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Erzdiözese Krakau kritisiert Missbrauchsbericht von Opferverein

25. Februar 2019 in Chronik, 2 Lesermeinungen
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Opferverein "Habt keine Angst" beschuldigt Krakauer Erzbischof Jedraszewski sowie 23 amtierende und ehemalige Bischöfe, Missbrauchstäter gedeckt zu haben.


Krakau/Warschau/Vatikanstadt (kath.net/ KAP)
Die Erzdiözese Krakau hat den Bericht eines polnischen Opfervereins über sexuellen Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche kritisiert. Der Papst Franziskus am Mittwoch im Vatikan übergebene Bericht enthalte "unwahre und manipulierte Informationen", heißt es in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung. Darin gibt die Erzdiözese jedoch nicht an, welche Schilderungen in dem Bericht falsch seien.

Erzbischof Marek Jedraszewski lege "besonderen Wert auf die gründliche, zuverlässige, gerechte Prüfung von eventuellen Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs gegen Priester", wird in der schriftlichen Stellungnahme betont. Er engagiere sich vollkommen für die Etablierung von Mechanismen für die Prävention von Missbrauch und die Verteidigung von Opfern. Anlaufstellen für Betroffene und ihre Angehörigen nenne die Erzdiözese etwa prominent auf seiner Internetseite, hieß es.


Der Opferverein "Habt keine Angst" beschuldigt in seinem Bericht Jedraszewski sowie 23 amtierende und ehemalige Bischöfe, Missbrauchstäter geschützt oder einfach nur in eine andere Pfarre versetzt zu haben. Der Krakauer Erzbischof sei einer der "glühendsten Verteidiger" des früheren Posener Erzbischofs Juliusz Paetz, so der Verein.

Paetz werden sexuelle Übergriffe auf Seminaristen und Priester vorgeworfen; er weist dies zurück. 2002 hatte Papst Johannes Paul II. (1978-2005) den Rücktritt des damals 67-Jährigen ohne Angabe näherer Gründe angenommen. Die Bischofskongregation erlegte Paetz seinerzeit Beschränkungen für sein priesterliches Wirken auf.

Jedraszewski nimmt als stellvertretender Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz am Anti-Missbrauchsgipfel mit Franziskus im Vatikan teil. Er vertritt Erzbischof Stanislaw Gadecki, der wegen einer schweren Lungenentzündung nicht zum Vatikangipfel reisen konnte.

Beim Missbrauchsgipfel erinnerte der Krakauer Erzbischof an jenen bis heute wichtigen Schritt gegen Missbrauch, den Papst Johannes Paul II. 2001 mit dem Motu proprio "Sacramentorum sanctitatis tutela" gesetzt habe.
Der polnische Papst hat damals die kirchenrechtlichen Bestimmungen gegen Missbrauch verschärft. Zentrale Bestimmung war die Meldepflicht aller Missbrauchsfälle von Klerikern an die vatikanische Glaubenskongregation, die seither als Sondergerichtshof für derartige Delikte fungiert. Ziel der Bestimmung war es, die Verheimlichung von Missbrauchsfällen zu verhindern. Jadraszewski bezeichnete in einer Aussendung am Samstag diese Entscheidung als "radikalen Wendepunkt" im Kampf gegen Missbrauch in der Kirche. Es sei Johannes Paul II. gewesen, der das Problem der Pädophilie in der Kirche in Blick nahm und Wege zur Lösung eröffnete, die von seinen Nachfolgern dann weiterverfolgt wurden, so der Vizepräsident des polnischen Episkopats.

In einer Video-Botschaft aus Rom bekundete Jedraszewski mit Blick auf das "Böse", was den jungen Menschen widerfahren sei, sein "Schamgefühl und sein inneres Leid". Er betonte: "Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass wir diese schwierige, mit Reue und Besinnung gefüllte Zeit überleben." Die Kirche werde sich erneuern und Kraft finden.

Nach Angaben des Opfervereins haben polnische Gerichte bislang 85 Priester verurteilt. Auf einer Online-Landkarte hat der Verein 384 Missbrauchsopfer eingetragen. Er fordert eine unabhängige Kommission zur Aufarbeitung der sexuellen Verbrechen und der Rolle der Kirche.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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