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Endlich in Worte fassen

20. Februar 2019 in Jugend, 1 Lesermeinung
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"Fassen wir den Mut und sparen nicht an guten Worten an unsere Mitmenschen. So werden wir auch zu einem Beispiel, wie einfach es ist, Liebe auszuteilen" - Die Jugendkolumne von kath.net - Diese Woche ein Beitrag von Viktoria Samp


Linz (kath.net)
In einem Gespräch mit einer Freundin, mit der ich über zwei Monate zusammenlebte, haben wir uns darüber ausgetauscht, was wir in der gemeinsamen Zeit voneinander gelernt haben. Dem Tag eine Struktur zu geben, früh aufzustehen, häufiger die Initiative zu ergreifen, weniger zu jammern oder problemlos durch den Alltag zu schreiten – das sind nur einige Beispiele dessen, was wir voneinander lernen durften. Es war scheinbar nur ein kurzer Abschnitt unseres Lebens, den wir gemeinsam verbracht haben, aber trotzdem haben wir uns positiv beeinflussen können.

Ich glaube, es ist schön, sich bewusst zu machen, wie sehr uns Menschen bereichern, wie sehr sie in unserem Alltag zu Lehrern und auch Lehrlingen werden können. Wir beobachten und werden beobachtet. Ich denke, daraus folgt auch eine Verantwortung für die Menschen in unserer Umgebung. Ich denke aber auch, dass es wichtig und richtig ist, miteinander zu sprechen, sich zu sagen, was man von dem Anderen lernen durfte und wofür man dankbar ist. Anstatt sich zu beschweren, zu selten gelobt zu werden, ist es doch an der Zeit, dem Anderen zu sagen, wie sehr er uns in unserem Leben bereichert hat. So geben wir nicht nur etwas zurück, sondern erkennen auch unsere Schwächen und unser Potential. Je mehr wir uns dessen bewusst werden, desto weniger lechzen wir nach Anerkennung und werden freier und unabhängiger.


Bei uns waren es nur zwei Monate. Wie viel nehmen wir erst von Menschen mit, die uns über Jahre hinweg begleiten, mit denen wir zahlreiche Erfahrungen teilen? Von Eltern, Großeltern oder Freunden? Nicht nur Mutter-, Vater-, Oma- oder Opatag sind dazu geeignet, diese Dankbarkeit auszudrücken, sondern jeder Montag, Dienstag und sogar Mittwoch kann dazu die perfekte Gelegenheit bieten.

Das Wort besitzt eine großartige Macht und kann den Menschen aufbauen, wie Paulus im Brief an die Epheser schreibt:
„Über eure Lippen komme kein böses Wort, sondern nur ein gutes, das den, der es braucht, auferbaut und denen, die es hören, Nutzen bringt!“ (Eph 4,29)

Fassen wir den Mut und sparen nicht an guten Worten an unsere Mitmenschen. So werden wir auch zu einem Beispiel, wie einfach es ist, Liebe auszuteilen.

Ich möchte mir in der nächsten Zeit Gedanken machen, was konkret ich durch andere lernen durfte und sie es wissen lassen. Und ich möchte auch Dich dazu ermuntern, Deinen Mitmenschen mit dankbaren Worten zu umgeben.


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