Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Corona: Grazer Theologen sehen Impfpflicht "problematisch"
  2. Papst: Messritus aus Zaire mögliches Modell für Amazonas-Liturgie
  3. Andere Leeren – Krippen auf dem Petersplatz. La Piazzetta
  4. Erscheint uns wieder der Stern von Bethlehem?
  5. „Ist Gott nicht ganz gescheit?“
  6. "Interviews mit Bedford-Strohm oder Margot Käßmann nur noch schwer an Kitsch zu übertreffen"
  7. Allein den Betern kann es noch gelingen - Schicken Sie uns Ihr Anliegen!
  8. Propagandaexpertin warnt: COVID-Isolierung dient offensichtlich der sozialen Kontrolle
  9. O Heiland, reiß die Himmel auf, herab, herab vom Himmel lauf!
  10. Wien: 'Tot den Christen'-Aufruf im Gemeindebau
  11. Die Chancen stehen gut, dass das Fehlurteil kassiert wird
  12. US-Bischof fordert: Keine Impfung, die mit Hilfe abgetriebener Babys entwickelt wurde
  13. Autor der ‚Benedikt-Option’ warnt: Der Westen wird totalitär
  14. Verhältnis der orthodoxen Kirchen von Zypern und Russland belastet
  15. Alles nur Theater?

Erzdiözese Krakau kritisiert Missbrauchsbericht von Opferverein

25. Februar 2019 in Chronik, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Opferverein "Habt keine Angst" beschuldigt Krakauer Erzbischof Jedraszewski sowie 23 amtierende und ehemalige Bischöfe, Missbrauchstäter gedeckt zu haben.


Krakau/Warschau/Vatikanstadt (kath.net/ KAP)
Die Erzdiözese Krakau hat den Bericht eines polnischen Opfervereins über sexuellen Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche kritisiert. Der Papst Franziskus am Mittwoch im Vatikan übergebene Bericht enthalte "unwahre und manipulierte Informationen", heißt es in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung. Darin gibt die Erzdiözese jedoch nicht an, welche Schilderungen in dem Bericht falsch seien.

Erzbischof Marek Jedraszewski lege "besonderen Wert auf die gründliche, zuverlässige, gerechte Prüfung von eventuellen Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs gegen Priester", wird in der schriftlichen Stellungnahme betont. Er engagiere sich vollkommen für die Etablierung von Mechanismen für die Prävention von Missbrauch und die Verteidigung von Opfern. Anlaufstellen für Betroffene und ihre Angehörigen nenne die Erzdiözese etwa prominent auf seiner Internetseite, hieß es.


Der Opferverein "Habt keine Angst" beschuldigt in seinem Bericht Jedraszewski sowie 23 amtierende und ehemalige Bischöfe, Missbrauchstäter geschützt oder einfach nur in eine andere Pfarre versetzt zu haben. Der Krakauer Erzbischof sei einer der "glühendsten Verteidiger" des früheren Posener Erzbischofs Juliusz Paetz, so der Verein.

Paetz werden sexuelle Übergriffe auf Seminaristen und Priester vorgeworfen; er weist dies zurück. 2002 hatte Papst Johannes Paul II. (1978-2005) den Rücktritt des damals 67-Jährigen ohne Angabe näherer Gründe angenommen. Die Bischofskongregation erlegte Paetz seinerzeit Beschränkungen für sein priesterliches Wirken auf.

Jedraszewski nimmt als stellvertretender Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz am Anti-Missbrauchsgipfel mit Franziskus im Vatikan teil. Er vertritt Erzbischof Stanislaw Gadecki, der wegen einer schweren Lungenentzündung nicht zum Vatikangipfel reisen konnte.

Beim Missbrauchsgipfel erinnerte der Krakauer Erzbischof an jenen bis heute wichtigen Schritt gegen Missbrauch, den Papst Johannes Paul II. 2001 mit dem Motu proprio "Sacramentorum sanctitatis tutela" gesetzt habe.
Der polnische Papst hat damals die kirchenrechtlichen Bestimmungen gegen Missbrauch verschärft. Zentrale Bestimmung war die Meldepflicht aller Missbrauchsfälle von Klerikern an die vatikanische Glaubenskongregation, die seither als Sondergerichtshof für derartige Delikte fungiert. Ziel der Bestimmung war es, die Verheimlichung von Missbrauchsfällen zu verhindern. Jadraszewski bezeichnete in einer Aussendung am Samstag diese Entscheidung als "radikalen Wendepunkt" im Kampf gegen Missbrauch in der Kirche. Es sei Johannes Paul II. gewesen, der das Problem der Pädophilie in der Kirche in Blick nahm und Wege zur Lösung eröffnete, die von seinen Nachfolgern dann weiterverfolgt wurden, so der Vizepräsident des polnischen Episkopats.

