Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vom Elend der Fürbitten
  2. Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
  3. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  4. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  5. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  6. Der entschärfte Gott
  7. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  8. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  9. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  10. Katholische US-Historikerin Bronwen McShea schreibt über „die Frauen, die der Vatikan vergaß“
  11. "Ein Vorbild für Väter und Ehemänner" - US-Präsident veröffentlicht Würdigung des Heiligen Josef
  12. Kardinal Woelki und Bischof Oster ermutigen Münchner Lebensschützer mit kraftvollen Grußworten
  13. Maria – Marta – Lazarus: Christus, der Freund des Lebens
  14. Vatikan fordert umfassenden Zugang zu Recht für Frauen
  15. Britisches Oberhaus stimmt für Abtreibungen bis zur Geburt

Liturgie: keine sterilen ideologischen Polarisierungen!

15. Februar 2019 in Aktuelles, 32 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Papst Franziskus an die Vollversammlung der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung: die Liturgie – Epiphanie der kirchlichen Gemeinschaft. Liturgie und Mystagogie. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Zu Beginn eines für die Liturgiereform vor 50 Jahren entscheidenden und bedeutenden Gedenkjahres empfing Papst Franziskus an Donnerstag, den 14. Februar, die Vollversammlung der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung. Diese hatte ihre Tagung zum Thema „Die liturgische Bildung des Volkes Gottes“ gestaltet.

Der Papst rief einige der wichtigen Schritte der Liturgiereform von 1969 in Erinnerung. Zunächst die Gründung am 8. Mai 1969 der damaligen „Congregatio pro Cultu Divino“, um der vom II. Vatikanischen Konzil gewünschten Erneuerung Gestalt zu geben. Dabei sei es darum gegangen, die liturgischen Bücher gemäß den Kriterien und Entscheidungen der Konzilsväter zu veröffentlichen, um im Volk Gottes die tätige, bewusste und fromme Teilnahme an den Geheimnissen Christi zu fördern (vgl. Sacrosanctum Concilium, 48). Die Gebetstradition der Kirche habe eines erneuerten Ausdrucks bedurft, ohne dabei etwas von ihrem jahrtausende alten Reichtum zu verlieren, „ja um sogar die Schätze ihrer Ursprünge wiederzuentdecken“.

In den ersten Monaten jenes Jahres „blühten die ersten Früchte der Reform“. Franziskus rief die Veröffentlichung des Motu proprio „Mysterii paschalis“ über den römischen Kalender und das liturgische Jahr (14. Februar 1969) und die Apostolische Konstitution „Missale Romanum“ (3. April 1969) in Erinnerung, mit dem Papst Paul VI. das Römische Messbuch promulgiert hatte. Im selben Jahr dann „sahen der Ordo Missae und verschiedene andere Ordo das Licht, einschließlich der Taufe der Kinder, der Eheschließung und des Begräbnisses. Sie waren die ersten Schritte eines Wegs, auf dem man mit weiser Beständigkeit fortfahren sollte“.


Der Papst unterstrich, dass es nicht ausreiche, die liturgischen Bücher zu ändern, um die Qualität der Liturgie zu verbessern. Nur dies zu tun wäre eine Täuschung. Damit das Leben wirklich ein Lobpreis sei, der Gott gefalle, sei es notwendig, das Herz zu verändern. Die christliche Feier sei auf diese Umkehr ausgerichtet, eine Begegnung des Lebens mit dem Gott der Lebenden.

Der Heilige Stuhl ersetze die Bischöfe nicht, sondern arbeite mit ihnen zusammen, um im Reichtum der verschiedenen Sprachen und Kulturen der betenden Berufung der Kirche in der Welt zu dienen. In dieser Linie sei das Motu proprio „Magnum principium“ (3. September 2017) veröffentlicht worden, mit dem unter anderem die Notwendigkeit einer ständigen Zusammenarbeit voller gegenseitigem Vertrauen zwischen den Bischofskonferenzen und dem Dikasterium des Apostolischen Stuhls begünstigt werden sollte, das die Aufgabe wahrnimmt, die heilige Liturgie zu fördern. Die Hoffnung bestehe darin, den Weg der gegenseitigen Zusammenarbeit fortzusetzen und sich der Verantwortung in der kirchlichen Gemeinschaft bewusst zu sein, in der Einheit und Vielfalt vereint seien

Hier reihe sich auch die Herausforderung der Ausbildung ein. Wenn von Bildung die Rede sei, dürfe nicht vergessen werden, „dass die Liturgie Leben ist, das formt, und nicht eine zu erlernende Idee. In diesem Zusammenhang ist es nützlich, sich daran zu erinnern, dass die Wirklichkeit wichtiger ist als die Idee“. Daher sei es gut, in der Liturgie wie in anderen Bereichen des kirchlichen Lebens „nicht in sterilen ideologischen Polarisierungen zu enden“. Ausgehend von dem Wunsch, auf einige Unsicherheiten im heutigen Kontext zu reagieren, bestehe die Gefahr Risiko, „dass wir in eine nicht mehr existierende Vergangenheit zurückfallen oder in eine vermutete Zukunft flüchten“.

Dagegen müsse die Wirklichkeit der heiligen Liturgie als lebendiger Schatz erkannt werden, der nicht auf Geschmack, Rezepte und Strömungen reduziert werden dürfe, „sondern mit Fügsamkeit begrüßt und mit Liebe als unersetzliche Nahrung für das organische Wachstum des Volkes Gottes gefördert werden muss“. Die Liturgie sei nicht der Bereich des „Do-it-your-self“, sondern „die Epiphanie der kirchlichen Gemeinschaft“. Es dabei um die reale Gemeinschaft, nicht das ideale Thema. Wenn nostalgisch vergangene Tendenzen bedauert würden oder wenn man neue auferlegen wolle, bestehe die Gefahr, dass der Teil dem Ganzen, das Ich dem Volk Gottes, das Abstrakte dem Konkreten, die Ideologie der Gemeinschaft und, an der Wurzel, die Weltlichkeit dem Geistlichen vorgeordnet würden.

Es sei zu bedenken: von der liturgischen Bildung des Volkes Gottes zu sprechen, bedeute zunächst einmal, sich der unersetzlichen Rolle bewusst zu werden, die die Liturgie in der Kirche und für die Kirche spiele, um dann „konkret dem Volk Gottes zu helfen, das Gebet der Kirche besser zu verinnerlichen, es als eine Erfahrung der Begegnung mit dem Herrn und den Brüdern und Schwestern zu lieben, und in Anbetracht dessen den Inhalt neu zu entdecken und seine Riten zu beachten“.

Liturgie und liturgische Bildung könnten nicht auf ein „Wissen“ beschränkt werden. Damit die Liturgie ihre prägende und verwandelnde Funktion erfüllen könne, müssten die Hirten und die Laien eingeführt werden, um ihre Bedeutung und Symbolsprache, einschließlich Kunst, Gesang, Musik und Stille, im Dienst des gefeierten Geheimnisses zu erfassen.

Der Katechismus der katholischen Kirche selbst verwende die mystagogische Methode, um die Liturgie zu erläutern und ihre Gebete und Zeichen zu verstärken. Mystagogie: „dies ist ein geeigneter Weg, um in das Geheimnis der Liturgie, in die lebendige Begegnung mit dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn, einzutreten. Mystagogie bedeutet, in das neue Leben, das wir durch die Sakramente im Volk Gottes erhalten haben, einzutreten und die Schönheit immer wieder neu zu entdecken“.



Patrick Knittelfelder - Blühe, wo DU gepflanzt bist! from kath.net on Vimeo.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus Papst

  1. Papst Franziskus möchte an Ostermesse teilnehmen
  2. Genesung in kleinen Schritten: Papst geht es etwas besser
  3. Vatikan kündigt nach fünf Wochen ersten Auftritt des Papstes an
  4. Papst will Aschermittwochs-Bußprozession selbst leiten
  5. Vom Argentinier zum Römer: Franziskus über seinen Start als Papst
  6. Fußballbegeisterter Papst mit zwei linken Füßen
  7. Papst will keine Ordensfrauen mit "Essiggesicht"
  8. Papst besucht an Allerseelen Gräber ungeborener Kinder
  9. Dilexit nos
  10. Belgien: Nach Papstaussagen zu Abtreibung und Frauen wollen sich nun 520 Personen ‚enttaufen’ lassen






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE DIESE WOCHE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Vom Elend der Fürbitten
  4. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  5. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  6. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  7. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  8. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  9. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  10. Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
  11. Der entschärfte Gott
  12. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  13. Brasilien: 26-jähriger Seminarist stirbt – hinterlässt beeindruckendes geistliches Testament
  14. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  15. Katholische US-Historikerin Bronwen McShea schreibt über „die Frauen, die der Vatikan vergaß“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz