17 März 2019, 12:00
Albanische Orthodoxie übt Kritik an Bartholomaios und Kyrill
 
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Albanische orthodoxe Kirche erkennt neue "Orthodoxe Kirche der Ukraine" nicht an - Einberufung einer panorthodoxen Versammlung der Oberhäupter aller autokephalen Kirchen verlangt, um "Gefahr eines schmerzlichen Schismas" zu vermeiden.

Wien-Tirana (kath.net/ KAP)
Die innerorthodoxe Auseinandersetzung um das ukrainische Kirchenproblem geht weiter. Die orthodoxe Kirche von Albanien hat jetzt auf ihrer Website einen Beschluss ihres Heiligen Synods vom 4. Jänner veröffentlicht, dieser Beschluss war am 14. Jänner brieflich dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. zur Kenntnis gebracht worden. Der Heilige Synod der Kirche von Albanien hat in dem unter dem Vorsitz von Erzbischof Anastasios (Yannulatos) gefassten Beschluss die neue "Orthodoxe Kirche der Ukraine" ausdrücklich nicht anerkannt, die Gültigkeit der Weihen der Bischöfe und Priester dieser Kirche in Zweifel gezogen und dringlich eine "Synaxis" (Versammlung) der Oberhäupter der autokephalen Kirchen verlangt. In dem Schreiben wird Kritik an Konstantinopel, an Kiew und an Moskau geübt.

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In dem von Erzbischof Anastasios unterzeichneten Brief an Patriarch Bartholomaios wurde laut "Pro Oriente" (Samstag) die Abhaltung einer "Synaxis" so bald wie möglich angemahnt, um die "Gefahr eines schmerzlichen Schismas" zu vermeiden. Die im Oktober 2018 von Erzbischof Anastasios zum Ausdruck gebrachte Besorgnis über eine Vertiefung der Kirchenspaltung in der Ukraine durch das Autokephalie-Projekt habe sich bewahrheitet. Hoffnungen, dass sich die Aufregung legen würde und die autokephalen orthodoxen Kirchen die neue Situation in der Ukraine akzeptieren, seien "unbegründet", wenn man sich die Geschichte der kirchlichen Schismen vor Augen halte.

In dem Beschluss des Heiligen Synods in Tirana wurde insbesondere die Gültigkeit der von dem laisierten, exkommunizierten und mit dem "Anathema" (Kirchenbann) belegten "Patriarchen" Filaret (Denisenko) gespendeten Weihen in Zweifel gezogen. Diese Weihen seien ungültig und entbehrten der Gnade des Heiligen Geistes. Ausdrücklich bezweifelte der albanische Heilige Synod auch die Kanonizität der Weihe des neugewählten Oberhaupts der "Orthodoxen Kirche der Ukraine", Metropolit Epifanij (Dumenko).

Die albanischen Bischöfe erinnerten daran, dass andere orthodoxe Kirchen - so etwa die Kirchen von Serbien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Albanien, Tschechien und der Slowakei - im Wunsch nach der Autokephalie geeint gewesen seien. In der Ukraine hingegen habe sich die von Metropolit Onufrij (Berezowskij ) geleitete ukrainisch-orthodoxe Kirche mit ihren Millionen von Gläubigen dem Autokephalie-Projekt verweigert. "Anstelle einer Versöhnung und Einheit der orthodoxen Gläubigen in der Ukraine steht vor uns die Gefahr einer Spaltung in der ganzen orthodoxen Welt", stellte der albanische Heilige Synod fest. Umso notwendiger sei die Einberufung einer gesamtorthodoxen "Synaxis".

Der Heilige Synod der albanischen orthodoxen Kirche erneuerte aber auch seine Kritik an der Entscheidung der russisch-orthodoxen Kirche, nicht am Konzil von Kreta teilzunehmen und noch mehr am Abbruch der eucharistischen Gemeinschaft zwischen den Patriarchaten von Moskau und Konstantinopel. Die Eucharistie müsse außerhalb aller kirchenpolitischen Konflikte stehen.

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