In einer Video-Botschaft aus Rom bekundete Jedraszewski mit Blick auf das "Böse", was den jungen Menschen widerfahren sei, sein "Schamgefühl und sein inneres Leid". Er betonte: "Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass wir diese schwierige, mit Reue und Besinnung gefüllte Zeit überleben." Die Kirche werde sich erneuern und Kraft finden.

Nach Angaben des Opfervereins haben polnische Gerichte bislang 85 Priester verurteilt. Auf einer Online-Landkarte hat der Verein 384 Missbrauchsopfer eingetragen. Er fordert eine unabhängige Kommission zur Aufarbeitung der sexuellen Verbrechen und der Rolle der Kirche.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Stephaninus 25. Februar 2019 
 

@chriseeb74

gebe Ihnen recht. Ich hoffe nicht, dass in Polen die selbe fatale Abwehrstrategie betrieben wird, die anderswo ins Fiasko führte. Die Reaktion der poln. Kirche macht da nicht ganz froh....


1

0
 
 chriseeb74 25. Februar 2019 
 

Als Insider kann ich der polnischen Kirche

nur wärmstens empfehlen offen und rigoros mit der Problematik umzugehen sonst wird sich innerhalb kürzester Zeit der Kirchenbesuch drastisch verringern.
Im übrigen gilt der ehemalige Erzbischof von Posen als extremer Mißbrauchstäter; seinerzeit hat der Regens des Priesterseminars von Posen selbst die Türen dort vor ihm verschlossen; muss ganz schlimm gewesen sein...


3

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Missbrauch

  1. Je mehr man die Sünde verschweigt
  2. Viganò: "Für den McCarrick-Report hat mich der Vatikan nicht als Zeugen geladen"
  3. Drei Päpste und ein korrupter Kardinal
  4. „Standpunkt der US-Bischöfe zur Kommunion/Pro-Abtreibungs-Politiker kam von Ex-Kardinal McCarrick“
  5. "Was soll ein ‚gesunder Generalverdacht gegen Priester‘?"
  6. BDKJ richtet Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt ein
  7. USA: Gegen Ex-Kardinal McCarrick werden neue ungeheuerliche Vorwürfe erhoben
  8. Experte: Vatikan drängt stärker auf Anzeige von Missbrauch
  9. BILD berichtet über Viganòs schwere Vorwürfe gegen einen deutschen Prälaten
  10. Verbot von Kinder-Sexpuppen!








Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net-PAULUS-Leserreise: Fronleichnam auf Malta - Mit Michael Hesemann und P. Leo Maasburg
  2. Andere Leeren – Krippen auf dem Petersplatz. La Piazzetta
  3. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre DRINGENDE Hilfe!
  4. Eine seltsame Botschaft auf Twitter von Erzbischof Schick
  5. "Interviews mit Bedford-Strohm oder Margot Käßmann nur noch schwer an Kitsch zu übertreffen"
  6. Allein den Betern kann es noch gelingen - Schicken Sie uns Ihr Anliegen!
  7. Autor der ‚Benedikt-Option’ warnt: Der Westen wird totalitär
  8. Propagandaexpertin warnt: COVID-Isolierung dient offensichtlich der sozialen Kontrolle
  9. Hohe Vertreter der Kirche haben das Kerngeschäft der Seelsorge verlassen
  10. Erscheint uns wieder der Stern von Bethlehem?
  11. Die 13 neuen Kardinäle im Kurzporträt. Der Weg des Lebens und der Geschichte
  12. Alles nur Theater?
  13. Wollte kein ‚Pride’ T-Shirt tragen: Starbucks kündigt christliche Mitarbeiterin
  14. "Ich sehe die Einschränkungen, die uns auferlegt sind, als Glaubensprüfung"
  15. In Österreich sind ab 7. Dezember wieder öffentliche Gottesdienste erlaubt.

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz