu sein! Euch allen wünsche ich eine gute Fastenzeit!



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