Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  2. Kard. Sarah: „Die Abneigung gegen Latein und Gregorianik wird mit der 68er-Generation verschwinden“
  3. Papst Leo: „Die Welt durchlebt eine besonders unruhige Phase“
  4. Die Hölle, eine verschwiegene Wahrheit
  5. Die umstrittene Synodalkonferenz der Kirche in Deutschland wurde leise abgesagt
  6. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr
  7. Papst äußert sich skeptisch zu fundamentalen Risiken der KI
  8. US-Diözesen mit ungewöhnlich hoher Zahl an Priesterweihen
  9. „Synodalität wird den Katholizismus zerstören“
  10. Caroline Bosbach: „Linkspartei erklärt evangelikale Christen zum Feindbild“
  11. ‚Tritt hinter mich!’ Der Weg des Messias führte über das Kreuz
  12. Polnischer Primas in Jasna Góra: „Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“
  13. Nicht mehr ernst zu nehmen
  14. Wenn die Erinnerung bleibt, aber der Glaube schwindet
  15. Ehemaliges Priesterseminar auf Long Island soll muslimisches Internat werden

"Wenn Straftäter preisgekrönt werden"

4. März 2019 in Prolife, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Heinrich-Böll-Stiftung ehrte die wegen Verstoßes gegen das Werbeverbot für Abtreibungen in zwei Instanzen verurteilte Ärztin Kristina Hänel. „Wer Straftaten und Straftäter lobt, verlässt den Rechtsstaat.“ Gastkommentar von Hartmut Steeb


Berlin (kath.net) Die Heinrich-Böll-Stiftung verlieh der wegen Verstoßes gegen das Werbeverbot für Abtreibungen (§219a StGB) in zwei Instanzen verurteilte Gießener Allgemeinärztin Kristina Hänel und den beiden Kasseler Frauenärztinnen Natascha Nicklaus und Nora Szász, den mit 10 000 Euro dotierten Anne-Klein-Frauenpreis. Die Laudatio hielt Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende der Grünen. Die Heinrich-Böll-Stiftung ist eine parteinahe Stiftung von Bündnis 90/Die Grünen.

Mir klingen die Schlachtrufe in den Ohren, die ich mir Jahr für Jahr beim Marsch für das Leben in Berlin anhören muss: „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat“. Das wird uns dort entgegengeschleudert, wenn wir uns dafür einsetzen, dass auch das noch nicht geborene Kind einen eigenen Rechtsanspruch auf Leben hat. Das ist meine Überzeugung, das sagt das Grundgesetz aus mit den grandiosen ersten Sätzen „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen aller staatlichen Gewalt. Jeder hat das Recht auf Leben…“ und das hat das Bundesverfassungsgericht in den einschlägigen Urteilen zu §§ 218 ff Strafgesetzbuch festgehalten. Ja, es gehört auch zur Freiheit des Menschen, Gott und erst recht auch ein Patriarchat ablehnen zu dürfen. Aber unser gesellschaftliches Zusammenleben wird ohne Staat nicht funktionieren. Wer ihn so grundsätzlich ablehnt wie jene grölenden Gegendemonstranten, stellt sich außerhalb dieser staatlichen Gemeinschaft. Solche Verfassungsfeindlichkeit kann nicht akzeptiert werden und der Staat darf das auch nicht tolerieren. Verfassungsfeindlichkeit muss geächtet werden.


Und nun stehen wir plötzlich vor der Situation, dass sich sogar staatliche subventionierte Institutionen gegen den Staat selbst richten. Denn ich denke, es gibt nur zwei Möglichkeiten: Wenn Straftäter preisgekrönt werden muss entweder die „Straftat“ in einer menschenverachtenden Diktatur geschehen sein oder es handelt sich bei jenen, die Preise verteilen, um Feinde des Rechtsstaates. Ja, man kann und darf Gesetze in einem demokratischen Rechtsstaat kritisieren und man kann und darf daran arbeiten, dass sie geändert werden. Man darf auch gegen eine gerichtlich ausgesprochene Strafe nach einem verlorenen Prozess in die Berufung gehen und Rechtsmittel einlegen, gerne bis zum obersten Gericht. Aber wer Straftaten und Straftäter lobt, verlässt den Rechtsstaat, stellt sich außerhalb der Verfassung, hat sich auf die Seite der Anarchie geschlagen.

Die Preisverleihung an Straftäter durch die Heinrich-Böll-Stiftung muss entweder schnell zurückgenommen werden (Irrtümer kann man ja korrigieren) oder dazu führen, dass die staatliche Subventionierung beendet wird. Und auch jenen, die bei einer solchen Preisverleihung mitgewirkt haben, brauchen eine deutliche Sanktion. Beim Fußballspielen gibt es gelbe und rote Karten. Wer bewusst und gewollt die Spielregeln missachtet und jene hofiert, die sie missachten, hat mindestens die rote Karte verdient. So geht es nicht.

Hartmut Steeb (Foto) ist der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz. Weitere kath.net-Artikel von und über Hartmut Steeb

Archivfoto Hartmut Steeb - Marsch für das Leben


Archivfoto Steeb (c) Rudolf Gehrig


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Abtreibung

  1. US-Lebensschützer ändern Wortwahl nicht: Abtreibung ist Tötung eines Ungeborenen
  2. Argentinien tritt Lebensschutz-Koalition bei
  3. SPÖ-Ministerinnen fordern ‚Schutzzonen‘ um Abtreibungskliniken
  4. US-Senat bestätigt Todd Blanche als Justizminister – Pläne gegen Versandhandel mit Abtreibungspillen
  5. US-Bischöfe rufen Amerikaner zu Gebet und Aktionen gegen Abtreibungspillen auf
  6. Zürcher ‚Marsch fürs Läbe‘ erneut nach Oerlikon verlegt
  7. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  8. ‚Marsch fürs Läbe‘: Organisatoren beharren auf Kundgebung in der Zürcher Innenstadt
  9. Knappe Mehrheit der US-Amerikaner für Abtreibung nur in wenigen Ausnahmen
  10. Erbprinz Alois von Liechtenstein kündigt Veto gegen mögliche Fristenregelung an






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Trump, Vance und Rubio erhalten vom Papst signierte Baseballs
  3. Ehemaliges Priesterseminar auf Long Island soll muslimisches Internat werden
  4. Mit Sneakers und Baseballkappe: Leo XIV. wird zum Mode-Papst
  5. Papst versichert Sturzflut-Opfern in Nepal seine Nähe
  6. Die Hölle, eine verschwiegene Wahrheit
  7. Mit Erlaubnis des Kardinals: Benediktiner betet als Einsiedler für Skandinavien
  8. Synodalität aus der Tradition - Teil 1
  9. US-Präsident Trump nominiert Lebensschützerin zur Direktorin der Arzneimittelbehörde FDA
  10. Polnischer Primas in Jasna Góra: „Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“
  11. Außenbeauftragter des Papstes setzt Besuch in Moskau fort
  12. Papst Leo: „Die Welt durchlebt eine besonders unruhige Phase“
  13. Erzdiözese Mexiko will angemessenes Begräbnis für abgetriebene und nach der Geburt gestorbene Babys
  14. Verhaftung nach Großbrand einer historisch wertvollen Holzkirche in Kanada
  15. Die konzilswidrige deutsche Synodalkonferenz

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz